Tagebucheintrag: #1

Die Tage vor Weihnachten sind immer wieder etwas Besonderes. Es wird ruhiger, die Tage sind maximal kurz und dunkel. Die Schatten wollen jetzt umso mehr Beachtung und Anerkennung haben. Sie wollen auch dazu gehören. Ich sitze seit heute wieder im Homeoffice für eine Woche. Viel gearbeitet die Tage davor, zu viel Kaffee getrunken, zu wenig geschlafen.

Nun fällt alles ab. Es wird still. Nichts von Außen. Vieles von Innen. Weniger Motivation gegenüber den Tagen davor. Die alten Themen kommen: „Du bist was du tust“. „Wenn du bei deiner Arbeit nicht ständig motiviert bist, dann stimmt was nicht“. Keine Ahnung. Fakt ist, dass ich dieses „MUSS“ mittlerweile durch Achtsamkeit, Akzeptanz und Mitgefühl relativ gut sein lassen kann.

Komischerweise habe ich festgestellt, dass es da doch was gibt was irgendwie immer geht. Das Schreiben. Einfach schreiben. Tagebuch. Garnicht mal so „überlegte“ Beiträge wie diesen hier. Einfach was los ist. Irgendwie dadurch auch der „innere Antreiber“ befriedigt. Irgendwie komme ich in Kontakt mit mir und verarbeite die Dinge des Alltags. Was nicht gesprochen werden kann oder will wird eben geschrieben. Eine Auseinandersetzung mit dem Leben.

Ich habe dieses Schreiben lange als nicht sinnvoll oder wertvoll betrachtet. Mich dagegen gewehrt. Gleich denke ich wieder ich muss die besten Texte schreiben gemäß berühmter Philosophen oder Schriftsteller. Doch was ist wertvoll? Ist nicht alles erschaffene wertvoll? Auch wenn du nicht der einzigste bist der das kann? Wenn es bessere gibt? Ist das nicht völlig bescheuert einfach zu schreiben was einem so durch den Kopf geht?

Das bringt mich zu zwei Glaubenssätzen die mir in letzter Zeit sehr wichtig waren: „So wie es ist, ist es gut“ und „Nur weil es nicht super anstrengend und schwer ist, ist es nicht weniger wertvoll“. Ich merke wie ich durch mein allgemeines Interesse an Psychologie meine Verhaltensweisen in Schubladen stecken will. Aber das ist schwarz, weiß. Es gibt viele Grautöne dazwischen. Jeder hat gewisse Anteile in sich.

Naja, sei es drum. Auf jeden Fall will ich einfach drauf los schreiben ohne mit vorher Gedanken zu machen. Die mache ich mir so schon genug :-). Warum? Weil es mir gut tut. Ist das richtig oder falsch? Ich weiß es nicht. Es ist so, wie es ist. Wenn ein paar Leute mitlesen und daran irgendetwas wertvolles sehen, wäre das natürlich umso schöner für mich.

Das ist aber erstmal kein Muss. Ich schaue wo die Reise hingeht. Vielleicht kristallisieren sich irgendwelche Schreibstile oder Themen raus. Schauen wir mal.

ZEN und die Leere

Immer wenn ich vornehme etwas zu Schreiben sitze ich kurz da und überlege wie ich am besten Anfang kann. Ich komme nie auf ein zufrieden stellendes Ergebnis also fange ich einfach an zu Schreiben. Tag 1 nach meinem ZEN Einführungsseminar. Absurd kam es mir vor, dass ausgerechnet ich einen Kurs wähle in dem es um Stille geht. Hab ich davon als Single nicht schon genug? Die anderen Teilnehmer haben doch bestimmt alle Familien und und Trouble den ganzen Tag. Für die macht das bestimmt mehr Sinn. Alleine spazieren gehen? Wow, toll, das hab ich doch schon zu Hause. Beim Essen Stille und Schweigen? Jep, nichts Neues.

Na dann sollte das doch alles kein Problem für mich sein, oder? Doch, irgendwie schon. Es ist unangenehm. Ich empfinde dieses Schweigen in Gemeinschaft irgendwie ablehnend, bestrafend. Eigentlich wird mir nur ein Spiegel vorgehalten. Eine Seite von mir die ich immer noch so garnicht mag. Eine Seite die die Gesellschaft nicht mag. Gilt jemand doch als attraktiv und glücklich wenn er viel zu erzählen hat, andere unterhalten kann, lacht, laut ist. Im Kurs sind diese „gesellschaftlichen Konventionen“ nicht erwünscht. Nicht erwünscht klingt vielleicht nicht richtig, sie sind nicht notwendig.

Der Begriff „Leere“ ist nicht mehr negativ behaftet. „Leere ist Form, Form ist Leere“ heißt es. In der gehetzten Welt in der so viel auf uns einprasselt ist Leere garnicht möglich. Nicht erwünscht. Die Leere ist wertvoll. In der Leere ist Raum in der was neues entstehen kann, KANN, nicht MUSS. Da ist diese Angst vor Einsamkeit. Dem unangenehmen Gefühl der Einsamkeit wenn da nichts ist. Einmal tief ein- und ausatmen. Loslassen. Die Einsamkeit darf da sein, diese alte Einsamkeit. Ich halte mich nicht daran fest. Einmal tief ein- und ausatmen. Loslassen.

Es gibt viele da draußen die in diesem Augenblick mit mir verbunden sind. Auch ohne neue WhatsApp Nachrichten auf meinem Handy. Mann kann auch ohne Nachricht aneinander denken. Wenn man sich darauf einlässt kommt da irgendwann ein wohliges Gefühl aus der Leere. Ja, da denkt auch jemand an mich. Wir sind alle miteinander verbunden. Wir haben alle unsere alltäglichen Sorgen und Päckchen zu tragen. Das verbindet uns.

Da ist eine Quelle tief in mir die nie genutzt wurde. Aus Angst vor Leere und den damit unangenehmen Gefühlen die auftauchen können. Da kommt manchmal gar nichts, manchmal neue Ideen, manchmal neue Motivation, manchmal das Bedürfnis zu schreiben. Manchmal kommen da aber auch Erinnerungen die ich mit Menschen geteilt habe die tief in meinem Herzen sind. Manchmal kommt eine Träne, manchmal kommt Freude.

Ich denke diese Quelle hat jeder in sich. Man muss sich nur trauen in die Leere zu gehen und die unangenehmen Dinge darin auszuhalten. Sonst leben wir an uns vorbei und sind nur von Außen bestimmt ohne jemals unsere inneren Schätze hervor zu holen.

Akzeptanz die x-te

Intuition und Bauchgefühl sind Dinge, die die Menschen glaube ich immer mehr verlernen. Und dazu zähle ich mich auch. Zur Intuition gehört es aber auch ein Körpergefühl zu haben. Und vor allem gehört dazu sich es wert zu sein darauf zu hören.

Ich bin eine sehr lange Zeit über die Signale meines Körpers gegangen. Ich hab mich immer gewundert, warum bei mir die Signale immer so früh kommen im Gegensatz zu meinen Freunden. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich einfach ein Weichei bin und nicht nicht so anstellen sollte. Andere müssen da ja schließlich auch durch. Ich muss mich nur gut genug mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen und dann verbessere ich mich immer weiter und komme auch da hin.

Heute muss ich feststellen, dass es da nichts zu verändern gibt. Nicht ohne über meine Bedürfnisse und Grenzen zu gehen. Auch heute habe ich keine Lust auf Partys und Feierlichkeiten mit vielen Menschen beispielsweise. Mich überfordert es an einem Tisch zu sitzen und mehreren Gesprächen zu folgen. Meine Smalltalk Kapazitäten sind nach 5 Minuten aufgebraucht. Die einzige (vermeintliche) Lösung war Alkohol. Dieser Effekt hat aber nicht lange gehalten, weil mir Alkohol absolut nicht gut tut und ich wirklich lange in den Seilen hänge.

Ich konnte es einfach nicht akzeptieren, dass ich keine Lust auf solche Dinge habe. Dass ich oft gerne alleine bin, aber trotzdem gerne angenommen werden möchte. Ich möchte nicht jeden Abend mit Freunden verbringen, aber einmal die Woche gerne. Ich möchte Abends in Ruhe auf der Couch sein und lesen. Meine Ressourcen sind schnell aufgebraucht, sicherlich auch eine Nachwirkung des jahrelangen Raubbaus an meinen Körper. Darauf muss ich hören und akzeptieren, egal was die anderen denken.

Ich habe mich irgendwann garnicht mehr getraut darüber zu erzählen. Dass ich häufig erschöpft bin, dass ich viele Pausen brauche. Dass ich wenig Druck und Stress vertrage. Immer kommen Antworten wie: „Ja, da muss ich auch durch …. „, „Hab du mal Kinder …. „, „Ich schlaf schon seit Jahren nicht mehr durch ….“ usw. Dadurch fühlt man sich irgendwie nicht verstanden. Und irgendwann erzählt man gar nichts mehr.

Ich denke jeder hat eine Berechtigung zu fühlen wie er oder sie fühlt. Jeder hat eine andere Wahrnehmung und andere Gegebenheiten. Ich hab keine Kinder, arbeite 35 Stunden die Woche, keine Nebenjobs, achte auf einen gesunden Lifestyle und bin trotzdem oft erschöpft. Ja, so ist es halt. Und wenn ich erschöpft bin, brauch ich eine Pause. Habe ich keine Lust auf irgendwelche Aktivitäten oder Leute. Dann brauch ich Zeit für mich. Sorry.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus mit dem Beitrag? 🙂 Ich habs vergessen, ist egal. Es geht wieder mal darum zu Akzeptiren glaube ich. Und ich habe festgestellt, dass es ganz wichtig ist, Dinge und Gegebenheiten beschreiben zu können ohne zu bewerten! Nennt sich „kognitive Diffusion“. Beispiel: „Heute bin ich faul“ , „Heute bin unzufrieden, weil ….“. Das ist Bewertung. „Heute hab ich keine Lust auf …“, „Heute bin ich erschöpft, deshalb …“. Das ist wertfreie Beschreibung.

War für mich eine ganz wichtige Lektion mich mit Gegebenheiten, die nunmal so sind wie sind, auseinanderzusetzen. Und weil Dinge ich Moment so sind, heisst das nicht, dass sie für immer so bleiben. Bin ich in einem Moment total erschöpft und akzeptiere, dass ich gerade eine Pause brauche, kann das am Nachmittag wieder ganz anders sein. KANN, nicht MUSS. Da muss man einfach offen bleiben und natürlich achtsam ;-).

Aber wir können dafür nur selbst einstehen. Und wir können dafür Ablehnung erhalten. Und wir können dafür Zuneigung erhalten. Beides ist möglich. Aber man muss für sich einstehen. Niemand anderes kann das für einen tun. Das habe ich glaub schon mehrmals erwähnt. Aber egal. Ich finde das Bild aus meinem Urlaub in Sankt Peter Ordnung spricht irgendwie dafür. Ein Gefühl von, hier bin ich, so wie ich bin :-).

Brief an die Ex

Vor längerer Zeit habe ich einen Text geschrieben namens „Brief an die Ex“, den ich hier gerne teilen würde. Hauptsächlich ging es mir bei dem Text darum einen Strich unter die Trennung von meiner Ex-Freundin zu machen bzw. mir klar zu werden wie ich des Erfahrung für mich verbuche. Und falls mal doch wieder der „Vermissen-Modus“ anspringt, kann ich darauf zurückgreifen und mir wieder klar werden was Tatsache ist. Vielleicht kann sich der ein oder andere damit identifizieren und Gedankenanstöße liefern.

“ Ich weiß heute, dass wir zwei keine erfüllende, glückliche Partnerschaft hatten oder gehabt hätten. Ich war innerlich so verletzt und abhängig von deiner Liebe, dass es für mich gar nicht möglich war gesunde Auseinandersetzungen zu führen, die zu einer guten Partnerschaft gehören. Wir haben beide jemanden gebraucht der uns Halt gibt und annimmt mit allen Stärken und Schwächen. Wir konnten uns das nicht gegenseitig geben.

Du hättest mir wahrscheinlich unabsichtlich immer wieder sehr wehgetan. Damals konnte ich das nicht sehen, ich war blind vor Schmerz. Und trotzdem … Ich habe nie jemanden so geliebt wie dich. Ich habe ganz lange nicht verstanden, dass große Liebe und erfüllte Partnerschaft nicht automatisch das Gleiche sind.

Heute würde ich keine Beziehung mit dir wollen, obwohl mich die Trennung damals fast zerstört hat. Aber ich habe nie aufgehört, dich zu lieben. Mit Abstand betrachtet würde ich mich bedanken wollen. Für eine Lektion, die ich brauchte, um zu wachsen. Um zu lernen, auf mich zu achten und zu verstehen, dass ich es üben muss, Grenzen zu setzen ohne Angst vor Verlust. Also Verlust der Person.

Denn mich selbst hatte ich verloren. Die Notbremse habe ich viel zu spät gezogen. Und vielleicht wäre diese (wie auch Beziehungen danach) ganz anders gelaufen, wenn ich bei mir geblieben, für mich selbst gesorgt hätte – statt ständig die Bedürfnisse anderer zu erfüllen und nachher so unendlich lange zu brauchen, um endlich wieder halbwegs zu wissen, was ich brauche.

Ich habe dabei viel über mich selbst, meine Defizite und meine Stärken gelernt. Es ist noch ein langer Weg, das mit dem Bei-sich-Bleiben und Grenzen setzen, sich wertvoll genug empfinden, um nicht alles hinzunehmen und zu ertragen. Aber genau dafür bin ich dankbar. Ich habe erkannt, dass meist nicht einer der ultimativ Böse ist, sondern dass jeder mit seinem Verhalten in der Beziehung zu der Verknotung beiträgt. Und dass jeder für sich selbst die Verantwortung trägt, das zu lösen.

Manchmal macht es mich traurig, dass die große Liebe meines Lebens ausgerechnet du bist. Aber so ist es nun mal. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du glücklich bist und wirst. Du fehlst mir nicht, es geht mir gut. Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Ich wünsche mir nur, dass ich noch mal so eine Liebe erleben darf.

Deshalb: Danke, für eine unglaublich wertvolle Lektion, die ich nur in der teilweise sehr schmerzhaften und destruktiven Beziehung zu dir endlich lernen konnte.“

Fazit Sommerurlaub ’21

Jedes Urlaubende fühlt sich an wie ein kleiner Umbruch. Grund genug vorher nochmal kurz anzuhalten, in mich zugehen und den Status zu checken. Urlaub ist bei mir immer so ein zweischneidiges Schwert. Einerseits natürlich toll Pause von der Arbeit zu haben, andererseits ist da die Tagesstruktur weg. Schwierig für die Leute, die sich ihren Selbstwert lediglich anhand ihres Tuns bilden.

Also was mir weiterhin schwerfällt ist die Tatsache, dass ich immer noch viel Schlaf brauche und trotz ausreichend Schlaf morgens nie komplett fit bin. Gut zu wissen aber, dass das meistens im Tagesverlauf nachlässt. Es hilft mir verständnisvoll mit mir zu sein und das Vertrauen, dass meine Kräfte immer da sind wenn ich sie brauche. Manchmal bin ich einfach nur wütend, dass es kaum besser wird.

Ich würde gerne mehr leisten können. Mehr unternehmen können. Aber das scheint mir zumindest im jetzigen Lebensabschnitt nicht gegeben zu sein. Und mehr Motivation und Antrieb kann man sich nunmal nicht auf Knopfdruck herzaubern. Entweder es ist da, oder nicht. Ich merke wie ich es schaffe immer mehr stolz auf mich zu sein. Und zwar bei den kleinen Dingen des Alltags, die ich immer so als selbstverständlich gesehen habe.

Ich habe vor ein paar Tagen relativ spontan ein neues Fahrrad gekauft. Das hatte ich schon länger vor aber nun war der richtige Zeitpunkt. In diesem Zug wollte ich mein aktuelles am liebsten vorher noch verkaufen, so dass ich nicht auf mein Sparbuch zugreifen muss. Ja, das war stressig für mich. Das Fahrrad war relativ schnell verkauft aber ich musste noch alles putzen, sauber machen, schmieren, den Kaufvertrag fertig machen, den Fahrradträger auf dem Auto montieren.

Früher wäre ich irgendwann einfach wütend auf mich selbst geworden. Diesmal konnte ich das geleistete einfach anerkennen und irgendwie auch eingestehen dass das für MICH stressige Tage waren. Sorry, not sorry. Ich habe ganz viele Erfahrungen aus meinem kurzen Campervan Urlaub an der Nordsee mitgenommen. Erfahrungen die gut waren, Erfahrungen die nicht so gut waren. Ich habe rausgefunden was ich mehr möchte, was ich weniger möchte. Ohne jetzt ins Detail zu gehen.

Ich tu mich mit kleinen Veränderungen in meinem leben immer noch schwer. Date mit relativ unbekannter Frau, Campervan ausleihen ohne Erfahrung, auf Geschäftsreise mit wenig bekannten Arbeitskollegen, neuer Job, neues Auto usw. Ich mag einfach Sicherheit und vertrautes und das ist in Ordnung so. Aber es gibt da so einen Gedanken bei mir, den ich mir in solchen Situationen immer sage und der aus Erfahrung einfach so stimmt:

„Ja, könnte scheisse werden … aber könnte auch richtig gut werden“

Und auch wenn es scheisse wird überlebt man das. Es geht vorbei. Und oft nimmt man dadurch einfach auch irgendwelche Erfahrungen mit. Aber man muss sich nicht jeden Tag neuen Erfahrungen aussetzen. Ich muss mich nicht jeden Tag neuen Erfahrungen aussetzen. Man kann auch einfach mal nur die Sicherheit und Geborgenheit genießen.

Auf meiner TO-DO Liste steht immer noch die offene Frage: Wer will ich sein? Wie will ich von anderen gesehen werden? Ich tu mich schwer diese Fragen zu beantworten. Aber ich glaube ich will Mensch sein, der offen und authentisch mit seinen Schwächen und Gefühlen umgeht. Und ich will meinen Mitmenschen anbieten dass auch mir gegenüber tut zu können. Der Teufel auf meiner einen Schulter ruft gleich: „Haha … das willst du doch nur, dass alle dich mögen und niemand dich ablehnt. Du siehst doch wo dich dein Helfersyndrom hingebracht hat“

Aber mittlerweile gibt es auch einen Engel auf der anderen Schulter der sagt: „Ich tue das nicht um Ablehnung zu vermeiden. Ich tue das um die richtigen Menschen in meiner Nähe zu haben. Leute die damit nicht umgehen können werden gehen und dürfen das auch. Leute die das an mir mögen werden bleiben. Und ja, ich werde immer mehr der Zuhörer sein als der Redner und weiterhin für viele da sein und ab und zu wohl auch wieder über meine Grenzen gehen was Geben und Nehmen angeht. Aber das ist nunmal eine Charaktereigenschaft von mir. Die kann ich nicht weg machen. Sie hat Vorteil und Nachteile. Aber ich darf Sie richtig dosieren und auf mich aufpassen.Ich darf für mich einstehen, wenn es mir zu viel wird und ich auch mal jemand zum Zuhören brauche“.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mir selbst. Vielleicht wird er nochmal verworfen. Vielleicht einfach nur ein bisschen geändert. Aber meine Empathie ,der Sinn für Gerechtigkeit, das Bedürfnis Schwächeren helfen zu wollen gehören definitiv zu mir. Und weißt du was: Ich nenne sie ab heute: Meine Stärken!

Anerkennung

Immer wieder mal beschäftige ich mich Achtsamkeit, Bewusstheit und Akzeptanz. Wenn es uns gut geht dann läuft natürlich alles von selbst. Aber was wenn nicht? Ich habe gelernt in Momenten in denen es mir nicht gut geht bzw. in denen ich leide meine Gefühle zu beschreiben (Achtsamkeit) und zu akzeptieren (Akzeptanz). Das war schon ein großer Schritt für mich.

Bei mir stellt sich oft Ärger und Wut ein. Wenn ich frustriert bin, wenn ich traurig bin, wenn es Misserfolge gibt, wenn etwas nicht so läuft wie ich will. Das ist auch auch völlig okay. Ich habe die Gefühle da gelassen, nicht bekämpft, „versucht“ zu akzeptieren. Aber irgendwie ist da immer noch was ablehnendes in mir. Irgendwas was, was dagegen ankämpft. Ich bin über ein Zitat gestolpert, was mich nachdenklich gemacht hat:

„Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit zu erkennen, dass man gerade eine leidvolle Erfahrung macht, sich diese spüren zu lassen und sich selbst liebevoll dabei zu umsorgen – auf mentale, emotionale und körperliche Weise oder durch ein bestimmtes Verhalten“

Okay, interessant. Hier geht meiner Meinung nach schon das Vergleichen los. Was für mich eventuell schon leidvoll sein kann, ist für andere wahrscheinlich noch völlig okay. Sollte nicht jede leidvolle Erfahrung akzeptiert werden? Klassisches Beispiel: Für mich ist ausreichend Schlaf echt wichtig für mein Wohlbefinden. Wenn ich mal eine Nacht weniger schlafe wirkt sich das direkt auf meine Stimmung und mein Wohlbefinden aus.

Was kriegt man zu hören, wenn man das irgendjemand erzählt? „Stell dich nicht so an … Dein Leben hätte ich gerne …. ich schlafe seit 2 Jahren nicht durch wegen meiner Kinder…“ und so weiter. Sofort fühlt sich meine leidvolle Erfahrung nicht berechtigt an im Vergleich und ich bin wütend auf mich selbst, dass ich so eine Memme bin.

Hat nicht jeder irgendwie unterschiedliche Bedürfnisse und Grenzen / Kapazitäten? Diese Vergleiche habe es immer schwer gemacht meine leidvollen Momente zu akzeptieren. Weil ich auf dem Papier doch alles habe … ein gutes Einkommen … eine eigene Wohnung usw. Wenn man genug Geld hat, dann hat man sich doch sowieso nicht zu beschweren. Anderen geht es ja noch schlechter.

Wenn man sich selbst gegenüber in solchen Momenten sehr ablehnend verhält hilft es sehr sich eine Person im Freundes- oder Familienkreis vorzustellen, die gerade die gleiche leidvolle Erfahrung macht. Natürlich sollte das eine Person ein die man sehr mag. Komischerweise kommt da dann Mitgefühl auf. Es ist dann dann unerheblich an wen ich denke, wichtig ist, dass das Mitgefühl aufkommt. Eine wohlwollende Haltung.

Und ganz wichtig: Es wird Menschen geben die in der selben Situation völlig souverän sind und spielend damit umgehen. Es gibt aber auch Menschen, die in solchen Momenten genauso fühlen wie du. Dieser Gedanke hilft mir, meine leidvolle Erfahrung „anzuerkennen“. Das ist glaube ich ein ziemliches Schlüsselelement für mich.

Natürlich gehört dann noch Selbstfürsorge dazu in weiteren Schritten. Aber bevor ich nicht akzeptiere, dass es mir aus gewissen Gründen so geht, wie es mir nunmal geht, brauch ich garnicht weiter machen meiner Meinung nach. Und man muss dringend aufhören sich zu vergleichen. Es wird immer jemand geben der klüger ist, besser ist, robuster ist, leistungsfähiger ist. Jeder hat andere Talente, die alle wertvoll sind.

In unserer Gesellschaft hat nur irgendjemand mal gesagt, dass es wertvoll ist bis spät Abend zu arbeiten, jeden Tag uns Fitnessstudio zu gehen, nebenbei die Kinder großzuziehen, eigenes Haus usw. Fleiß ist wertvoll. Bist du nicht fleißig bist du schlecht. Bis um 10 geschlafen heute? gechillt heute? Nicht viel erledigt heute? Nur einen Blogeintrag geschrieben heute? Nicht wertvoll!

Und wenn da kein Verständnis für deine Situation bei Freunden und Familie da ist, sollte man sich zumindest bei den Freunden überlegen, ob das die richtigen sind. Dafür brauch man natürlich Freunde, die auch mit ihren eigenen leidvollen Erfahrungen dementsprechend umgehen können.

Denn eins kann ich aus Erfahrung sagen: Wenn man sein eigenes Leid nicht anerkennt, kann man auch das Leid seiner Mitmenschen nicht akzeptieren!

Du bist was du leistest !?

Der Weg der Selbsterkenntnis ist manchmal steinig und geht so gar nicht voran. Etwas über das ich immer wieder stolpere ist mein Selbstwert, beziehungsweise dessen Abhängigkeit von Leistung. Besonders schlimm an so Tagen wie heute, an denen es heiß ist. Nach dem Motto „alle sind draußen und sind aktiv und unternehmen was, nur du nicht“.

Aber lass uns mal genauer hinschauen was da ist: Ich bin wütend, ich bin wütend auf mich, ich bin wütend auf mich weil ich manchmal so antriebslos bin. Raus will ich gerade irgendwie nicht, zu meinem Gemüsebeet fahren zum Gießen hab ich gerade auch nicht so Bock, auf der Couch gammeln mit dem iPad und YouTube und Netflix unsicher machen habe ich auch kein Bock. Putzen muss ich nicht unbedingt, Geschirr ist gewaschen usw.

Okay man könnte sagen, irgendwas gibt es immer zu tun. Okay mag sein, aber ich habe gerade keine Lust. Das macht mich wütend auf mich selbst. Wütend auf alle Freunde, dass sie nicht jeden Tag Zeit haben was mit mir zu unternehmen. Dabei weiß ich wie unrealistisch es ist auf meine Freunde wütend zu sein. Ich hab ja keine Lust, und eigentlich auch keine Lust was zu unternehmen. Und wenn ich trotzdem was unternehme mit Druck, Hauptsache das was Genacht ist, spüre ich dabei keine Befriedigung.

Das habe ich schon zu oft versucht. Ich funktioniere dann einfach nur und schiebe alles beiseite. Das einzige was hilft, ist die Tatsache mit dem daraus entstehenden Gefühl anzunehmen. Und mit einmal annehmen ist es nicht für immer getan, denkste. Immer wieder muss ich rausnehmen und zurück kommen. Zu schnell komme ich immer wieder mit dem Zorn auf mich selbst zurück, weil ich irgendwas nicht so gut gemacht habe oder garnicht gemacht habe. Zu groß ist die Gewohnheit. Da kann ich nur immer wieder bewusst bleiben.

Was mein Bedürfnis in solchen Moment ist? Wertschätzung, Selbstannahme, Akzeptanz. Und zwar mir selbst gegenüber. Mir bringt es nichts, wenn mich Leute loben und schätzen, wenn ich mir das selbst dich annehme, dass ich wertvoll bin. Okay, lass uns das nochmal beschreiben und aussprechen:

„Ich bin wütend weil ich gerade antriebslos bin. Ich würde mir gerade mehr Anerkennung und Wertschätzung mir selbst gegenüber wünschen, weil mein Wert nicht davon abhängig ist was ich leiste“.

Das Schreiben bringt irgendwie immer ein bisschen Linderung. Glaube einerseits, weil es das einzige ist worauf ich doch noch Lust habe in solchen Phase. Andererseits trägt es zur Selbstannahme bei, weil ich es erzähle und teile und mich zeige, so wie ich bin.

Die Wut ist nicht komplett verflogen und ich bin jetzt immer noch euphorisch und stürme raus in die Sonne und hüpfe singend auf der Wiese. Aber es ist eine Wärme dazugekommen, ein leichtes Gefühl der Selbstliebe. Es hat sich was reingemischt. Feine Nuancen die sich immer wieder ändern. Ich kann etwas lächeln. Weil ich zumindest zeitweise bei mir und meiner Wut bleiben kann. Sie nicht wegdrängen will. Sie will angenommen werden, sie will gehört werden.

Hallo liebe Sehnsucht

Hallo liebe Sehnsucht. Da bist du ja wieder. Ich habe schon gemerkt, am Wochenende bist du besonders gerne bei mir. Wenn der Trubel aufhört und alles erledigt ist. Wenn das Wochenende nicht voll verplant ist. Ich weiß, ich habe dir lange die Tür zugesperrt, dich versucht zu ignorieren, alle Kraft dazu verwendet dich nicht spüren müssen.

Warum? Dich spüren zu können bedeutet, sich verletzlich zeigen zu können. Die Scham ablegen zu können, sich verletzlich zu zeigen. Das fällt mir ehrlich gesagt noch schwer. Ich hoffe du bist nicht zu hart zu mir.

Nimm Platz, mach es dir gemütlich. Ich kann dir erstmal nicht viel bieten, du darfst einfach da sein. Vielleicht finden wir zusammen raus was wir tun können? Vielleicht finden wir zusammen raus was uns gut tut? Wäre das ein Anfang für uns zwei?

Ich weiß so schnell ist es nicht getan. Da muss Vertrauen wachsen zwischen uns zwei. Das dauert. Was mir gerade auf dem Herzen liegt fragst du? Das ist lieb, dass du das fragst. Weißt du, manchmal würde ich mir diese Frage auch von meinen besten Freunden wünschen. Okay, konkreter von meiner besten Freundin.

Aber was würde ich dann erzählen? Vielleicht, dass ich mir auch mal jemand wünsche der mich einfach mal in den Arm nimmt, sich für mein Leben interessiert, sich für meine Sorgen interessiert, einfach mal stark ist für mich. Dem ich erzählen kann, dass sich manchmal einfach der Sinn nicht zeigt. Alle sind am Familie gründen, am Haus bauen, am Garten machen. Und ich? Ich weiß manchmal einfach nicht so richtig wo es hingehen soll. Manchmal fühle ich mich ein bisschen verloren.

Okay, ehrlich gesagt habe ich schon festgestellt, dass ich nicht der Typ bin für ein typisches gesellschaftliches Leben. Damit habe ich mich schon abgefunden. Ich interessiere mich für andere Dinge. Aber darf ich deswegen nicht trotzdem manchmal einfach jammern? Manchmal tut es einfach gut ein bisschen Bestätigung zu bekommen, dass das gut ist was du machst. Ein bisschen Trost zu bekommen, dass das schon wieder wird. Es nicht immer alleine schaffen zu müssen.

Ich bin stark. Das weiß ich. Ich habe schon viel geschafft. Aber ich will es nicht immer alleine schaffen. Ich will mich auch mal auf andere verlassen können. Auch wenn das gegen jede spirituelle Regel verstößt von wegen: „Liebe dich selbst, dann brauchst du niemand“. Das ist einfach Quatsch. Jeder braucht manchmal irgendjemand.

Und ich weiß, wann immer sich mal wieder Sinn nicht zeigt und ich mich verloren fühle …. kommt irgendwo immer ein Lichtlein her. Oh, zeigt sich da etwa ein bisschen Urvertrauen? Vielleicht. Vielleicht schaffe ich es ja immer mehr mich verletzlich zu zeigen. Auch gegenüber meiner Freunde. Denn ich weiß, dass Scham durch Verbundenheit geheilt wird. Und als schaff ich es tatsächlich mich zu öffnen. Auch wenn da immer noch eine Blockade da ist, ein Glaubenssatz der sagt, dass ich immer stark sein muss, dass ich nicht jammern darf, dass ich nicht wichtig bin.

Und wer weiß, liebe Sehnsucht, vielleicht können wir ja als auch mal ein bisschen Lachen wenn du da bist. Lachen über das Leben, mit all seinen Hoch und Tiefs und wie verrückt es manchmal läuft. Wie unberechenbar. Das würde ich mir wünschen für uns zwei. Aber jetzt bleib erstmal noch da und wenn du Lust zu gehen darfst du einfach gehen. Du musst mir nicht Bescheid sagen. Du bist immer willkommen.

„Unsere kleinen Irrtümer und Schwächen sind es, die uns liebenswert machen“ (Unbekannt).

Bedürfnisse, Angst und Scham

Es haben sich glaube schon Beiträge um dieses Thema gedreht. Und es werden sich wohl auch zukünftig noch Beiträge mit dem Thema Bedürfnisse beschäftigen. Weil es für mich einfach immer wieder ein präsentes Thema ist. Ich bin immer noch dabei zu entdecken was meine eigenen tiefen Bedürfnisse sind und diese dann auch zu akzeptieren.

Ich kann manchmal immer noch besser die Bedürfnisse anderer Menschen besser wahrnehmen als meine eigene. Beziehungsweise geht meine Aufmerksamkeit leicht zu dem Befinden anderer über anstatt bei mir mir zu bleiben. Aber was sind nun meine Bedürfnisse? Tja, das ist manchmal schwer. Und um diese zu spüren muss ich alle Gefühle zulassen und aushalten.

„Aushalten“ war für mich immer ein schwieriges Wort. Es hat was von „Du musst da durch, Du musst die Zähne zusammenbeißen, du darfst nicht jammern …“ So habe ich es interpretiert. Das hat Druck aufgebaut. Ich habe irgendwo mal einen guten Beitrag zum Thema Gefühle aushalten gelesen und dort gab es einen Satz der mir geholfen hat den Druck rauszunehmen:

„Aushalten heißt, sich selbst zu halten. Mit allem was da ist.“

Ich habe einen kindlichen Anteil in mir, der das starke Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Trost hat. Dieses Bedürfnis wurde nie richtig befriedigt. Warum? Aus Scham sich verletzlich, bedürftig, traurig, schwach zu zeigen. Und irgendwann aus Angst überhaupt unangenehme Gefühle zu spüren. Aus Angst sie nicht aushalten zu können.

Aber wie kann ich mir selbst Halt geben? Dazu ist es sinnvoll sich selbst spüren zu können. Bei sich zu sein. Bei seinen Bedürfnissen zu sein. Die Bedürfnisse einzugestehen. Nach seinen Bedürfnissen (und Werten) zu handeln. Das sind bei mir vor allem Situation in denen das „funktionieren“ verfliegt. Wenn die Motivation mal sinkt, wenn ich schlechte Laune habe, wenn ich krank bin, wenn es mir einfach nicht gut geht.

Ich muss gestehen, mir ist es in solchen Momenten tatsächlich nach kindlichen Bedürfnissen und mir fällt es schwer dazu zu stehen. Ich wäre gerne an einem sicheren, geschützten Ort wo ich einfach nur sein kann ohne was zu leisten. Ich denke an die Dinge, die mir als kleines Kind Trost gegeben haben: Hörspiele hören, gemütlich auf der Couch in die Decke einkuscheln, mit meinem Lieblingskuscheltier kuscheln, ein bisschen Fernsehen schauen, eine Portion Pommes essen usw.

Und ehrlich gesagt ist da auch der Wunsch nach einer Partnerschaft. Oh mein Gott, es heißt doch man muss sich alles selber geben können! Nein! Ich habe das Bedürfnis nach Partnerschaft, nach Nähe, nach Intimität, nach Berührung, nach Kuscheln, nach Sex. Und manchmal tut es weh, dass dieses Bedürfnis schon so lange unerfüllt ist. Und das heißt nicht, dass ich jetzt irgendjemand suche um schnell, schnell jemand zu haben. Nein … das kann ich nicht … Manchmal würde ich es gerne können, aber ich kann es nicht. Es muss passen bei mir.

Ich habe mir tatsächlich mein Kuscheltier aus meiner Kindheit von meinen Eltern geholt. Und wenn ich Trost brauche oder Nähe, dann nehme ich es in die Hand und drücke es fest. Es gibt mir Halt. Ich gebe mir Halt. Ich höre Hörspiele aus Kindertagen (Die drei Fragezeichen :-)) und versuche mich wohlwollen zu behandeln. Ja, ich versuche ist. Weil da ist ein Konflikt. Alte Glaubenssätze die mir sagen das ist nicht in Ordnung. Du bist nicht Ordnung wenn du das machst. Du bist nicht in Ordnung wenn du jammerst, krank bist, bedürftig bist.

Und jedes mal kommen diese Stimmen und es tut sich ein Widerstand auf. Und jedes Mal versuche meine Gefühle, meine Gedanken, meine Bedürfnisse wohlwollend anzunehmen. Und ich habe das Gefühl, naja ich hoffe es auch, dass der Widerstand jedes Mal ein bisschen kleiner wird. Und auch die Angst kleiner wird. Weil ich mit jedem Mal, bei dem ich bewusst durch solche Momente / Phasen gehe merke:

„Okay, es ist da. Es ist unangenehm. Es geht aber vorbei. Habe ich schon hundertmal erlebt. Jedes mal ging es vorbei. „

Ich habe mich eigentlich ein bisschen von dem „Heilen“ Credo entfernt. Weil es bei mir jedenfalls doch manchmal wieder Druck auslöst nach dem Motto: Du musst dich weiterentwickeln, Du musst an dir arbeiten, Du musst anders werden“. Ja ich weiß bescheuert, aber das geht schnell bei mir. Ich finde das Wort integrieren fast besser.

Sagt es doch aus, da ist was, das gehört zu dir, das ist in Ordnung, das darf bleiben, nehme es an. Und ich glaube es ist einfach meine Aufgabe, diesen unbefriedigten, alten Anteile zu integrieren. Nachdem sie schon lange unbefriedigt waren und noch viel schlimmer: von mir verleugnet wurden! Ich tue dann was mir gut tut. Egal was es ist und mag es noch so kindisch sein. Scheiss drauf.

Und vielleicht kann ich mich zukünftig noch besser zeigen, wenn ich verletzlich, traurig, bedürftig bin. Gegenüber Freunden, gegenüber der Familie. Denn Verbundenheit ist Balsam für ungeliebte Schamgefühle.

Würde mich sehr über Kommentare dazu freuen 🙂 Das würde wiederum Verbundenheit schaffen.

Die perfekte Spiritualität

Wenn man sich mit Spiritualität, Achtsamkeit und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt bleibt eigentlich kein gutes Haar am Fernsehen. Es heißt Fernsehen macht nicht glücklich, Fernsehen ist Ablenkung von den Gefühlen, Fernsehen ist Verdrängung von Gefühlen und so weiter. Auch hat man irgendwie dieses Bild von Familien der Unterschicht, bei denen Papa mit Unterhemd und Bier den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt und die Kinder am besten noch daneben, dass man sich mit ihnen nicht beschäftigen muss.

Am Besten man hat gar kein Fernseher. Verbringt seinen Alltag mit kreativem Schaffen, Lesen, Gesellschaftsspielen und gemeinsamen Unternehmungen. Also irgendwie alles außer Fernsehen. Netflix ist komischerweise wiederum ganz okay. Hauptsache man hat keinen Fernseher zu Hause. Ich gebe zu, das wirkt bei mir. Ich habe ein schlechtes Gewissen wenn ich Fernsehe. Ich fühle mich faul und nichtsschaffend.

Wenn der Alltag da ist fällt es mir auch relativ leicht auf den Fernseher zu verzichten. Wenn viel am Tag los war brauche ich eher Pause von den Reizüberflutungen. Aber manchmal ist da doch der Wunsch nach Berieselung des Fernsehprogramms. Ich gebe es zu. Vor allem in Zeiten an denen es ruhiger wird. Wenn ich wie zurzeit Urlaub habe und wenig angesagt ist. Alle sind bei ihren Familien. Frühstück und Spaziergang sind hinter mir. Ich habe etwas geschrieben, habe etwas Klavier spielen geübt, einen Kaffee getrunken.

Auf Lesen habe ich keine Lust. Okay, das Bad könnte ich mal wieder putzen aber ich habe keine Lust, da nicht unbedingt notwendig (für mich) und es kommt in den nächsten Tagen kein Besuch. Einkaufen gehen habe ich auch keine Lust, hab für heute noch alles da. Wohnung putzen nicht unbedingt notwendig. Eine zarte Langeweile kommt auf. Bringt wenig mir jetzt Druck zu machen mit dem was ich doch alles machen und tun könnte.

Es ist ruhig, wie so oft die Tage. Obwohl ich eigentlich jeden Tag jemand treffe (zumindest auf einen Kaffee) macht sich eine leichte Wehmut breit. Ist es Einsamkeit? Ich weiß noch nicht so recht. Ich würde mir gerne was Gutes tun. Vielleicht ein bisschen Ablenkung? Böses Wort! Ablenkung ist Verdrängung! Das ist schlecht, wollen mir meine Gedanken sagen. Du musst stark sein!

Ich habe mir dann oft das Fernsehen verboten. Ganz nach dem spirituellen Perfektionismus. Am Besten alles wegmeditierend was da ist. Durch die Gefühle gehen. Aber was soll mir das Fernsehen geben? Ist es die Ablenkung? Ist es Verdrängung? Ich stolpere immer wieder an dieser Stelle. Aber mal ganz im Ernst, was ist so schlimm daran sich einfach mal auf die Couch zu hauen und ein paar Stunden fernzusehen wenn man Zeit dazu hat?

Ich war die Tage bei meinem Bruder zum Essen. Während gekocht wurde und vor dem Essen sind wir auf der Couch gesessen und haben zusammen Fernsehen geschaut. Natürlich haben wir uns über das schlechte Fernsehprogramm beschwert. Und haben an alten Zeiten gedacht, als man noch mit der ganzen Familie vor dem Fernseher gesessen hat und Sendungen wie Wetten Dass… gesehen hat, während die Jugendlichen heute alleine im Zimmer sitzen und auf der Play Station zocken.

Aber Moment mal. Da war irgendwie was. So ein Gefühl. Gemeinsam vor dem Fernseher. GEMEINSAM!. Ja, das ist ein wohliges Gefühl. Der Tatort am Sonntag. Kevin alleine zu Hause an Weihnachten. Wintersport am Wochenende. Tour de France im Sommer. Ist das alles schlecht? Muss man immer produktiv, kreativ, achtsam usw. sein? Kann man das immer?

Ich kann es irgendwie nicht. Sorry, da muss ich ganz ehrlich sein. Warum soll ich mir das Fernsehen verbieten, wenn es mir manchmal gut tut. Mal mehr mal weniger. Mal 20 Minuten. Mal 3 Stunden. Mal garnicht. Mal den halben Tag. Vor allem an so verregneten, dunklen Tagen. Ich muss gar nichts heute. Ich will faulenzen und fernsehen.

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Von einer, die auszog, das Fürchten zu verlernen

Rhythmikalische Traumtänzerin

Finde die Rhythmik in der Musik, die Träume im Herzen und die Tänzerin in dir... Eine Reise beginnt!!

Raus aus der Affenfalle

Vom Loslassen und Festhalten

Gnubbels kleine Gedankenwelt

Wenn man niemanden zum Reden hat aber die Gedanken und Erlebnisse einfach raus müssen...

Mein innerer Garten

Leben in emotionaler Instabilität

alchemiere es

tief tief in dir

stay close to your soul.

"words over chords"

Journey with yourself

persönlicher Blog von Tanja Wendel

episodenpoesie

Ein Kopf voll Gefühl. Ein Herz voll Gedanken.

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