Was will ich?

Diese Frage tritt bei mir in letzter Zeit recht häufig auf. Ich glaube zum Einen, weil irgendetwas noch nicht ganz passt in meinem Leben und zum anderen, weil ich noch lernen muss damit umzugehen. Faszinierend wie ich doch aus alter Gewohnheit sofort unangenehme Gefühle und Gedanke wegdrücken will. Das gilt es zunächst erstmal das zu erkennen.

Ich glaube da bin ich mittlerweile schon ganz gut weiterkommen. Erschreckend ist nur, wie oft ich aus alter Gewohnheit sofort alles unterbinde will, was unangenehm sein könnte. Aus Angst es nicht zu ertragen oder dass es nicht weggeht. Aber mittlerweile weiß ich ja, dass es anders geht. Nun sind sie also da … die Gefühle und Gedanken … ich lasse sie mal da sein ohne in Panik zu geraten … ich versuche sie so liebevoll wie möglich anzunehmen …

Ziemlich heftig plagt mich in letzter Zeit wieder ein ungutes Gefühl was meinen Job angeht. Ich sage es anders: Ich glaube schon lange Zeit plagen mich ungute Gefühle was meinen Job angeht, nur jetzt kann ich die Gefühle langsam zulassen und mit einigermaßen ausreichend Abstand anschauen. Ich sehe momentan echt wenig Sinn in meinem Job und durch Corona ist es aktuell noch akuter. Noch akuter daher, da einfach weniger los ist.

Ja, ich trau es mich kaum auszusprechen, aber ich bin unterfordert und gelangweilt. Ich habe einen Job angenommen der weitgehend auf strategischer Abend beruht. Mit ganz viel Freiheiten. Eigentlich will hier kaum jemand was von mir. Was ich anfangs total gut fand, war doch mein vorheriger Job das Gegenteil. Aber ich tue mich gewaltig schwer, so ohne Ziele und Vorgaben von Oben ausreichend Motivation zu finden.

Zudem ist es so, dass alle angefangen Aufgaben irgendwo bei anderen Abteilungen oder Personen liegen und dort keine Priorität haben. Heißt, ich fange etwas an, dann liegt es teilweise Monate irgendwo anders, und nichts wird richtig fertig. Und ich hab teilweise einige Dinge anfangen, die jetzt einfach irgendwo liegen. Zugegeben, es gäbe bestimmt noch ein paar Dinge die ich noch anfangen könnte …. aber das macht für mich keinen Sinn. Und dadurch ist da irgendwie keine Motivation mehr da.

Es bleiben die Erfolgserlebnisse aus und das macht mich sehr unzufrieden zur Zeit. Ich bin schon froh, dass ich mir immerhin eingestehen kann, dass ich solche Erfolgserlebnisse wohl brauche. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, war ich schon immer mehr der „Schaffer“ als der „Denker“. Einer der gerne anpackt und einfach macht. Ich habe letzt bei einem Freund im neues Haus beim Boden Legen geholfen. Ich habe für alle Räume die Isolierung zurecht geschnitten und verlegt. Ich habe das sehr eifrig gemacht. Ich habe das gern gemacht.

Aber das beste kam dann von meinem Freund: „Du bist richtig bei der Arbeit aufgegangen, ich hab die noch nie etwas so glücklich machen sehen“. Bähm! Ich glaube das sind so kleine Zeichen die man auch ernst nehmen sollte. Sagen es doch die Freunde die einem schon seit vielen Jahren kennen. Aber was hat mich davon weggebracht? Ich glaube ich weiß es mittlerweile. Fremde Glaubenssätze und Wertvorstellungen. Vor allem von meinem Eltern und der Gesellschaft. Und diese treffen auf ein schwaches Selbstbewusstsein.

Auch in meinem jetzigen Job gab es ab und zu Zeichen. Wenn ich teilweise „einfache“ operative Tätigkeiten mache. Die ich eigentlich gar nicht machen müsste. Aber da spüre ich Motivation. Etwas ordentlich und sauber fertig machen. Und das gute Gefühl, was geschaffen zu haben. Nur leider kommt das viel zu selten vor. Nur diese Sachbearbeiter Tätigkeiten kollidieren gewaltig mit immer noch wirkenden Anspruch nach Karriere. Ich habe doch studiert! Du muss man doch immer weiter auf der Karriereleiter! Oder?

Nein! Muss man nicht! Muss ich nicht! Ich kann diese Selbstdarstellung, Ellenbogengesellschaft, teilweise kindischen Verhaltensweisen in den Managementkreise nicht ertragen. Ich kann das nicht. Ich bin ehrlich, fair und stehe für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung. Ganz schwer komme ich mit Personen aus der „Boomer-Generation“ zurecht. Für die nur Statussymbole zählen. Wer hat den höheren Posten? Wer hat mehr zu sagen? Wer bekommt das dickere Geschäftsauto? Wer hat das größere Haus? Ich könnte noch weiter machen. Und ja, es sind nicht alle so.

Aber in meiner Branche tümmeln sich echt viele davon rum. Und ja, natürlich hat das auch mit meinem immer noch nicht ganz verarbeiteten Groll auf meinen Vater zu tun. Der genau das für mich wollte, weil er es selbst nicht hinbekommen hat. Der mich immer mir Druck erzogen hat. Für den solche Statussymbole alles über den Wert eines Menschen aussagen. Und diesere innere Kampf macht auch ihm zu schaffen. Da bin ich mir sicher. Ich bin in vielerlei Hinsicht so wie er. Auch er kann nicht gut mit Druck umgehen. Auch er ist eher „empfindlich“ was zu viel Stress und Überarbeitung angeht.

Aber anstatt zu reflektieren und diesen Widerspruch anzunehmen und zu heilen hat er ihn nochmal verstärkt an mich weitergegeben. Nun ist es meine Aufgabe diesen Widerspruch zu heilen. Aber ich schweife ab. Fakt ist, ich bin gerade dabei raus zu finden was ich will, was mir gut tut, was möglich ist. Das ist ganz neu für mich. Und momentan habe ich die Befürchtung dass rauskommt, dass ich was ganz anderes machen muss um langfristig glücklich zu sein. Dass ich finanziell von vorne anfangen muss. Dass das Geld nicht reicht.

Aber vorher habe ich meinem Chef mögliche Veränderungen besprochen. Hin zu mehr operativer Arbeit. Er hat gesagt, das is möglich. Ich bin gespannt ob es auch wirklich klappt. Dann ist das vielleicht nicht die Lösung bis zu meinem Lebensende, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Der „Marlboro Man“

Immer wieder taucht bei mir ein innerer Konflikt auf. Dieser Konflikt ist schon sehr lange da und immer habe ich versucht dieses unangenehme Gefühl zu verdrängen. Erst jetzt, im Rahmen meiner Psychotherapie, komm ich so langsam Stück für Stück dahinter woher diese Konflikte kommen.

Und da kommt auch wieder meine Hochsensibilität ins Spiel. Ich fühle mich tief im Inneren oft nicht männlich genug, hart genug, belastbar genug. Dazu die Stimme die sagt: „Was wenn du eine Leitungsposition hättest, wenn du Kinder hättest, wenn du ein Haus/Baustelle hättest?“ … „Du würdest das nicht schaffen!“

Diese Glaubenssätze kommen immer wieder und lösen bei mir Konflikte aus, die ich mittlerweile immerhin wahrnehmen kann aber noch dabei bin diese Stück für Stück aufzulösen. Ich rede mir meine Hochsensibilität schön: „Ich will sowieso keine Karriere“ … „Ich will sowieso keine Kinder“ … „Ich trinken sowieso ungerne Alkohol“ … „Ich rauche sowieso nicht gerne“ … „Ich verzichte auf übermäßigen Konsum“ … „Ich lese gerne“ … „Ich bin gerne in der Natur“ … „Ich gehe gerne spazieren mit Freundinnen“ …

Einerseits stimmt das alles auch zu großen Teilen. Andererseits widerspricht das einer tiefen inneren Stimme, die sagt wie ich sein möchte. Diese Stimme sagt: „Sei ein richtiger Mann“ … „Sei draufgängerisch und nicht so schüchtern und lieb“ … „Sei nicht so ruhig“ … „Jammer nicht so viel und beiß die Zähne zusammen“ …. Kurz und knapp: Ich will sein wie der „Marlboro Man“ auf den alle Freue stehen: Rauchen, Trinken, nichts gesunde Ernährung und Lebensweise, wenig Schlafen, viel Arbeiten, Feiern gehen, Frauen aufreißen, Sagen wo es lang geht.

Und ich rede mir ein: Das was ich jetzt alles so tue, muss ich halt tun, weil ich eben empfindlich und hochsensibel bin und mein Körper mir nichts verzeiht. Ich denke man kann den Konflikt erkennen. Woher kommen diese Glaubenssätze? Ganz klar aus meiner Kindheit. Ich musste immer für Mama da sein und Mama beschützen vor Papa, Papa nimmt mir das übel und sagt mir, dass ich ein Muttersöhnchen bin. Mama spielt die Harte und ungerecht behandelte und vermittelt, dass man immer die Zähne zusammenbeißen muss und nicht jammern darf. Über Gefühle und Schwäche wird sowieso nicht gesprochen.

Man darf sowieso nie krank sein. Man muss immer Leistung bringen. Papa hat es nie soweit gebracht, was er gerne über meine Karriere kompensieren möchte. Mama findet sowieso, Papa hat es zu nichts gebracht. Ich könnte noch ein paar Dinge aufzählen aber ich denke, man weiß worum es geht. Ich will der harte, erfolgreiche Mann sein und nicht das weiche Muttersöhnchen.

Darunter haben auch meine zurückliegenden Beziehungen gelitten. „Ich bin nicht stark genug“. Deshalb fällt es mir schwer Frauen kennen zu lernen, da ich ja denke: „Ich bin nicht stark genug“. Ich bewundere meine Freunde die Frauen einfach offensiv ansprechen und zum Tanzen auffordern. Und ich date auch noch Frauen, die solche Männer suchen und wundere mich dann, dass daraus keine Beziehung wird. Möglicherweise versuche ich auch noch mich zu verstellen und das merkt man natürlich irgendwann.

Und dieser Glaubenssatz kommt immer wieder und beschert mit ein ungutes Gefühl bei dem wie ich bin und was ich tue. Was kann ich tun? Ich kann diese Glaubenssätze nicht löschen. Aber ich kann sie erkennen und dann hinterfragen mit viel Mitgefühl. Ich darf mir Frauen aussuchen, die nicht auf „Marlboro Männer“ stehen sondern auf ruhig, verlässliche, vertrauensvolle Männer stehen. Auch wenn ich es manchmal nicht glauben will, ich denke solchen Frauen gibt es und diese passen dann auch zu mir.

Im Zuge des Ganzen versuche ich gerade auch meine Werte und Ziele neu auszuarbeiten und zu schauen was und warum mir wirklich wichtig ist. Das ist wirklich schwer, weil ich noch nie so wirklich auf meine innere Stimme gehört habe und noch dabei bin die Sprache zu verstehen. Auf jeden Fall ist es wohl nicht gut meine Werte von oben damit zu begründen, dass ich das halt machen muss, weil mir nichts anderes übrig bleibt, weil ich so empfindlich bin.

„Du bist empfindlich!“

Ich merke immer wieder wie sich dieser Satz bei mir eingebrannt hat. Und immer das Gefühl nicht gut zu sein dazu. Aus meinen Therapiestunden komme ich immer wieder raus mit dem Ergebnis: „Nehmen Sie sich so an wie Sie sind“. Das bleibt wohl eine Lebensaufgabe für mich.

Und doch ist es immer Vergleich mit anderen. Der Vergleich mit anderen Männern und deren Wirkung auf Frauen wodurch ich mich immer gehasst habe wie ich bin. Und irgendwann konnte ich diesen Kampf dagegen nicht mehr aufrechterhalten. Hatte keine Kraft mehr dazu.

Heute sehe ich dem ins Gesicht. Wer bin ich? Was will ich? Ich gehe gerne früh ins Bett und mache es mir gemütlich zu Hause. Ich gehe von Partys gerne früh nach Hause weil es mir relativ schnell zu viel wird. Mein Körper zeigt mir sehr schnell wenn er etwas nicht mag. Mir geht es enorm schlecht durch Alkohol trinken, Rauchen, schlechte Ernährung, über meine Grenzen gehen. Ich lese gerne und bin eher ruhig. Ich mag die Ruhe. Ich halte meine Emotionen eher zurück und bleibe geerdet.

Ich tue mich heute noch schwer das einzugestehen. Ist es nicht das typische Bild eines „gestandenen Mannes“. Was auch von der Ablehnung durch meinen Papa kommt. Die Bezeichnung als „Muttersöhnchen“ hat mich schwer erschüttert in meiner Männlichkeit. Ich habe mich nie gut genug gefühlt als Mann in einer Beziehung mit Frauen.

Heute kann ich nichts weiter als anzunehmen wer ich bin, rauszufinden wer ich bin. Und auf diesem Weg gibt es immer wieder Stolpersteine. Aber es geht in kleinen Schritten vorwärts.

Die Berufung in Heilbronn

Ich habe mich diese Woche mit einer ehemaligen Mitpatientin aus meiner Zeit in der psychosomatischen Klinik getroffen. Wir haben uns schon zu der Zeit irgendwie sehr gut verstanden (auch ohne viele Worte) und haben uns glaube ich einfach wohl zusammen gefühlt.

Aus heutiger Sicht bin ich mir ziemlich sicher, dass auch sie hochsensibel (und hochbegabt) ist. Sie ist auch einfach irgendwie anders, so wie ich, aber wir haben viele ähnliche Interessen. Sie studiert gerade Medizin in Heidelberg (nachdem sie Physik studiert hatte) und ist dementsprechend auch an sehr vielen Themen aus der Wissenschaft interessiert. Zudem ist sie künstlerisch wahnsinnig begabt und kann gnadenlos gut Malen und Klavier spielen.

Naja, jedenfalls gibt sie nebenher Nachhilfe für Schüler an ihrer ehemaligen Schule und ist ein paar mal im Jahr bei der Telefonseelsorge. Unglaublich, bei all den Schwierigkeiten die sie selbst manchmal hat, hilft sie noch anderen Menschen. Als ich sie darauf angesprochen habe meinte sie unter anderem: „Jeder will doch irgendwie gebraucht werden, das ist ein Grundbedürfnis“.

Das hat mich sehr fasziniert und hat mir irgendwie auch die Augen geöffnet. Ich mache mich nun dazu entschlossen bei uns im Jugendhaus Nachhilfe zu geben für Schüler aus Flüchtlingsfamilien. Ich glaube ich kann das sehr gut, weil ich mich gut in die Lage derer versetzen kann, die DInge nicht verstehen.

Also, ich muss natürlich erstmal anfragen, aber ich glaube das sollte schon gehen. Zudem war ich gestern bei der Aufbaugilde in Heilbronn und habe meine ganzen Bücher und DVD‘s abgegeben, die ich nicht mehr brauche. Und habe dort sehr lange in der „Bücherei“ rumgestöbert. Wer es noch nicht bemerkt hat, ich habe eine Schwäche für Sachbücher :-D.

Die Aufbaugilde in Heilbronn beziehungsweise das Second Hand Kaufhaus ist eine tolle Einrichtung. Vor allem, weil dort nicht in der Arbeitswelt vermittelbare Menschen arbeiten und somit eine Aufgabe haben.

Ich denke, ich werde nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Dort kann man echt sehr viel Zeit verbringen und in den Spiele- und Büchersammlungen herumkramen. Ich habe übrigens auch zwei richtig coole Pullover gefunden für jeweils 5 Euro. Was will man mehr :-D.

Menschen in Heilbronn an einem schönen Samstag Nachmittag

Wer bin ich? Was will ich?

Wie immer eines meiner Hauptthemen das mich zurzeit wieder auf Trab hält nach vielen Jahren Fremdbestimmung. Einerseits fühle ich mich oft getrieben (du musst jetzt was machen aber was !?) und andererseits schreit mein Körper sehr schnell nach Ruhe. Da bin ich immer noch am rausfinden was mir gut tut.

Diese Woche war meine Erschöpfung wieder sehr präsent. Was sicherlich auch mit dem Wochenende Ski fahren und dem dortigen Alkoholkonsum zu tun hatte. Ja … ich weiß … 🙂 Das hat meinen noch sehr empfindlichen Nebennieren glaube ich den einen Todesstoß gegeben. Ich merke das daran, dass ich einerseits sehr müde und erschöpft bin aber andererseits so richtig aufgekratzt und unruhig bin. Diese Woche habe ich vor allem das innere Zittern wieder deutlich gemerkt.

Ich glaube, dass wenn es soweit ist, Ruhe und Meditation nichts mehr bringen. Wenn alles wirklich runtergefahren ist. Das hat mich sehr frustriert. Ich habe in der HSP Facebook Gruppe gelesen, dass viele in diesen Momenten die Ruhe in der Natur nutzen. Also zwar Ruhe aber trotzdem in Bewegung sozusagen. Ich habe das gestern auch probiert.

Ich bin eine halbe Stunde spazieren gegangen, und habe versucht ganz achtsam wahrzunehmen was ist. Die Frustration, die Müdigkeit, die Vögel, die Wiesen, die Bäume. Einfach wahrnehmen was ist und so lassen. Es ist okay. Und ich glaube das hat tatsächlich geholfen mein „System“ wieder runterzubringen.

Es brauch halt nur einfach Zeit bis alles aufgewühlte wieder zur Ruhe kommt. Ich denke ich probiere die kommenden Tage und Wochen wieder mehr Zeit in der Natur einzubringen. Vor allem, wen nich merke, dass der Unruhepegel steigt. Vorbeugen praktisch. Ich werde davon natürlich berichten.

Ja, und wie befriedige ich teilweise zumindest das Getriebensein? Ich lese Bücher über Chemie und Biochemie für Mediziner. Ich weiß selbst nicht warum aber irgendwie habe ich tausend Themen die mich interessieren. Vor allem in Richtung Naturwissenschaften. Ich habe das schon immer, aber diesmal versuche ich mich dem ganzen hinzugeben. Auch wenn man denkt, was denken dir anderen wenn ich erzähle was ich da mache!? 😀

Ich versuche einfach nur meinen Weg zu finden und rauszufinden was ich will. Und momentan spüre ich einfach an Bedürfnis danach. Mal schauen wo das hinführt. Aber auch hier muss ich aufpassen, dass ich nicht übertreibe. Ich gehe sehr schnell unbemerkt über meine Grenzen.

Gleichgesinnte in Heilbronn beim Fotografieren 🙂

Meine Berufung!?

In meinem Leben ist seit meinem Burnout Tag für Tag mehr Ruhe eingekehrt, vor allem durch meine Therapeutin die mir gelehrt hat wie ich alle Gefühle und Gedanken zulassen kann. Ich habe sehr lange Zeit damit verbracht neben mir her zu leben und irgendwie zu funktionieren. Das hat so viel Energie gekostet, bis es eben nicht mehr ging.

Seit dem ich von Hochsensibilität gehört habe, hat sich mein Leben nochmal geändert. Als ich in einer psychosomatischen Klinik war, hat mich meine Bezugstherapeutin das erste mal darauf angesprochen. Da habe ich dieses Thema noch abgetan ohne, dass mir die Tragweite bewusst war.

Aber nun, kann ich so langsam immer mehr akzeptieren, warum ich so bin wie ich bin, ohne jeden Tag dagegen anzukämpfen. Nun verstehe ich auch, warum es meinen Eltern so schwer gefallen ist mir mir umzugehen. Ich bin eben schon immer sensibel.

Deshalb hab ich mich immer so gut mit meiner Mutter verstanden. Beziehungsweise konnte ich mir als Kind nie von den Sorgen und Ängsten meiner Mutter abgrenzen. Mir blieb nichts anderes übrig als „Mitleid“ zu haben. Deswegen hat mich mein Vater immer als „Muttersöhnchen“ gesehen.

Auch heute kann ich mehr und mehr akzeptieren, dass ich nicht dem männlichen Rollenbild entspreche, welches die Gesellschaft vorschreibt. Das ist mir sehr lange im meinem Leben schwer gefallen, beziehungsweise tut es heute noch des manchmal. Auch dass ich mit Frauen viel besser reden und mich mitteilen kann.

Weil ich einfach die emotionale Ehrlichkeit von Frauen mag. Bei Männern habe ich oft das Gefühl, dass ein Schauspiel betrieben wird und so getan wird als wäre alles toll. Obwohl es tief im Inneren nicht so ist. Ich habe es auch auf die Art probiert. Lange Zeit. Und es hat mir sehr geschadet. Irgendwann könnte ich weder fühlen, was überhaupt mir mir los ist, noch Worte dazu finden, wie ich das erklären kann.

Jetzt wo mehr und mehr Ruhe einkehrt, fragt sich noch was meine Berufung ist? Was macht mir Spaß? Worin gehe ich auf? Das fehlt mir bis heute an vielen Stellen. Laut dem Buch „Die Berufung für Hochsensible“ fühle ich mich wohl, wenn ich anderen Menschen das Leben verbessern oder verschönern kann, was eigenes Entwicklen kann worauf ich stolz bin und mit Menschen und derer Emotionen zusammen sein kann.

Ich glaube tatsächlich, dass da was dran ist. Ich bauche unbedingt was, was für mich Sinn macht. Und ja, irgendwie ist es mir schon immer ein Bedürfnis anderen Menschen zu helfen (Natürlich ohne über meine Grenzen zu gehen!). Deshalb auch der Versuch mit diesem Blog. Ich erschaffe zunächst mal etwas eigenes. Und ich hoffe, dass es irgendwann mal auch Menschen lesen, denen mein Geschreibe ein gutes Gefühl gibt.

Das Buch sagt aber auch, dass man diese Erfüllung im Beruf finden sollte und nicht hauptsächlich in der Freizeit. Und das aus einem plausiblen Grund: Meine Ressourcen sind durch die tägliche Arbeit schon so verbraucht, dass ich die Freizeit für Ruhe, Stille, sich treiben lassen brauche. Da kann ich nicht noch kreative Blogs Abends schreiben.

Und das habe ich tatsächlich gemerkt… Ich kann das unter der Woche nicht aufbringen … Ich bin voll ausgefüllt mit dem Alltag. Heute ist auch Samstag morgens. Da ist mal wieder Zeit dafür. Also da weiß ich noch nicht, wie das weitergehen soll. Ich entwickle und erschaffe zwar Dinge auf der Arbeit und das mit allen Freiheiten. Aber es macht eben irgendwie keinen Sinn. Damit ist keinem Menschen geholfen. Und dem Automobilmarkt stehe ich sowieso skeptisch gegenüber. Meiner Meinung nach sollte es ein Automodell für alle geben. Das soll funktionieren und ist aufgrund der hohen Stückzahl auch noch günstig.

Fern weg von irgendwelchen Statussymbolen, die Unmengen an Geld kosten. Und nun muss auch noch das riesige Rad Automobilindustrie am Laufen gehalten werden … Naja, aber das ist ein anderes Thema auf das ich mal extra eingehen kann. Fakt ist, da gibt es Verbesserungspotential.

Der Wald

Es ist schon immer so, dass der Wald auf mich eine beruhigende, beschützende und heilende Wirkung hat. Vor allem in schwereren Zeiten nimmt dich der Wald auf ohne Wenn und Aber. Du kannst sein so wie du bist. Du musst nichts spielen oder verdrängen.

Die Bäume beschützen dich. Vor Lärm, vor Wetter, vor schlechter Luft, vor Hitze, und vor allem vor neugierigen, verurteilenden Blicken von Menschen. Nimm dir so viel Zeit die du brauchst. Der Wald gibt sie dir.

Und wenn du alle Gedanken und Gefühle zulässt die gerade da sind ohne dich zu verurteilen, kehrt irgendwann Ruhe ein. Jetzt bist du bereit mit voller Aufmerksamkeit auch die Schönheit des Waldes zu sehen.

Morgens…

Ich habe mich sehr lange Zeit gewundert, warum ich morgens nach dem Aufstehen immer direkt unter „Adrenalin“ stehe und meine Gedanke gerade so hin und her rasen …

Aus ärztlicher Sicht eine Erschöpfung der Neurotransmitter und eine Nebennierenschwäche. Das wird bereits seit einiger Zeit über Nahrungsergänzungsmittel behandelt. Ich bin da in guten Händen bei einer Ärztin für alternative Medizin. Dadurch hat sich auch alles gebessert. Aber ganz gut wird es nicht so wirklich.

Da kommt die zweite Säule ins Spiel. Zum Einen habe ich für mich rausgefunden, dass ich morgens viel Zeit für mich brauche um ganz langsam in Gang zu kommen und Ruhe in meinen Körper zu bekommen. Ich brauch da schonmal mehr als eine Stunde.

Jetzt habe ich in meinem neuen Buch gelesen, dass dies typisch für Hochsensible ist. Ohne jetzt auf Details einzugehen, gibt es bei Hochsensiblen ein sogenannten „Neugeborenes-ICH“. Wir haben einen ICH-Anteil der vor allem was die Gefühle angeht oft eines neugeborenen Babys entspricht. Mit allen Bedürfnissen nach Sicherheit, Wärme, Zuneigung, Versorgung usw.

Diese scheint wohl vor allem morgens aktiv zu sein. Wo ich mich erstmal stark nach Ruhe, Geborgenheit, Nahrung und Akzeptanz sehne. Hat man das erstmal verstanden, kann man sich diese Bedürfnisse auch wohlwollend selbst geben ohne wie so oft in der Vergangenheit zu denken: „Was stimmt nicht mir mir?“, „Stell dich nicht so an!“, „Du bist echt verweichlicht!“.

Seit dem ich weiß, dass ich einfach Hochsensible Züge habe kann ich meine Art viel besser akzeptieren. Und vor allem mein Bedürfnisse akzeptieren die ich habe und stark den eines Neugeborenen entsprechen.

Dementsprechend sitze ich heute an einem Sonntag hier, schreibe ein bisschen meine Gedanken und Gefühle auf während ich eine Tasse Kaffee trinke. Mal schauen was der letzte Urlaubstag zu bringt. Ich lasse mich mal überraschen.

Erster Blogbeitrag (neue Kamera)

Ich möchte meinen ersten Blogbeitrag dazu nutzen meine neue Kamera vorzustellen. Eigentlich hat mich das Fotografieren nie interessiert. Jedenfalls in dem Stil wie es viele andere machen. Ich mag es aber, mich unter die Leute zu mischen und den Alltag an gewissen Orten zu beobachten und auf mich wirken zu lassen.

Durch meine Hochsensibilität kann ich ganz gut Stimmungen von Menschen einfangen. Was Fluch und Segen zugleich ist. Vor allem, wenn ich in größeren Städten unterwegs bin, reicht mir das „Treiben“ der Menschen zu beobachten schon aus um alle meine Kanäle an Reizen voll zu haben.

Ich würden gerne diese Momente und die dazu entstehenden Gedanken aufschreiben um wiederum alle meine Eindrücke wiederum „ausdrücken“ zu können. Da bin ich darauf gekommen, dass es doch auch gut wäre ein Bild zu diesen Endrücken zu machen. Ich denke, dann bekommt auch eine gute Vorstellung von dem was ich erzähle.

Beispiel: Ich mag es sehr gerne in Cafés zu sitzen und die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Vor allem in größeren Städten bin ich nicht an den Sehenswürdigkeiten interessiert, sondern eher an den Menschen die hier leben und wie die Stadt allgemein auf mich wirkt.

So viel zu meiner Intention. Und da ich gerne hier schon ein Bild einfügen möchte, kommt gleich ein erstes Testbild von mir auf der Couch, besser gesagt, von meinen Füßen auf der Couch. Viel Spaß damit 🙂

Blog ADHS-Spektrum

Neurodivers leben

Gedankensprünge

Von einer, die auszog, das Fürchten zu verlernen

Rhythmikalische Traumtänzerin

Finde die Rhythmik in der Musik, die Träume im Herzen und die Tänzerin in dir... Eine Reise beginnt!!

Raus aus der Affenfalle

Vom Loslassen und Festhalten

Gnubbels kleine Gedankenwelt

Wenn man niemanden zum Reden hat aber die Gedanken und Erlebnisse einfach raus müssen...

Mein innerer Garten

Leben in emotionaler Instabilität

alchemiere es

tief tief in dir

stay close to your soul.

"words over chords"

Journey with yourself

persönlicher Blog von Tanja Wendel

episodenpoesie

Ein Kopf voll Gefühl. Ein Herz voll Gedanken.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten