In meinem Leben ist seit meinem Burnout Tag für Tag mehr Ruhe eingekehrt, vor allem durch meine Therapeutin die mir gelehrt hat wie ich alle Gefühle und Gedanken zulassen kann. Ich habe sehr lange Zeit damit verbracht neben mir her zu leben und irgendwie zu funktionieren. Das hat so viel Energie gekostet, bis es eben nicht mehr ging.
Seit dem ich von Hochsensibilität gehört habe, hat sich mein Leben nochmal geändert. Als ich in einer psychosomatischen Klinik war, hat mich meine Bezugstherapeutin das erste mal darauf angesprochen. Da habe ich dieses Thema noch abgetan ohne, dass mir die Tragweite bewusst war.
Aber nun, kann ich so langsam immer mehr akzeptieren, warum ich so bin wie ich bin, ohne jeden Tag dagegen anzukämpfen. Nun verstehe ich auch, warum es meinen Eltern so schwer gefallen ist mir mir umzugehen. Ich bin eben schon immer sensibel.
Deshalb hab ich mich immer so gut mit meiner Mutter verstanden. Beziehungsweise konnte ich mir als Kind nie von den Sorgen und Ängsten meiner Mutter abgrenzen. Mir blieb nichts anderes übrig als „Mitleid“ zu haben. Deswegen hat mich mein Vater immer als „Muttersöhnchen“ gesehen.
Auch heute kann ich mehr und mehr akzeptieren, dass ich nicht dem männlichen Rollenbild entspreche, welches die Gesellschaft vorschreibt. Das ist mir sehr lange im meinem Leben schwer gefallen, beziehungsweise tut es heute noch des manchmal. Auch dass ich mit Frauen viel besser reden und mich mitteilen kann.
Weil ich einfach die emotionale Ehrlichkeit von Frauen mag. Bei Männern habe ich oft das Gefühl, dass ein Schauspiel betrieben wird und so getan wird als wäre alles toll. Obwohl es tief im Inneren nicht so ist. Ich habe es auch auf die Art probiert. Lange Zeit. Und es hat mir sehr geschadet. Irgendwann könnte ich weder fühlen, was überhaupt mir mir los ist, noch Worte dazu finden, wie ich das erklären kann.
Jetzt wo mehr und mehr Ruhe einkehrt, fragt sich noch was meine Berufung ist? Was macht mir Spaß? Worin gehe ich auf? Das fehlt mir bis heute an vielen Stellen. Laut dem Buch „Die Berufung für Hochsensible“ fühle ich mich wohl, wenn ich anderen Menschen das Leben verbessern oder verschönern kann, was eigenes Entwicklen kann worauf ich stolz bin und mit Menschen und derer Emotionen zusammen sein kann.
Ich glaube tatsächlich, dass da was dran ist. Ich bauche unbedingt was, was für mich Sinn macht. Und ja, irgendwie ist es mir schon immer ein Bedürfnis anderen Menschen zu helfen (Natürlich ohne über meine Grenzen zu gehen!). Deshalb auch der Versuch mit diesem Blog. Ich erschaffe zunächst mal etwas eigenes. Und ich hoffe, dass es irgendwann mal auch Menschen lesen, denen mein Geschreibe ein gutes Gefühl gibt.
Das Buch sagt aber auch, dass man diese Erfüllung im Beruf finden sollte und nicht hauptsächlich in der Freizeit. Und das aus einem plausiblen Grund: Meine Ressourcen sind durch die tägliche Arbeit schon so verbraucht, dass ich die Freizeit für Ruhe, Stille, sich treiben lassen brauche. Da kann ich nicht noch kreative Blogs Abends schreiben.
Und das habe ich tatsächlich gemerkt… Ich kann das unter der Woche nicht aufbringen … Ich bin voll ausgefüllt mit dem Alltag. Heute ist auch Samstag morgens. Da ist mal wieder Zeit dafür. Also da weiß ich noch nicht, wie das weitergehen soll. Ich entwickle und erschaffe zwar Dinge auf der Arbeit und das mit allen Freiheiten. Aber es macht eben irgendwie keinen Sinn. Damit ist keinem Menschen geholfen. Und dem Automobilmarkt stehe ich sowieso skeptisch gegenüber. Meiner Meinung nach sollte es ein Automodell für alle geben. Das soll funktionieren und ist aufgrund der hohen Stückzahl auch noch günstig.
Fern weg von irgendwelchen Statussymbolen, die Unmengen an Geld kosten. Und nun muss auch noch das riesige Rad Automobilindustrie am Laufen gehalten werden … Naja, aber das ist ein anderes Thema auf das ich mal extra eingehen kann. Fakt ist, da gibt es Verbesserungspotential.
