Die Tage vor Weihnachten sind immer wieder etwas Besonderes. Es wird ruhiger, die Tage sind maximal kurz und dunkel. Die Schatten wollen jetzt umso mehr Beachtung und Anerkennung haben. Sie wollen auch dazu gehören. Ich sitze seit heute wieder im Homeoffice für eine Woche. Viel gearbeitet die Tage davor, zu viel Kaffee getrunken, zu wenig geschlafen.
Nun fällt alles ab. Es wird still. Nichts von Außen. Vieles von Innen. Weniger Motivation gegenüber den Tagen davor. Die alten Themen kommen: „Du bist was du tust“. „Wenn du bei deiner Arbeit nicht ständig motiviert bist, dann stimmt was nicht“. Keine Ahnung. Fakt ist, dass ich dieses „MUSS“ mittlerweile durch Achtsamkeit, Akzeptanz und Mitgefühl relativ gut sein lassen kann.
Komischerweise habe ich festgestellt, dass es da doch was gibt was irgendwie immer geht. Das Schreiben. Einfach schreiben. Tagebuch. Garnicht mal so „überlegte“ Beiträge wie diesen hier. Einfach was los ist. Irgendwie dadurch auch der „innere Antreiber“ befriedigt. Irgendwie komme ich in Kontakt mit mir und verarbeite die Dinge des Alltags. Was nicht gesprochen werden kann oder will wird eben geschrieben. Eine Auseinandersetzung mit dem Leben.
Ich habe dieses Schreiben lange als nicht sinnvoll oder wertvoll betrachtet. Mich dagegen gewehrt. Gleich denke ich wieder ich muss die besten Texte schreiben gemäß berühmter Philosophen oder Schriftsteller. Doch was ist wertvoll? Ist nicht alles erschaffene wertvoll? Auch wenn du nicht der einzigste bist der das kann? Wenn es bessere gibt? Ist das nicht völlig bescheuert einfach zu schreiben was einem so durch den Kopf geht?
Das bringt mich zu zwei Glaubenssätzen die mir in letzter Zeit sehr wichtig waren: „So wie es ist, ist es gut“ und „Nur weil es nicht super anstrengend und schwer ist, ist es nicht weniger wertvoll“. Ich merke wie ich durch mein allgemeines Interesse an Psychologie meine Verhaltensweisen in Schubladen stecken will. Aber das ist schwarz, weiß. Es gibt viele Grautöne dazwischen. Jeder hat gewisse Anteile in sich.
Naja, sei es drum. Auf jeden Fall will ich einfach drauf los schreiben ohne mit vorher Gedanken zu machen. Die mache ich mir so schon genug :-). Warum? Weil es mir gut tut. Ist das richtig oder falsch? Ich weiß es nicht. Es ist so, wie es ist. Wenn ein paar Leute mitlesen und daran irgendetwas wertvolles sehen, wäre das natürlich umso schöner für mich.
Das ist aber erstmal kein Muss. Ich schaue wo die Reise hingeht. Vielleicht kristallisieren sich irgendwelche Schreibstile oder Themen raus. Schauen wir mal.