Gefühlschaos / Selbstzweifel

Sie findet mich toll, sie findet mich anziehend, sie findet den Sex toll, sie mag mich sehr. Aber sie kann sich keine feste Beziehung vorstellen, weil für sie nicht genug passt für eine Beziehung. Die Gefühle reichen nicht.

Ich wollte es nochmal probieren ob ich es so weiter führen kann, mir selber beweisen. Lockerer sein, mehr Selbstbewusstsein haben. Nicht eifersüchtig sein, wenn sie was mit anderen Männern hat. Ich kann es einfach nicht genießen, weil da immer der Hintergedanke ist. Ich will sie mehr sehen, ich will ihre Freunde kennenlernen, ich will ihre Familie kennenlernen, ich will mit ihre in den Urlaub fahren. Ich will sie exklusiv für mich haben.

Meine Emotionen spielen wieder verrückt. Wieder leide ich. Ich mache mir Vorwürfe, dass es wieder an mir liegt. Dass ich wieder so emotional bin. Ein Wechselbad der Gefühle. Ich denke wieder ich bin stark genug für sie, sie will einen Mann der ihr mehr Halt gibt und emotional stabiler ist. Ein Mann der nicht so verletzlich ist, der nicht so leicht kränkbar ist.

Okay… Moment …. hat das wirklich immer was mit mir zu tun?

Ist das nicht auch ein Thema von ihr?

Kann ich mir nicht auch jemand wünschen der MIR etwas Stabilität gibt?

Gibt es nicht auch guten Seiten meiner vermeintlich „schlechten“ Eigenschaften?

Naja erstmal sollte ich vielleicht die Vorstellung entwickeln, dass es Frauen gibt, die mit mir eine feste Beziehung eingehen würden.

Wenn sie sich etwas anderes wünscht, als ich bin, beispielsweise jemand der ausgeglichener ist, mehr Sicherheit geben kann … Dann liegt es ja an ihren Wünschen und ist okay, aber hat nichts mir mit zu tun.

Ist es verwegen sich als Mann eine Frau zu wünschen, die fest mit beiden Beiden auf dem Boden steht und Halt gibt, weil man selbst vielleicht immer mal wieder vom Boden abhebt?

Es ist nun mal so, dass ich sprunghaft bin. Sowohl was die Handlungen angehen aber auch was meine Stimmung angeht. Niemals verletze ich aber jemand, oder schreie jemanden an, oder lasse meine Laune an anderer aus. Ich lege da sehr viel Wert auf Kommunikation was bei einem los ist. Kleine Veränderungen irritieren mich schnell.

Beispiele: Sie will auf einmal ihre Ruhe, sie meldet sich nicht in der Regelmäßigkeit wie sonst immer, sie ist abweisend. Ich habe da sehr feine Antennen. Da wird es emotional schnell wie auf einer Achterbahn. Ich kann das einfach nicht ablegen, die Gefühle sind da … Ich versuche das zu kommunizieren.

Ich kann aber auch sehr gefühlvoll, emphatisch, leidenschaftlich und inspirierend sein. Ich kann inspirierend sein, vielseitig interessiert. Ich kann total begeistert sein, wenn mich etwas interessiert. Ich kann aber auch einfach genervt sein ohne das es einen Grund dafür gibt.

Ich tue mich echt immer wieder schwer vorzustellen, dass mich jemand mit diesem gesamten Paket so annimmt. Das kann auch anstrengend werden mit meinem Launen. Das scheint wohl ein längerer Prozess sein. Ich habe auch mein Vater immer dafür abgelehnt wie er ist, und merke, dass ich genau die selben Eigenschaften habe wie er.

Glaube das ist ein Thema, dass es noch auszusöhnen gilt. Ich will nicht wie Papa sein, aber werde es immer mehr, je mehr ich zulassen und mich entdecke. Mein Papa war auch so anstrengend und überfordert und unsicher.

Ich bin kein Fan von Schubladen und will darauf rumreiten, aber für dich lieber Leser will ich vielleicht doch erwähnen, dass ich diagnostizierter ADHSler bin und wohl ein kleines Autismus Spektrum habe. Das trägt aber doch irgendwie zur Versöhnung bei.

Wichtig für mich ist es, dass ich in so emotionale Phase wie gerade meine Emotionen ausleben kann Ohne jemand zu verletzen natürlich :-). Sonst gräbt sich alles ein und ich bekomme Ängste und werde depressiv weil ich über alles nachdenke und anaysiere.

Ich muss springen, ich muss tanzen, ich muss mich schütteln, ich muss weinen, ich muss lachen.

Alles im Wechsel. Ich weine bei jeder Musik und jedem Film.

Aber irgendwie ist das gerade eine Weg mit dem ganzen Thema umzugehen und mit meinen Emotionen klarzukommen. Klingt bescheuert oder? Ist aber mein Weg.

Jetzt habe ich den roten Faden verloren. Egal. Muss nicht perfekt sein. Ist aber von Herzen.

J*** aus dem Kopf

Echt interessant wie man bei gewissen Themen immer wieder in die alten Muster fällt. Der absolute Klassiker bei mir: Keine Bedürfnisse haben. Wenn ich Bedürfnisse habe oder sogar äußere werde ich abgelehnt.

So finde ich doch immer wieder Frauen anziehend die sich nicht binden wollen, obwohl ich den Wunsch nach einer festen Partnerschaft habe. Das Gefühl der Nähe, der Anziehung, der Geborgenheit ist dann so schön, dass ich dann irgendwie dran bleibe und hoffe, dass sich schon was ergeben wird. Sie muss nur merken wie toll es mit mir ist / oder wie toll ich bin. Ich versuche dann mich anzupassen. Wenn ich nur immer mehr beweise, dass ich ein toller Partner wäre wird sie es schon irgendwann merken.

So läuft es auch mit dir:

Die Treffen sind wunderschön. Die Zeit vergeht immer wie im Flug. Von Anfang an war eine Vertrautheit da. Wir kommen uns von Mal zu Mal behutsam näher. Wir melden uns beide zurück wie toll wir es fanden und wie gerne wir Zeit miteinander verbringen. Ich bin hin und weg und kann mir vorstellen mich näher auf dich ein zu lassen.

Das erste Warnsignal: Du meinst du brauchst ewig bis du dich auf jemand einlassen kannst zwecks Beziehung und es am Ende doch immer wieder enttäuschend ist. Du interessierst dich für nicht monogame Beziehungsformen.

Okay, autsch. Irgendwas will mir da mein Körper sagen. Ich gehe mal drüber weg, weil ist ja so schön mit dir und das wird sich schon regeln. Du schleißt ja eine Beziehung mit mir nicht komplett aus. Du musst nur merken mit der Zeit wie toll ich bin.

Die Treffen sind weiterhin schön. Alles dazwischen eher frustrierend. Ich habe das Gefühl ich zeige mehr Initiative bezüglich weiteren Treffen und unserer Kommunikation. Ich spreche das an, du erklärst mir, dass du so viel Kommunikation durch Beruf und Alltag hast und daher eher mehr Ruhe brauchst. Ich habe das nicht und wünsche mir eher mehr Kommunikation. Nicht pausenlos aber so einmal am Tag eine kurze Nachricht wäre schön für mich.

Das zweite (dicke) Warnsignal: Du sagst wir müssen reden. Du sagst für dich ist alles okay so, aber du merkst, dass es für mich nicht okay ist. Du hast Recht. Du sagst, du kannst dir keine monogame Beziehung mit mir vorstellen. Nur eine Freundschaft Plus in der beide weiterhin offen kommunizieren und auf sich Acht gaben aber eben nicht im Rahmen einer monogamen Beziehung.

Ich bin richtig verletzt. Ich bin enttäuscht. Ich brauch erstmal Zeit für mich. Aber die Treffen sind doch so toll? Es läuft doch so gut? Wir haben so viel gemeinsam? Ich verstehe dich nicht. So viele Dinge die passen, da muss man doch zugreifen?

Ich melde mich wieder und sage wir können uns weiter treffen weil es ja eigentlich alles schön ist. Du wirst schon merken wie toll ich bin. In dieser Zeit arbeite ich an mir, so dass ich drüber stehen kann, wenn du was mit anderen Männern hast. Da müssen nur irgendwelche alten Wunden heilen. Das ist ja voll ego und altmodisch wenn man einer Frau sagt man will sie sexuell nur für sich.

Die Treffen sind weiterhin schön. Dazwischen frustrierend. Ich dachte ich rutsche in die Freundschaftszone (da wir beide sehr körperlich sind und gerne kuscheln), aber dann haben wir das erste Mal Sex. Du sagst das ist ein großer Schritt für dich bezüglich Vertrauen. Es war super für uns beide. Auch das passt irgendwie zusammen. Wir sind über Tage noch begeistert von unserem Abend. Vielleicht denkt sie jetzt doch so langsam an die Möglichkeit einer Beziehung.

Das dritte Warnsignal: Du sagst so ganz locker, dass du wahrscheinlich bald wieder anfängst zu daten. Autsch. Da tut irgendwas weh. Ich bin irgendwie sprachlos. Warum? Du sagst du bist kein Affären Typ. Du sagst du brauchst ewig bis du dich auf jemand einlässt. Du sagst du brauchst nicht unbedingt Sex und kannst auch drauf verzichten. Du sagt du hast kaum Zeit für Partnerschaft. Ich verstehe das nicht.

Die Treffen sind weiterhin wunderschön. Ich spreche das Thema an und sage, dass ich nichts von deinen Dates wissen möchte, weil mich das verletzen würde. Du sagst du findest gut, dass ich das sage und meinst auch, dass du momentan sowieso keine Lust auf Dates mit anderen hast. Du sagt du möchtest von meinen Dates aber alles wissen. Also für dich passt diese Abmachung.

Das vierte Warnsignal: Du versicherst mir, dass du gerade ohnehin nicht an Dates mit anderen denkst. Du sagst mir du würdest wenn sowieso nicht davon erzählen wollen. Du sagst mir, falls was ernst werden sollte du es mir dann schon sagen würdest.

Autsch. Irgendwas tut da weh. Hä!? Du spricht immer davon, dass du nichts festes (monogames) willst, du mir aber Bescheid gibst wenn es was ernstes geben soll? Du willst keine monogame Beziehung allgemein oder keine monogame Beziehung mit mir!? Wenn sich das was ernstes (besseres) ergibt werde ich abgelöst!? Ich habe Angst vor dieser Frage und der Wahrheit dahinter. Könnte ja an mir liegen.

Wenn ich mich hinstelle und dir sage was ich mir wünsche für unser Zusammen … Regelmäßiger Kontakt, regelmäßige Treffen, Monogamie … dann wirst du mir nicht entgegenkommen. Tief im Inneren weiß ich das. Ich werde das beenden müssen. Ich habe Angst davor. Die Treffen sind doch so wunderschön. Finde ich jemals wieder jemand, bei dem so vieles passt?

Einmal wieder einen Schritt heraus:

Und wieder habe ich eine alte Geschichte die sich immer wieder wiederholt. Ich unterdrücke meine Bedürfnisse, passe mich an. Ich brauche ja niemand! Aber irgendwie doch! Wenn ich mir nur noch mehr Mühe gebe wirst du schon merken wie toll ich bin. Ich habe Angst dich zu verlieren. Bitte gebe mir mir Sicherheit. Man, warum brauche ich diese Sicherheit, kann ich das nicht optimieren?

Diese Geschichte ist eine Vertraute. Ich habe von früh auf gelernt, dass ich auf diese Weise Bindung zu mir wichtigen Menschen sichern kann. Wenn ich mich hinstelle und mich zeige, werde ich abgelehnt. Aber man muss sagen: Diese Geschichte kann sich nur wiederholen, wenn man die dazu passenden Frauen aussucht.

Komischerweise kenne ich auch die andere Seite. Wenn eine Frau was festes mir mit will, dann ziehe ich mich zurück. Die Ursache bleibt die gleiche: Angst vor Ablehnung. Angst, dass meine Grenzen überfahren werden und ich nicht mit gestalten kann. Angst Bedürfnisse zu zeigen. Angst vor emotionaler Nähe.

Ich komme zum Ende, versprochen:

Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich eine Beziehung mit Verbindlichkeit suche. Mit Verlässlichkeit. Mit Sicherheit (auch wenn es die nie ganz gibt). Aber zumindest mit dem Verspechen, dass wir es versuchen und in dieser Zeit exklusiv für uns bleiben. Wir können über alles offen reden. Ich denke immer es liegt an mir, dass ich mich verändern muss. Alle reden von offenen Beziehungen, Freundschaft Plus, Polygam und so weiter.

Ich kann da nicht mithalten. Ich scheine durch meine Erfahrungen nicht sicher genug aufgestellt zu sein. Ich habe mich schon sehr gut weiterentwickelt. Ich kann meine Bedürfnisse kommunizieren, ich kann Meinungsverschiedenheiten mal stehen lassen. Ich kann mich immer mal wieder verletzlich zeigen und dadurch Nähe erzeugen. Aber es darf auch mal so sein wie es ist.

Ich wünsche mir, dass ich wieder die Chance erhalte auf eine Frau zu treffen die sich eine feste Beziehung mit mir wünscht. Ich stelle mir vor, dass man mit so einer Frau Kompromisse findet. Ich stelle mir vor, dass diese Frau meine Eigenheiten akzeptiert weil ich es ihr wert bin. Ich stelle mir vor, dass ich die Eigenheiten dieser Frau akzeptiere, weil sie es mir wert ist.

Ich wünsche mir, dass ich dann auch endlich zugreifen kann. Ohne irgendwelche Dinge zu suchen die schlecht an ihr sind, nur um ein Argument zu haben um sich aus der Umklammerung zu lösen. Wenn ich ihr kommuniziere, was in mir los ist und warum, wird sie es verstehen wenn sie die richtige ist.

Ich denke, ich habe mich nun oft genug verbrannt. Nun gilt es nur, mich frei zu machen von der aktuellen Situation.

To be continued …. Bitte her mit den Kommentaren, ich freue mich sehr darüber 🙂

Vom Kopf in den Körper: Keine Orientierung

Wie war das nochmal? Das Leben stellt einem immer die Herausforderungen die es Weiterzuentwickeln gilt. Irgendwie so. Auf jeden Fall trifft das gerade wieder voll auf mich zu. Ich muss mir eingestehen, dass ich (mal wieder) die Orientierung verloren habe. Mir fehlen stützende Elemente die meinen luftigen Kopf / mein luftiges Wesen einfangen.

Die Orientierungslosigkeit geht auf der Arbeit los. Ich bin im strategischen Management tätig in einer Firma ohne Ziele/Konzepte/Visionen. Ohne Führung. Ich muss mich selbst organisieren, mich selbst motivieren, mir selbst Ziele suchen. Wenn ich einen Monat nichts tun würde, würde das niemand auffallen. Oft komme ich doch immer wieder in die Kreativität, habe sehr viele Ideen, aber es tut sich nichts.

In den Besprechungen dreht man sich immer um die gleichen Themen, alle jammern, nichts wird entschieden, nicht bewegt sich. Warum habe ich den Anspruch das alles meistern zu können? Den Anspruch niemand brauchen zu müssen? Ich würde das gerne können, aber ich kann es nicht. Ich bin jeden Tag wieder frustriert und wütend.

Ich brauche Sinnhaftigkeit, Erfolgserlebnisse, Feedback. Irgendwas aus dem ich schöpfen kann. Dann komme ich nach Hause bin erschöpft und frustriert und frage mich was ich heute überhaupt erledigt habe. Irgendwie habe ich krampfartig an allen möglichen Themen rumgedoktert, Hauptsache dass ich irgendwas getan habe. Hauptsache, dass ich diese Sinnlosigkeit nicht spüren muss.

In meinem Privatleben habe ich tatsächlich auch wenig Struktur. Ist irgendwie ziemlich schwer, wenn man von der Arbeit so erschöpft ist (obwohl man nichts sinnvolles geleistet hat) sich seine Freizeit erfüllend zu gestalten. Eigentlich sollte das keine Jammerei werden, aber jetzt ist es das trotzdem geworden :-). Sorry, aber das ist halt grad nunmal da.

Ich will kennenlernen, wie für mich ein guter, erfüllender Tag aussieht. Ich will kennenlernen was mir Kraft gibt. Ich will kennenlernen was ich will. Und das geht nur, wenn ich mit den Antennen bei mir bleibe und nicht irgendwo anders bin. Ich will zu mir und meinen Bedürfnissen stehen können. Ich will zu meinen Grenzen stehen können.

Wisst ihr was mir letztes Jahr am meisten Spaß gemacht hat? Freunden helfen beim Baumhaus bauen und Parkett verlegen. Das macht mich echt nachdenklich. Ist es das Helfen was mich dabei erfüllt? Ist es die Gesellschaft? Ist es das Erfolgserlebnis?

Ich denke es wäre zu krass jetzt alles hinzuschmeissen und Bodenleger zu werden 🙂 Aber es gilt herauszufinden wie ich Elemente die mich dabei glücklich gemacht haben in meine Arbeit integrieren kann. Wie könnte so ein Job aussehen in meinem Bereich der ähnliches beinhaltet.

Und ich sollte mal die Idee ablegen in allem der Beste sein zu wollen. Ich sollte mal aufhören der Anerkennung meines Papas hinterherzulaufen. Aber eines nach dem Anderen.

Wie geht es euch damit? Gerne in die Kommentare!

Vom Kopf in den Körper: Erzähl doch mal

Ganz im Sinne „mir etwas Gutes tun“ bin ich gestern Abend für 2 Stunden ins Hallenbad. Wenn mein Kopf in den „Wattemodus“ geht, ertrage ich eigentlich keine Geräusche von fremden Menschen. Dann will ich mich einfach nur abschirmen. Nichts desto trotz, habe ich versucht mich vorher schon den Tag über immer mal wieder zu erden. Es ist echt unglaublich wie oft am Tag mein Körper in den „Wattemodus“ geht und ich irgendwie wieder Kontakt zu mir herstellen muss.

Ist wohl eine Übungssache. Naja, jedenfalls habe ich festgestellt, wenn ich bei mir bin, mich selbst spüre, dass ich tatsächlich andere Geräusche da sein lassen kann ohne von diesen gestört oder überfordert zu sein. Echt faszinierend. War ein tolles Gefühl. Und trotzdem konnte da ein Gefühl von Einsamkeit und der Wunsch nach Kontakt zu einem Menschen da sein ohne mich komplett einzunehmen.

Dieses alte Gefühl von ich bin alleine, ich bin einsam, ich bin traurig, ich bin hilflos kommt häufig, oft ohne Zusammenhang. Ich denke es ist normal, dass jeder Tag Schwankungen bezüglich Energie, Motivation und Laune hat. Wenn ich nicht voll funktioniere und motiviert bin tut sich bei mir sofort ein Widerstand auf. Auch heute wieder. Orientierung verloren.

Ich verkrampfe, ich zitter, meine Ohren pfeifen, ich werde nervös, ich bin traurig, ich bin hilflos. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Ich kann nicht mal jemand zuhören. Bloß weg mit diesem Zustand. Ich wünsche mir Halt, ich wünsche mir Kontakt. Bleibt bitte jemand bei mir bis es wieder weiter geht? Kann mich jemand an die Hand nehmen und mit mir gemeinsam den Weg gehen? Kann mir jemand zeigen wo man da lang laufen muss?

Es wird Zeit einen liebevollen Umgang mit solchen Momenten zu finden. Und zu üben. Es wird Zeit die Perspektiven zu wechseln. Da sind die alten Gefühle die da sein dürfen und daneben steht ein Erwachsener der Halt gibt, zuhört und weiß was zu tun ist.

Ich möchte, dass jemand zuhört und da bleibt. Einfach da sein.

Wird Zeit Ressourcen zu entdecken die irgendwo schon da sind. Tief im Inneren.

Vom Kopf in den Körper: Im Möbelhaus

Das war eine Herausforderung gestern und irgendwie im Nachhinein fast zu viel für mich, beziehungsweise für mein Nervensystem. Auf der Suche nach einer Kommode und Garderobe bin ich mit meiner zu zwei Möbelhäusern gefahren. Es war viel los überall, ich habe nichts passendes gefunden, und meine Mutter hat mich aufgeregt.

Was passiert bei mir, wenn das Nervensystem überlastet wird? Vieles, aber die entscheidendste Sache ist, dass ich nicht mehr in Kontakt mit mir und anderen bin. Ich kann nicht mehr denken, ich kann mich nicht mehr konzentrieren, ich weiß nicht mehr was ich will. Und dann ist da meine Mutter, die ebenfalls nicht die Führung für mich übernehmen kann (und natürlich auch nicht muss).

Die Kunst ist es hier, auf das Nervensystem einwirken zu können. Wieder Ordnung reinzubringen und erstmal wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Beschreiben was ich sehe, wie fühlt sich was an, was mache ich jetzt und ganz wichtig: Erstmal feststellen und akzeptieren, dass man jetzt gerade raus ist.

Das Nervensystem sollte gesund pendeln zwischen Spannung und Entspannung und es sollte auch Nuancen geben. Nicht nur maximal eine Richtung und maximal die andere Richtung. Also nicht so wie bei mir :-). Was habe ich also gemacht?

Ich habe kommuniziert, dass mir das grade alles zu viel ist. Wir sind nach Hause gefahren und ich habe erstmal versucht mich wieder zu erden und in Kontakt mit mir selbst zu kommen. Auf die Couch legen und ausruhen bringt da übrigens überhaupt nichts, auch wenn die Erschöpfung danach schreit. Es ist dann gerade zu viel Ladung im Nervensystem die erstmal verarbeitet werden muss.

Bei mir kommt dann immer eine alte Angst dazu. Eine Angst, dass dieser Zustand jetzt erstmal eine Woche anhalten wird und ich meinen Alltag nicht schaffe vor lauter Erschöpfung und gleichzeitiger Anspannung. Diese Angst war auch berechtigt, weil ich tatsächlich hilflos meinem Nervensystem ausgesetzt war.

Und diesmal war es anders, ich merke Ergebnisse!!! Ich bin dann zu Hause relativ schnell wieder ins Hier und Jetzt gekommen durch einfach kleine Tätigkeiten die ich bewusst ausführe. Mein Nervensystem will immer wieder in die totale Anspannung zurück springen. Macht nichts. Ich hole es sanft wieder zurück. Und wenn es zwanzig mal sein muss.

Da kommt Frieden und Freude auf. Oh man Gott okay, ich kann innerhalb einer Stunde zwischen totaler Frustration und Anspannung zu Freude und Entspannung wechseln???? Das kannte ich so nicht. Übrigens habe ich tolle neue Erkenntnisse zu diesem Thema aus einem Buch, welches ich am Ende zeigen werden. Das würde jetzt aber alles den Rahmen sprengen. Ich werde in Zukunft sicherlich noch öfters darauf eingehen.

Laurence Heller / Aline Lapierre – Entwicklungstrauma heilen

Vom Kopf in der Körper #1

Okay, okay. Gar nicht so einfach mit dem im Hier und Jetzt sein. Ich merke wie ich schon morgens nach dem Aufstehen in alte Muster will. Wie sieht das aus?

Schnell, schnell, schnell. Nicht bei der Sache. Von einem zum nächsten Jagen. Hauptsache die Erschöpfung holt mich nicht wieder. Ich weiß gar nicht was ich heute machen will. Ich muss doch irgendwas machen. Okay, verdammt, ich setze mich auf die Couch und schaue mir kurzweilige YouTube Videos an. Mal schauen was dann passiert. Oh schon 2 Stunden rum, nicht erledigt. Verdammt ich habe Hunger, ich habe ja gar nichts im Kühlschrank. Und irgendwie dröhnt mir der Kopf von dem ganzen in den Bildschirm schauen. Ich bin frustriert. Ich bin traurig. Was brauche ich jetzt? Ich habe keine Ahnung….

Ich muss klein anfangen. Morgenroutine, okay. Aufstehen, Öl ziehen (dabei rumlaufen !?), 2 Gläser warmes Wasser um die Verdauung in Schwung zu bringen, Küche aufräumen, auf die Matte Übungen machen. Klingt vernünftig oder? Da gibt es einen Haken … ich nicht nicht bei der Sache. Dementsprechend ist es auch irgendwie nicht wohl tuend. Ich denke was ich heute alles so machen soll. Oh mein Gott.

Ich muss kleiner anfangen. Ich brauchen Unterstützung, ich brauche Hilfe. Mal im Internet schauen. Und tatsächlich habe ich einen tollen Artikel gefunden, der kein allgemeines Bla Bla enthält mit Atem, Yoga, Gefühle zulassen, Sport usw., sondern wirklich an den Basics anfängt.

SCHRITT 1: BESCHREIBE WAS DU TUST

Das klingt so bescheuert, aber wirkt irgendwie. Ich rede mit mir selbst (laut kann ich ja, weil ich alleine wohne, ansonsten leise) und beschreibe was ich gerade mache. Beispiel: „Ich nehme den Medizinball, der Ball ist schwer, ich lege ihn zur Seite. Ich gieße die Blume, die Blätter fühlen sich glatt an. Ich schreibe einen Beitrag, ich höre den Nachbarn hämmern. „

Das muss nicht perfekt sein, sonst ist es wieder zu viel wollen. Aber irgendwie ist es eine gute Übung im Hier und Jetzt zu sein, den Kopf ruhig zu bekommen und tatsächlich auch um wieder zu Lernen sich auszudrücken zu können. Einen Wortschatz zu haben.

Übrigens: Beobachtet mal kleine Kinder, wenn nichts von außen kommt und sie sich einfach mit sich selbst beschäftigen (das können ja viele gar nicht mehr). Ich beobachte bei den kleinen meiner Schwester wie sie mit sich selbst reden (flüstern). Sie kommentieren ihre Handlungen, wie so ein Moderator einen Sportler. Das finde ich echt faszinierend. Aber sie sind voll bei der Sache. Dadurch macht meine Technik finde ich zumindest auch Sinn und ist irgendwie doch nicht so bescheuert.

Vom Kopf in den Körper

Eigentlich kann ich schon immer gut schreiben. Ob in der Schule bei Diktaten und Aufsätzen oder im Beruf bei der Formulierung von E-Mails. Ich kann erzählen über alle möglichen sachlichen Inhalte zu allen möglichen Themen. Ich kann mich gut in andere einfühlen und Ratschläge geben. Zu allen möglichen Themen.

Was ich nicht so gut kann ist mich selbst zu spüren und in Worte fassen wie es mir gerade geht. Wenn mich jemand fragt wie es mir geht, weiß ich es nicht. Ich weiß oft nicht was ich will und was nicht. Stattdessen bin ich im Kopf mit irgendwelchen Gedanken, die sich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigen. Hauptsache nicht im Hier und Jetzt mit mir.

Das interessante ist, dass man den Körper nutzen kann um Gefühle zu fühlen. Es heißt ja auch GeFÜHLE. Ich will lernen beschreiben zu können was ich fühle. Also mit dem Körper natürlich. Beispiel: Die Tasse fühlt sich warm und glatt an. So banal das klingt, so schwierig ist das. Und es ist wohl ein Prozess mit vielen kleinen Schritten und Rückschritten.

Aber das ist die Basis um im Nachhinein mit dem Kopf! aus dem gefühlten Bedürfnisse abzuleiten und anschließend zu handeln. Ich möchte endlich mehr über mich sagen können. Stand jetzt gibt es meist nur „komische Gefühle“. Oder „unangenehme Gefühle“. Das würde ich gerne ändern.

Loslassen aber wann?

Ich mag hören wie es ihr geht. Ich mag hören wie ihr Tag so ist. Ich mag hören was sie fühlt. Ich mag Sie sehen. Ich mag Sie riechen. Ich mag Sie ganz nah bei mir haben.

Ich mag erzählen wie es mir geht. Ich mag ihr erzählen wie sehr ich sie mag. Ich mag ihr erzählen wie toll sie ist. Ich mag ihr erzählen wie sehr ich sie vermisse. Ich mag mich verletzlich zeigen. Ich mag mich öffnen.

Aber das geht nicht ….

Sie will mit mir nicht weiter gehen. Ich muss mich zurückhalten. Ich muss mich verstellen. Ich kann nicht offen und ehrlich sein. Die Gefahr ist zu groß wieder verletzt zu werden durch die Zurückweisung von ihr. Die Angst ist zu groß vor der Tatsache, dass es keinen Sinn mehr macht und der Kontakt beendet wird.

Ich muss kalt und nüchtern mit ihr kommunizieren. Ja keine Verletzlichkeit zeigen. Ja nicht zu viel Zuneigung zeigen. Die Hoffnung lodert immer wieder auf, dass sie merkt, dass ich toll bin. Dass sie es sich anders überlegt. Ich spüre die kleinen Verletzungen.

Ich spüre die Eifersucht wenn Sie sich mit anderen Männern trifft. Jedes Mal trete ich einen Schritt zurück und versuche mit zu distanzieren. Ich hasse mich dafür, dass ich Gefühle habe und verletzlich bin. Ich hasse mich dafür, dass ich ein Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit habe. Ich hasse mich dafür, dass ich unverbindlichen Sex nicht von Gefühlen trennen kann.

Aber so bin ich nunmal … und das tut immer noch weh…

Quatschkopf #1

Das ist meine Wut. Die darf da sein. Ich muss niemand beschimpfen, niemand weh tun, aber sie darf da sein. Wenn jemand meine Bedürfnisse verletzt ist da Wut. Sie ist wieder zurückhaltender, kommuniziert wieder weniger. Ich habe das Bedürfnis öfters von ihr zu hören, sie öfter zu sehen.

Ich habe Angst, diese Bedürfnisse zu äußern. Es ist halt auch ihr gutes Recht ihr Tempo zu gehen. Ich dachte immer es wirkt schwach wenn ich einer Frau kommuniziere, dass ich sie gerne öfters sehen möchte. Aber ist es da wirklich? Sie kann sich ja dazu äußern und mir erzählen was ihre Bedürfnisse sind, und dann gemeinsam Lösungen finden.

Sollte es so ablaufen? Verhält man man sich so in Beziehungen? Sorry, ich habe das nicht gelernt … Ich habe dafür gelebt, es anderen recht zu machen, dass ich geliebt werde. Die Gefühle die auftreten, wenn eins meiner Bedürfnisse nicht erfüllt wird sind alte Gefühle. So habe ich bis jetzt immer reagiert. So habe ich es gelernt. Wobei die Wut erst später dazugekommen ist, die hatte ich komplett außen vor gelassen.

Hält das ein Mensch aus, wenn ich ihm sage, dass ich das gerne anders möchte? Ich habe Angst davor verlassen zu werden. Aber entsteht nicht dadurch erst eine Verbindung zwischen Menschen? Der Versuch ist ein großer Schritt, ich muss mich trauen. Es wird Leute geben die mir Sie können das nicht erfüllen. Das könnte weh tun. Aber wenn sie es erklären und sich mir öffnen, dann ist da vielleicht ein Verständnis.

Und es wird Leute geben die das gerne machen. Die mich verstehen. Ich mag nicht „alles locker“ , „Freundschaft Plus“ , „Polygam“ und so weiter. Ich mag das nicht. Aufgrund meiner Vergangenheit habe ich eine Sehnsucht nach einer festen Bindung. Sehnsucht nach einer festen Partnerschaft. Ich schäme mich ein bisschen dafür. Ich setzte das mit Schwäche gleich. Dass ich das nicht aushalte. Dass ich da nicht locker drüber weg sehen kann. Aber ist das nicht Blödsinn?

Quatschikopf

Okay … es ist wieder soweit … es hat dich erwischt … du bist verletzt. Sie meldet sich nicht mehr und das hätte ich niemals von ihr erwartet. Wir hatten alles bis hierhin kommuniziert, alle Bedürfnisse. So erwachsen, so auf Augenhöhe.

Meine Gefühle erleben gerade ein Chaos. Ich bin traurig und wütend im Wechsel. Ich kann ihr eigentlich nichts vorwerfen, wir sind nicht zusammen, wir sind kein Versprechen eingegangen. Aber ich hab wohl nicht ausreichend klar gemacht, wie wichtig mir diese Offenheit und Ehrlichkeit ist.

Habe ich mir wieder den falschen Typ Frau ausgesucht? Eine lockere, unabhängige, „es langsam angehende“ Frau. Sie hatte ja erwähnt, dass es lange bei ihr dauert, bis sie irgendwas Beziehung nennt. Waren das Warnzeichen für mich? Wollte ich wieder locker und cool sein und meine Bedürfnisse über Board werden?

Ich brauche wohl aufgrund meiner Vergangenheit eine sehr offene Kommunikation und irgendwie auch ein Commitment der Ehrlichkeit. Ich weiß … es gibt nie die vollkommene Sicherheit …. aber kann man die nicht doch irgendwie ein Stück weit entgegenbringen?

Brauche in einen Partner der bereit ist mir ein Stück weit entgegenzukommen? Der diese Baustellen in Kauf nimmt? Versuche ich wieder meine Verletzlichkeit zu verleugnen? Wie auch immer …

Fakt ist, dass die Gefühle gerade nunmal da sind. Um mich nicht weiter zu verletzen muss ich mich abgrenzen. Muss ich mich ihr gegenüber etwas abgrenzen. Falls sie sich doch meldet ist hier ehrliche Kommunikation notwendig. Es ist notwendig zu kommunizieren was meine Bedürfnisse bezüglich Kommunikation sind. Spätestens dann wird sich zeigen, was Sache ist.

Ich werde jetzt das beste geben und meine Wunde lecken und sehr auf mich aufpassen. Wenn alles abflacht kann ich mir nochmal mehr Gedanken zu meiner Frauenauswahl machen. Kann da vielleicht mit Hilfe von außen mal tiefer rein schauen.

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persönlicher Blog von Tanja Wendel

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