Hallo liebe Sehnsucht. Da bist du ja wieder. Ich habe schon gemerkt, am Wochenende bist du besonders gerne bei mir. Wenn der Trubel aufhört und alles erledigt ist. Wenn das Wochenende nicht voll verplant ist. Ich weiß, ich habe dir lange die Tür zugesperrt, dich versucht zu ignorieren, alle Kraft dazu verwendet dich nicht spüren müssen.
Warum? Dich spüren zu können bedeutet, sich verletzlich zeigen zu können. Die Scham ablegen zu können, sich verletzlich zu zeigen. Das fällt mir ehrlich gesagt noch schwer. Ich hoffe du bist nicht zu hart zu mir.
Nimm Platz, mach es dir gemütlich. Ich kann dir erstmal nicht viel bieten, du darfst einfach da sein. Vielleicht finden wir zusammen raus was wir tun können? Vielleicht finden wir zusammen raus was uns gut tut? Wäre das ein Anfang für uns zwei?
Ich weiß so schnell ist es nicht getan. Da muss Vertrauen wachsen zwischen uns zwei. Das dauert. Was mir gerade auf dem Herzen liegt fragst du? Das ist lieb, dass du das fragst. Weißt du, manchmal würde ich mir diese Frage auch von meinen besten Freunden wünschen. Okay, konkreter von meiner besten Freundin.
Aber was würde ich dann erzählen? Vielleicht, dass ich mir auch mal jemand wünsche der mich einfach mal in den Arm nimmt, sich für mein Leben interessiert, sich für meine Sorgen interessiert, einfach mal stark ist für mich. Dem ich erzählen kann, dass sich manchmal einfach der Sinn nicht zeigt. Alle sind am Familie gründen, am Haus bauen, am Garten machen. Und ich? Ich weiß manchmal einfach nicht so richtig wo es hingehen soll. Manchmal fühle ich mich ein bisschen verloren.
Okay, ehrlich gesagt habe ich schon festgestellt, dass ich nicht der Typ bin für ein typisches gesellschaftliches Leben. Damit habe ich mich schon abgefunden. Ich interessiere mich für andere Dinge. Aber darf ich deswegen nicht trotzdem manchmal einfach jammern? Manchmal tut es einfach gut ein bisschen Bestätigung zu bekommen, dass das gut ist was du machst. Ein bisschen Trost zu bekommen, dass das schon wieder wird. Es nicht immer alleine schaffen zu müssen.
Ich bin stark. Das weiß ich. Ich habe schon viel geschafft. Aber ich will es nicht immer alleine schaffen. Ich will mich auch mal auf andere verlassen können. Auch wenn das gegen jede spirituelle Regel verstößt von wegen: „Liebe dich selbst, dann brauchst du niemand“. Das ist einfach Quatsch. Jeder braucht manchmal irgendjemand.
Und ich weiß, wann immer sich mal wieder Sinn nicht zeigt und ich mich verloren fühle …. kommt irgendwo immer ein Lichtlein her. Oh, zeigt sich da etwa ein bisschen Urvertrauen? Vielleicht. Vielleicht schaffe ich es ja immer mehr mich verletzlich zu zeigen. Auch gegenüber meiner Freunde. Denn ich weiß, dass Scham durch Verbundenheit geheilt wird. Und als schaff ich es tatsächlich mich zu öffnen. Auch wenn da immer noch eine Blockade da ist, ein Glaubenssatz der sagt, dass ich immer stark sein muss, dass ich nicht jammern darf, dass ich nicht wichtig bin.
Und wer weiß, liebe Sehnsucht, vielleicht können wir ja als auch mal ein bisschen Lachen wenn du da bist. Lachen über das Leben, mit all seinen Hoch und Tiefs und wie verrückt es manchmal läuft. Wie unberechenbar. Das würde ich mir wünschen für uns zwei. Aber jetzt bleib erstmal noch da und wenn du Lust zu gehen darfst du einfach gehen. Du musst mir nicht Bescheid sagen. Du bist immer willkommen.
„Unsere kleinen Irrtümer und Schwächen sind es, die uns liebenswert machen“ (Unbekannt).