Der Russe

Vielleicht gleich zu Beginn. Der Name des Titels soll nicht irgendwie Menschen nach ihrer Nationalität bewerten. Ich hoffe das merkt man in dem Beitrag dazu.

Ich gehe häufig spazieren bei mir in der Umgebung. Häufig den selben Weg. Dabei begegne ich häufig einem Mann auf meinem Weg. Er wohnt bei mir im Haus. Ich kenne seinen Namen nicht. Ich weiß nur, dass er alleine lebt und Russe ist. Ich weiß nicht ob er eine Arbeit hat, aber ich sehe ihn nie zur Arbeit gehen wie so manch andere. Er hat glaube ich auch kein Auto. Er ist viel zu Fuß unterwegs. Alleine.

Ich merke wie ich diesem Mann mit Vorurteilen begegne. Und innerlicher Ablehnung. Warum? Er spiegelt mir meinen eigene Anteile in mir die ungewollt sind. Bei denen ich wegschauen will. Irgendwie eine Art scheitern. Es nicht geschafft zu haben. Vielleicht Probleme zu haben. Kein Bilderbuch Leben a la mein Haus, mein Auto, meine Frau, meine Kinder.

Ich habe Angst auch so zu enden. Wie vermutliche viele. Und deswegen begegnet man solchen Menschen mit Ablehnung. Aber ich sehe dass eine Art wertvolle Erfahrung etwas über mich selbst zu lernen. Mich mit meinen vermeintlichen Schwächen und meiner Situation anzufreunden. Dann kann ich auch solchen Leuten freundlich begegnen.

Übrigens schaut er immer weg wenn wir uns irgendwo auf einem Feldweg begegnen. Ich denke er erkennt mich und weiß dass ich ihn kenne. Er macht sich bestimmt auch Gedanken darüber was ich über ihn denke. Dabei haben wir was gemeinsam: Wir gehen beide gerne spazieren und das gewollt oder ungewollt alleine. Alleine das schreiben dieses Satzes ruft eine kleine Verbundenheit in mir hervor. Eine bisschen Wärme entsteht im Herz.

An tagen wie diesen

Es gibt und gab immer wieder Phasen in meinem Leben, in denen mich eine Art Melancholie begleitet. Ich weiß nicht ob man es wirklich Melancholie nennen kann ehrlich gesagt. Vielleicht kann man auch Sehnsucht sagen. Oder schlechte Laune. Oder auch Traurigkeit. Ich weiß es nicht. Das blöde ist, ich kann die Ursache dafür nicht finden. Es geht meistens keine spezielle Ursache voraus, eine Trennung oder ein Streit oder ähnliches.

Okay, wenn ich gar ehrlich bin, bin ich schon immer etwas traurig, dass ich Single bin. Ich hätte gerne jemand an meiner Seite. Jemand den man in den Arm nehmen kann, jemand mit dem man Kuscheln kann, jemand mit dem man einfach auf der Couch sitzen kann ohne etwas zu sagen. Einfach Gesellschaft. Dazu mischt sich vielleicht noch die Hauch der Feiertage und der Ruhe.

Ich versuche eine Erklärung für meine Gefühle, meine Stimmung zu finden. Um dieser auf den Grund zu gehen und zu lösen. Aber manchmal geht das nicht. Manchmal ist sie einfach die da, die schlechte Laune. Manchmal geht sie schnell wieder. Manchmal bleibt sie über Tage. So wie die vergangenen Tage.

Ich habe manchmal Angst vor ihr. Dass sie bleibt und nicht wieder geht. Dass ich Depressionen bekomme. Moment mal … stop.. stop… Lass mich das zu Ende denken: Was wäre so schlimm daran? Würde es dann nicht auch weitergehen? Könnte ich dazu nicht stehen? Das kann man auch behandeln … Oder vielleicht ist es garnicht so schlimm? Vielleicht ist es ja auch nur eine depressive Verstimmung die viele Leute hin und wieder haben?

Wenn ich ein Mensch wäre, der hin und wieder depressive Verstimmung hätte, was wäre so schlimm daran? Wäre ich dann nicht liebenswert? Würden ich keine Frau finden, die sich auf jemand mit so einer „Krankheit“ einlässt? Wäre das eine Krankheit?

Das sind so Ausschnitte der Dinge die mir durch den Kopf gehen. Ich habe Angst vor diesen Stimmungstiefs. Ich habe Angst davor als „krank“ zu gelten. Ich habe Angst vor Ablehnung. Was ich aber sagen kann ist, dass alleine dieses „zu Ende denken“ der schrecklichen Situation, das Aussprechen enorm Druck wegnimmt und hilft. Und das Wissen, dass Druck überhaupt nichts bringt und ich tue was ich kann.

Aber ich glaube es wichtig, dass ich lerne dieses Stimmungstiefs als ein Teil von mir anzunehmen. Sie gehören zu mir. Ich hätte gerne eine Bestätigung von Außen: Ist das normal oder schon unnormal? Ist das gesund oder krank? Bin ich normal oder unnormal? Aber es gibt glaube ich nicht nur eins oder null, sondern viele Grautöne dazwischen.

Viel wichtiger ist: Was sind meine Bedürfnisse in diesen Situationen? Sicherheit und Trost. Das sage ich jetzt mir radikaler Ehrlichkeit. Natürlich würde ich gerne wieder perfekt sein und mir alles selber geben können und niemand brauchen. Aber vielleicht ist es manchmal auch sinnvoll ehrlich zu sich zu sein, sich verletzlich zeigen zu können und nach Trost zu Fragen. Bei guten Freunden zum Beispiel.

Mir fällt das schwer. Mich zu zeigen an Tagen an denen es mir nicht gut geht. Ich weiß dann manchmal garnicht so richtig was ich machen soll. Was ich sagen soll. Ich kann keinen Grund für meine Laune nennen, die das Dasein rechtfertigt. Das macht es mir so schwer.

Ich habe diesen Beitrag etwas liegen lassen und würde eigentlich gerne alles löschen und nochmal von vorne anfangen und was anderes schreiben. Aber ich habe mir bewusst vorgenommen dies nicht zu tun. Deshalb lasse ich das mal so stehen.

Nach Regen kommt Sonne

Nach jedem Regen kommt Sonne. Und nach jeder Sonne kommt auch irgendwann wieder Regen. Der Regen steht für unangenehme Gefühle, Gedanken und Empfindungen. Ich sage bewusst „unangenehm“, nicht „negativ“ oder „schlecht“ weil das sind sie nicht. Sie gehören dazu und wollen auch da sein. Und ja, sie sind unangenehm. Und das ist auch okay so.

Ich kann manchmal garnicht wirklich deuten wo sie her kommen. Eine Lösung finden, eine Begründung finden, eine Rechtfertigung finden. Und das versuche ich auch nicht mehr krampfhaft. Sie sind einfach da und das ist auch okay so. Ich bin dann eher ruhig und emotional. Und das ist auch okay so.

Ich lasse sie einfach da sein. Manchmal gehen sie nach 5 Minuten. Manchmal nach mehreren Stunden. Manchmal nach mehreren Tagen. Aber weißt du was? Irgendwann sind sie bis jetzt immer wieder vorbei gegangen. Dagegen ankämpfen nützt gar nichts. Das kostet nur Energie. Manchmal fühle ich mich dann wie ein kleiner Junge, der getröstet werden und in den Arm genommen werden will. Dem man sagt, es geht vorbei. Es wird alles gut. Du bist auch so okay.

Ich nehme immer mehr Kontakt zu diesem kleinen Jungen auf und er ist immer mehr ein Teil von mir. Ohne, dass ich mich für ihn schäme. Ich nehme ihn an die Hand, ich begleite ihn. Er darf ruhig sein, er darf lustlos sein, er darf genervt sein, er darf traurig sein. Er brauch nicht immer über alles reden. Manchmal will er das nicht. Manchmal will er nur, dass jemand in seiner Nähe ist. Und ihn so mag wie er ist.

Emotionale Abgrenzung

Ich muss heute ein bisschen von dem angeschnitten Thema abweichen, weil ich aufgrund eines Ereignisses über etwas anderes schreiben möchte. Ich war gestern bei meinen Eltern zum Essen und es ist wieder das passiert, was so oft schon passiert ist. Ich spüre das schon wenn ich den Raum betrete. Meine Mutter mit weinerlicher Stimme und dem Beklagen, dass es mit meinem Vater nicht mehr aushält und wie furchtbar er doch ist.

Der Wunsch nach einem harmonisches, gemeinsamen Mittagessen war wie meistens wieder dahin. Ich muss erstmal dazu sagen, am Tisch herrschte bei uns selten bis gar keine Harmonie. Immer war was zwischen meinen Eltern. Sie können einen nicht miteinander. So okay, klingt erstmal alles so wie es bei leider vielen Familien ist.

Mein Problem ist, dass ich mich nur schwierig emotional von dem Empfinden meiner Mutter distanzieren kann bzw. konnte. Ich war halt immer für sie da und habe mich dafür aufgegeben. Dieses Muster sitzt heute noch tief. Die ersten Gefühle die kommen bei solchen Situationen sind Angst und Wut. Ich bin wütend, dass alle ihre Sorgen immer ungefragt bei mir abladen. Ich bin wütend auf mich, dass ich wütend bin. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ihr nicht helfe. Nicht mehr für sie da sein kann oder irgendwie trösten kann.

Aber ich kann es nicht. Ich will es eigentlich auch nicht. Ich finde, dass die Eheprobleme der Mutter nicht mit dem Sohn zu besprechen sind. Ich finde das ganz schlimm. Der Mann um den es geht ist ja mein Vater. Und ich habe ja auch einige Eigenschaften meines Vaters. Und wenn man dann hört, dass dieser Mann so furchtbar ist, fängt man an diese Anteile vom Vater in sich zu hassen.

Ich wusste mir nicht anders zu helfen und zu sagen, dass ich das nicht hören möchte und ich nicht helfen kann. Wenn sie unglücklich soll sie sich trennen. Und dass es mich belastet wenn sie mir das erzählt. Und dass ich solche negativen Spannungen beim Mittagessen nicht möchte, da mir dann der Appetit vergeht und ich Bauchschmerzen bekomme. Und das habe ich auch zugegebenermaßen etwas energisch (wütend) gesagt. Was macht meine Mutter? Aufstehen vom Tisch und weg gehen. Vielen Dank dafür! Da fühle ich mich richtig ernst genommen und verstanden.

Es tut mir einfach weh wenn es meiner Mutter schlecht geht. Aber ich weiß, ich muss nach mir schauen und sie ist eine erwachsene Frau und wird damit umgehen müssen. So wie ich mit meinen Paketen umgehen muss. Ja, es tut einfach weh. Mit fällt es einfach immer noch schwer mich emotional abzugrenzen von solchen Situationen. Mein Gedanken Karussell dreht sich dann mit immer weiter um diese Situation.

Es dreht sich mit dem was ich wie gesagt habe, oder gesagt haben könnte oder gesagt habe hätte müssen. Rechtfertigen eben. Aus Sicht des kleinen Julians hab ich wohl Angst den Halt und die Liebe meiner Mutter zu verlieren wenn sie nicht gut drauf ist und ich mich nicht um sie kümmere. Jetzt bin ich erwachsen. Und trotzdem beschäftigt es mich.

Ich nehme jetzt mal den kleinen Julian an die Hand und sage ihm, dass es nichts bedrohliches gibt. Dass wir uns zuerst um uns selbst kümmern müssen, da wir sonst auch keine Hilfe für andere sind (und wir helfen nunmal gerne anderen). Dass es in Ordnung ist wütend zu sein, weil jemand was von uns verlangt was wir nicht wollen. Dass es in Ordnung ist sich erstmal zurück zu ziehen um uns neu zu sortieren weil das ziemlich aufwühlend für uns war. Dass es in Ordnung ist, dass es weh tut. Dass es vorbei geht.

Ich habe mal gelesen, dass Vergebung bei emotionaler Abhängigkeit ein wichtiges Mittel ist. Mir fällt das ehrlich gesagt sehr schwer bin ich doch noch so verletzt und wütend. Es ist wohl wichtig zu sehen, dass meine Eltern trotzdem immer das Beste für mich wollen und nur nachdem handeln wie sie können.

Ich werde das mal heute so für den Tag mitnehmen und schauen wie es mir geht. Wie ich dieses „schlechte Gewissen“ heute da sein lassen kann ohne danach zu handeln. Ich werde mich dazu wohl nochmal melden heute.

Ich wünsche einen schönen, sonnigen Tag!

Schwarz – Weiß – Grau?

Ich habe mich gestern mit einer Freundin getroffen die mit mir damals in der Klinik war. Ich weiß garnicht ob ich es schon erwähnt habe? Ich war vor knapp 2 Jahren wegen meiner Angststörung 8 Wochen in einer Klinik. Dort war ich 6 Wochen stationär und 2 Wochen teilstationär (Tagesklinik). Aber darum geht es jetzt nicht. Jedenfalls bin ich noch in regelmäßigen Kontakt mit zwei Leuten, was wirklich sehr bereichernd ist.

Ich neige schon immer dazu, jedenfalls glaube ich das, in die Extreme zu gehen. Ganz oder garnicht. Perfekt oder garnicht. Entweder ich schaffe das mit Bravur oder ich scheitere. Zu vergessen, dass es da auch viele Zwischenstufen gibt habe ich ganz aus den Augen verloren. So steht man gefühlt immer vor dem Fall. Kein Selbstvertrauen, kein Urvertrauen. Immer Gefahr. Und schon immer habe ich Angst vor dem Fall, zu scheitern, dass es dann nicht weiter geht.

Beispiel 1: Ich habe für mich entdeckt wie wichtig für mich Ruhe, Geborgenheit, Routine, Sicherheit und Selbstfürsorge ist. Das war schon mal ein guter Schritt. Andererseits habe ich das Bedürfnis nach Gemeinschaft, sozialen Kontakten, Freuden, Erlebnissen. Okay, soweit so gut. Was löst das bei mir aus? Ein Konflikt. Ich habe Angst meine neu entdecktes Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit zu verlieren wenn ich mich gleichzeitig um das andere Bedürfnis kümmere.

Beispiel 2: Ich fahre mit Arbeitskollegen auf Geschäftsreise. Ich habe Angst, dass mein Bedürfnis nach Ruhe zu kurz kommt. Andererseits habe ich Angst dafür abgelehnt zu werden, wenn ich nicht überall dabei bin und mit Zeit für mich alleine nehme. Wenn ich beispielsweise nach dem gemeinsamen Abendessen auf mein Hotelzimmer gehe während die anderen noch feiern gehen. Ein Konflikt.

Beispiel 3: Meine Schwester fragt mich immer mal wieder nach Hilfe und Unterstützung. Ich habe Angst meine neu gewonnene Autonomie zu verlieren. Meine neu gewonnen Selbstfürsorge. Dass ich mich wieder für andere aufgebe und mich dabei selbst aus den Augen verliere. Wenn ich Ja sage ärger ich mich über mich selbst und über meine Schwester, dass ich mich wieder aufgebe obwohl ich es nicht will. Wenn ich Nein sage habe ich ein schlechtes Gewissen, vielleicht hätte ich ja doch Zeit gehabt. Ein Konflikt. Nur volles Ja oder nur volles Nein.

Und jetzt kommt meine Freundin ins Spiel mit der ich mich gestern toll unterhalten habe. Sie hat mir von ähnlichen Themen erzählt und mich darauf gebracht (besser gesagt ihre Therapeutin :-)) dass es für alles Zwischenlösungen gibt. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es gibt Grautöne. Alles ist verhandelbar. Puh, das hat mich echt zum Nachdenken gebracht trifft es doch genau meinen wunden Punkt.

Um gleich mal an das Beispiel 3 zu gehen. Das ist das schwierigste. Ich habe bei diesem Themen mit Familie bisher nur ein hartes, wütendes Nein gekannt zum Schutz vor dem zuviel an Ja in meiner Kindheit und Jugendzeit. Ich habe es nicht gelernt zu verhandeln. „Nein, aber ich wünsche mir dies und das und dann geht das vielleicht so…“. Für ein Nein war kein Platz weil die andere Person sofort wütend, beleidigt, verletzend oder traurig wurde. Das konnte ich als sensibler Junge nicht ertragen wenn es den anderen nicht gut geht.

Zudem musste ich ja immer für andere da sein. Deswegen hat sich auch ein harter Schutz eingestellt. Die Wut als Schutz, die Angst mich darauf hinzuweisen, dass ich hier nach mir schauen muss. Erst jetzt kann ich das so anschauen und verstehen. Ein Schlüsselerlebnis war damals sicherlich, als ich bei meiner ersten Ausbildung gekündigt wurde nach der Probezeit. Im ersten Moment natürlich unangenehm. Ich habe die Schuld natürlich bei mir gesucht. Bescheuert aber war so.

Das Ganze ist normalerweise erstmal in Ordnung. Das Problem war die Reaktion meiner Eltern. Da war kein Urvertrauen, dass alles gut wird, kein Halt und vor allem keine Ruhe. Da waren Sorgen und Panik und schnell schnell der Junge muss was finden. Kann doch nicht sein, dass der Junge ohne Ausbildung dasteht! Ich glaube das hat mich geprägt und lässt sich auf die oberen Beispiele projizieren. Wenn was wegfällt, dann Panik und Angst. Anstatt anschauen, verhandeln, eine Lösung finden. Vertrauen eben!

Ein anderes Thema war dann noch, dass ich als „sensibler Junge“ in eine Umgebung gekommen in der ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt habe und teilweise gemobbt wurde. Ich als kreativer, sprachtalentierter Junge bin in ein Handwerksbetrieb gekommen wo es nur die vermeintlich harten Jungs hab. Ich habe das trotzdem durchgezogen, mit Tränen, mit Bauchschmerzen. „Oh mein Gott, was wenn der Junge der Ausbildung abbricht, dann hat er kein Einkommen, sitzt zu Hause und hat nichts zu tun“. Und warum? Weil er sich nicht wohl fühlt!? Sei mal nicht so schwach und sensibel und zieh das durch,

Das war die unterbewusste Message. Ich habe meine Eltern nicht gezeigt wie schlecht es mir damals ging. Die Scham war zu groß. Die Angst vor Zurückweisung. Die Angst dass da kein Halt ist und Vertrauen. Ich habe das irgendwie unterbewusst gespürt. Das hätte man alles verhandeln können sicherlich. Aber es ist nun so wie es ist. Ich bin nur noch selten wütend auf meine Eltern, dass sie so sind wie sind. Ich kann immer mehr Frieden damit schließen.

Und die Erkenntnis schmerzt erstmal, wenn du feststellst, dass deine Eltern dir nie diesen bedingungslosen Halt und die Geborgenheit geben können die du dir immer gewünscht hast. Das darf weh tun. Aber es ist meine Verantwortung zu lernen mir das selbst geben zu können. Oder besser gesagt, dafür sorgen zu können, dass es mir gut geht. Das ist ein lebenslanger Prozess. Aber man lernt immer mehr über sich selbst.

Meine Aufgabe ist das Verhandeln zu lernen. Nicht immer schwarz oder weiß zu sehen sondern die Mittelwege, die Grautöne wahrzunehmen. Den kleinen Julian an die Hand zu nehmen und zu sagen, dass es weiter geht und immer eine Lösung gibt. Die Angst wird immer wieder kommen, das akzeptiere ich und ist verständlich anhand meiner Geschichte. Aber wie ich damit umgehe liegt bei mir.

Ich werde versuchen zu dem Thema in Zukunft Beispiele zu bringen. Da wird es sicherlich genug geben. Wenn die Angst kommt vor dem Fall aufgrund irgendeiner Situation und wie ich damit umgehe. Ich freue mich schon fast drauf. Ich will da drüber sprechen. Ich muss da drüber sprechen. Ich werde euch (oder dich :-)) auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche dir einen tollen Tag!

Dem Kompass nach in Richtung Leben

Ich weiß gerade gar nicht so Recht wie ich anfangen soll zu schreiben. Fakt ist, ich will gerade was schreiben. Ich will meine Gedanken sortieren. Und ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht, was ich sonst mit meiner freien Zeit anfangen soll. Und ich habe gerade wieder einmal den Drang etwas zu tun. Ich kann immer noch schwer mit freier Zeit und „Nichtstun“ umgehen. Zumindest kann ich diesen „Zustand“ jetzt annehmen und da sein lassen. Oder aushalten trifft es manchmal besser.

Es ist für mich noch schwer die richtige Balance für mich zu finden. Die Balance aus Ruhe und Aktivität. Vor allem weil ich immer so getrieben bin. Und wenn ich viel Zeit habe ist der Druck umso größer etwas tun zu müssen. Das muss echt komisch für manche Leute klingen :-). Wünschen sich dich viele mehr Zeit zu haben und sind immer gestresst. Nein … ich habe genug Zeit.

Ich bin noch dabei mehr und mehr rauszufinden was ich will. Was meine Werte sind. Wie für mich eine sinnvoll Lebensgestaltung aussieht. Das ist echt schwer, ist es doch mit „in sich hinein Fühlen“ verbunden, was ich doch eben erst angefangen habe zu lernen. Was fühlt sich gut an? Was nicht? Aber gleichzeitig auch auf seine Ressourcen zu achten. Ich habe das Gefühl dass mein Körper noch sehr empfindlich darauf reagiert, wenn ich ihn gerade nicht einwandfrei behandle. Verstehe ich ja irgendwie. Er will mich nur warnen habe ich doch so lange alle Warnsignale ignoriert.

Ich werde relativ schnell mit Tinnitus und Benommenheit gewarnt, dass es was zu verändern gibt. Es sei es nur eine Runde vom Bildschirm weg zugehen und einmal durch zu atmen. Naja, ich werde das beobachten auch in der Hoffnung, dass sich das langfristig bessern wird, wenn mein Körper auch wieder Vertrauen in meinen Geist gewinnt. Denn nur beides im Einklang funktioniert.

Ich komme so circa um 16 Uhr von der Arbeit nach Hause. Ich gehe circa um 22 Uhr ins Bett. Dazwischen liegen Dinge wie Yoga, Essen kochen, Spazieren gehen, mit Freunden treffen (gerade weniger) an. Das hört sich blöd an, aber ich habe trotzdem noch genug Zeit. Sogar wenn ich mir viel Zeit für das Essen kochen und das gemütliche Essen und Verdauen nehme. Trotzdem treibt mich eine innere „Unzufriedenheit“ an selbst da die Lücken noch zu füllen.

Okay, was ist das für eine Unzufriedenheit? Da schaue ich nun schon seit einiger Zeit hin. Ist es einfach nur ein Glaubenssatz der sagt „Du darfst nicht faul sein“ / „Andere erledigen auch so viel und haben keine Zeit“ / „Du musst was leisten um gut zu sein“ / „Wenn du nur rumhängst wirst du unglücklich“. Irgendwie sowas. Zum Teil ist sicherlich was davon dabei. Meine Mutter lebt glaube ich ebenfalls nach dem Credo. Für mich passt es nicht.

Aber wenn ich mal diese „Stimme“ bei Seite lasse und sie freundlich annehme ist da gefühlt trotzdem noch was. Irgendwas was mir fehlt. Eine Art Berufung? Begeisterung? Engagement? Sinn? Irgendwie sowas. Ich will irgendwie mit Gleichgesinnten Leuten gemeinsamen Interessen nachgehen. Zu einer Gemeinschaft gehören, zu einem Verein. Meine Freundschaften können mir diese Gemeinschaft gerade nicht geben. Liegt natürlich auch daran, dass bei allen das Thema Kinder und Eigenheim gerade vorherrschend ist. Das ist auch okay. Aber bei mir geht es gerade um andere Dinge.

Und manchmal fühle ich mich mit meinen Interessen alleine. Und daraus (glaube ich) entsteht die Unzufriedenheit, die manchmal einfach da ist. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher mit dieser Deutung. Aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig als etwas auszuprobieren und dann zu spüren ob es das Richtige ist. Ich bin diese Woche auf einen Kulturverein bei uns gestoßen. Eine Gemeinschaft an Leuten die Kulturveranstaltungen (Festivals, Konzerte etc.) organisieren.

Hmm, an sowas hatte ich bisher noch garnicht gedacht. Hatte ich bisher doch immer auf die klassischen Sportvereine abgezielt. Aber der Gedanke daran fühlt sich irgendwie gut an. Gemeinsam was zu tun. Und sei es irgendeine Bühne aufzubauen oder Getränke auszuschenken oder an der Kasse zu sitzen. Man macht es gemeinsam. Und darauf freue ich mich. Und was toll ist, zumindest den Bildern nach sind da viele junge Leute dabei. Klasse.

Vielleicht ist das der nächste Schritt dahin um rauszufinden was ich will. Was mir gut tut. Was der Sinn in meinem Leben ist. Wo meine Talente sind. Und trotzdem bleibt es weiterhin meine Verantwortung auf meine Ressourcen zu achten und diese Grenzen auch wohlwollend! zu akzeptieren. Es ist meine Verantwortung rauszufinden was für mich funktioniert und was nicht. Und nicht was für meine Eltern oder die Gesellschaft funktioniert.

Das ist leicht gesagt, das ist ziemlich schwer für mich. Die Glaubenssätze sind ziemlich hartnäckig. Aber ich habe das Gefühl, dass sie von Woche zu Woche weicher werden. Weich genug um sie liebevoll anzuschauen und transformieren zu können. Dafür müssen sie aber erstmal weich werden. Formbar. Und während ich das Hier schreibe lässt mein Tinnitus nach und ein gutes Gefühl stellt sich ein. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es daran liegt, dass ich hier etwas mit Kreativität schaffe oder einfach nur an dem was tun liegt.

Vielleicht ist es auch die Kombination. Vielleicht würde beim Boden schrubben der gleiche Effekt entstehen. Aber halt, darauf habe ich gerade keine Lust :-). Schreiben geht irgendwie immer. Und deswegen sitz ich hier.

Meine Gedanken (Schwäche)

Ging es doch schon so oft hier um meine Gefühle, habe ich noch nicht wirklich über meine Gedanken gesprochen. Die Gedanken, die mir manchmal das Leben schwer machen. Ich übe mich ständig in Achtsamkeit und Akzeptanz. Will alles da sein lassen wie es ist. Aber ich glaube, dass ich meine Gedanken noch nicht wirklich akzeptiere …. Ich verdränge sie … Ich mag sie nicht … Ich schäme mich dafür … Ich schäme mich dafür wie oft sie mich abwerten wollen …

„Ich schaffe das nicht“ … „Ich mag mich gerade nicht“ … „Ich bin faul“ … „Niemand mag mich“ … „Ich bin alleine“ … Ja ich weiß, das hat jeder mal. Aber ich habe das Gefühl, dass es mir sehr häufig der Fall ist.

Das ist mal ein Ausschnitt. Wobei meine Angst zu versagen wirklich ganz oben angeordnet ist. Glaube ich zumindest. Beziehungsweise das Gefühl der Scham dahinter zu scheitern. Manchmal überfluten mich die Gedanken und Gefühle und es ist schwer diese anzunehmen und auszuhalten. Gerade hab ich wieder ein paar Tage wo sie besonders laut sind.

Aber was bringt es mir was anderes einzureden, wenn ich mich nunmal gerade überhaupt nicht leiden kann? Es bringt nichts. Ich muss das akzeptieren. Ich will das akzeptieren. Aber es ist mit schmerzhaften Gefühlen verbunden. Ich sehne mich danach, dass mich jemand in den Arm nimmt und sagt alles wird gut. Diese Sehnsucht ist manchmal so stark und es ist schwer mit selbst diese Zuneigung zu geben.

Ich bin grad schwach. Manchmal bin ich schwach. Und mir fällt es schwer das anzunehmen und zuzugeben. Das macht mich traurig … Ich versuche nicht zu leugnen, nicht mehr zu leugnen … Und doch ist da so ein großer Widerstand … Die Scham mich so zu zeigen … Es hat sich die Tage angebahnt und erreicht heute Abend seinen Höhepunkt … Ich lass es da sein und versuche es mir gemütlich zu machen, so dass ich mich in Sicherheit fühle. Geborgen fühle.

Denn noch brauch ich die Sicherheit um mich rum, um mich dafür zu öffnen. Vielleicht wird das irgendwann anders. Wenn ich weiter den Weg der Achtsamkeit und Akzeptanz gehe. Vielleicht kann ich mich auch mal öffnen gegenüber anderer Menschen, wenn es gerade wieder stürmt um mich herum. Ich hoffe es sehr. Ich würde es mir wünschen.

Ich wünsche euch tollen Tag da draußen!

An Tagen wie diesen

Ich habe als die „Phasen“, die „Tage“ oder wie man es auch immer nennen mag, da bin ich irgendwie schlecht drauf. Ich lasse die Gefühle da sein und verdränge sie nicht. Ich kann es manchmal nicht so ganz deuten was es ist und vor allem wo es herkommt. Da liegt einfach eine Melancholie über mir, eine Schwere. Da ist Angst, dass diese Gefühle bleiben. Darunter ist manchmal Traurigkeit, manchmal Wut. Angst vor dem Alleinsein. Ich würde dann gerne erforschen und tiefer schauen von welchem Glaubenssatz jetzt die wieder bekommen. Aber ich schaffe es nicht.

Diese Momente tauchen relativ oft. Einfach nicht so gut drauf an. Und ich weiß nicht warum. Ich würde mir manchmal wünschen, dass sie schneller wieder verschwinden. Aber sie tun es nicht, so wie ich das möchte. Ich muss da durch, ich muss es aushalten. Das kann ich mittlerweile und irgendwann gehen sie auch wieder, diese Phasen. Aber ich gehe nicht schlauer als davor hervor. Das ist das was mich dann fuchst daran. Aber vielleicht gibt es bei jedem Menschen einfach diese Phasen? Ohne einen Grund? Ich kann mich gerade einfach nicht ausstehen.

Vielleicht ist auch das Thema, dass es mir unglaublich schwer fällt mich anderen Menschen zu zeigen in diesen Phasen. Weil es mir unangenehm ist. Wenn ich zumindest einen Grund hätte: „Meine Freundin hat mich verlassen“, „Ich habe mir den Zeh gestoßen“ oder sowas. Dann könnte ich mich rechtfertigen und erklären was los ist.

Vielleicht ist das schon das Problem … Das „rechtfertigen“ … Es fällt mir einfach unglaublich schwer mich mit Wut, Ärger, Traurigkeit, schlechter Laune zu zeigen. Ich hab dann immer das Gefühl, dass ich so nicht gemocht werde. Dass ich abgelehnt oder fallen gelassen werde. Für mich ist es irgendwie noch schwer vorstellbar, dass jemand bei mir bleibt obwohl ich schlecht drauf bin, wütend bin, ärgerlich bin, traurig bin. Mir ist auch klar wo das herkommt. Ich weiß, dass es mal wieder die Kindheit ist. Aber alleine dieses Wissen macht es nicht gut.

Und wenn ich an Tagen wie diesen alleine bin (ich habe gerade Urlaub) kommen diese Momente natürlich häufiger. Ich bin einfach alleine an solchen Tagen und bekomme es schon am ersten Tag mit der Angst zu tun. Angst vor diesen Gefühlen. Angst davor, dass sie bleiben und nicht wieder weggehen. Ich will dann schnellstmöglich was im Außen suchen, dass diese Gefühle weggehen. Oder ich denke einfach ganz viel, bis ich so erschöpft vom Denken bin, dass nichts mehr geht. Meistens setze ich nich stundenlang vor das iPad und schaue ein YouTube Video nach dem anderen. Dann vergehen Stunden und mein Kopf ist total im Eimer und ich ärgere mich.

Ich versuche das mittlerweile zu unterlassen. Was im Zwang zu suchen um Gefühle zu unterdrücken um dann festzustellen, dass es keine Erleichterung gebracht hat. Weil ich es nicht aus Herzen gemacht habe. Ich habe das heute ausgehalten und ich bin nicht dem Zwang verfallen irgendetwas zu tun auch wenn ich mich schlecht gefühlt habe. Ich bin heute in meine „Lieblingsstadt“ gefahren und habe mich in ein Café gesetzt um as hier zu schreiben. Das tut mir gut. Auch wenn mein Kopf sagt, dass es völlig bescheuert ist nur wegen einem Café so weit zu fahren. Mein Kopf will mir nichts gönnen.

Mich würde interessieren wie du das handhabst. Wie gehst du mit diesen Momenten um? Was sagst du deinen Freunden die in solchen Momenten um dich rum sind? Ih würde mit freuen wenn einer meiner wenigen Leser ein Kommentar hinterlässt :-). Wünsche einen schönen Tag!

Übrigens passt das Titelbild ganz gut zu dem, wie ich mich manchmal fühle (Quelle: https://www.zaubereinmaleins.de/images/kunde/2017/SU/stimmung10.jpg)

Die Leere

Ich komme momentan leider nicht häufiger zum Schreiben. Das liegt wohl an mehreren Dingen. Nach der Arbeit kann ich mich einfach nicht noch weiter vor einen Computer setzen weil mein Kopf schon deutliche Signale sendet, dass ich das nicht tun sollte. Einfach überreizt. Ich folge einigen anderen Schreiben mit tollen Beiträgen und setze mir dann selbst die Anforderungen so hoch, dass ich denke, ich muss mir mal richtig viel Zeit dafür nehmen 🙂 Naja, sei es drum. Nun ist es mal wieder soweit.

In den letzten Wochen ging es vor allem um meine Hauptbaustelle. Das ständige „getrieben sein“. Da haben mir sehr die Beiträge von anderen geholfen, denen ich folge, um überhaupt mal irgendwie auf die Spur zu kommen, was denn der Auslöser sein könnte. Die Antwort ist umso simpler: Ich habe Angst vor unangenehmen Gefühlen wie der Einsamkeit, der Angst, dem Scham. Der Leere. Ich komme da in in so einen Zwang irgendetwas tun zu müssen ohne zu wissen was ich tun muss, oder tun kann oder tun will.

Ich kann dann nicht mehr klar denken. Ich habe dementsprechend in letzter Zeit versucht diesem Drang nicht nachzugehen und die Gefühle da sein zu lassen. Was garnicht so leicht ist. Verdränge ich doch schon seit vielen Jahren meine Gefühle. Mittlerweile bin ich immerhin in der Lage so einigermaßen zu spüren, was es denn für Gefühle sein könnten. Da bin ich echt schon stolz drauf. Und wenn ich da genau hinschaue ist sie da: Die Angst vor dem Alleine sein, die Angst nicht dazu zu gehören, die Angst ausgeschlossen zu werden. Die Angst nicht gut genug zu sein. Die Angst keine Halt von außen zu haben. Der Halt war bei mir sowieso immer ein Thema. Ich hatte nie einen bedingungslosen Halt vom meinen Eltern und konnte mir diesen selbst nicht geben. Deswegen immer die Suche im Außen nach Halt.

Wobei das mit dem gut genug natürlich ein Bestreben ist, die Ängste nicht spüren zu müssen. Warum will ich überall der Beste sein und bin so verbissen und ehrgeizig? Ich will sicherstellen, dass die Menschen mich mögen und bei mir bleiben. Und niemand schlecht über mich reden kann. Und dann passe ich mich natürlich auf der anderen Seite an um dazuzugehören. Es ist für mich immer noch schwer vorstellbar, dass ich liebenswert bin, wenn ich wütend und verärgert bin. Wenn ich faul bin und nichts leiste. Nicht mehr leisten kann.

Wie sagt meine Therapeutin so schön: Du musst dieses Gefühl 365.000 mal zulassen und durchleben. Mindest genau so lange hast du es mit aller Macht verdrängt. Das gibt mir Trost und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das gibt mir Sicherheit. Bin ich doch noch immer so unsicher was meine Gefühle, meine Intuition, mein Wollen angeht. Sicherheit vor dem „Verloren sein“. Und immer noch habe ich Angst mich in die Leere fallen zu lassen, die auftritt, wenn ich nach der Arbeit meine Wohnung betrete und Stille einkehrt.

Zudem sind mir meine Bedürfnisse auch noch nicht ganz klar. Sagen wir es mal so, ich erforsche sie noch. Da ist die eine Seite: Ich bin einerseits gerne für mich, mag die Ruhe und die Zurückgezogenheit, ich rede nicht viel nur um was geredet zu haben, ich bin eher ruhig und höre zu. Dann ist da die andere Seite: Ich will mich verbunden fühlen und dazu gehören, unter Menschen sein, neue Menschen kennenlernen, eine Partnerin kennenlernen. Diese beide Seiten führen immer noch zu manchen Konflikten. Warum? Weil da einerseits das Bedürfnis nach Verbundenheit da ist, ich aber andererseits sehr schnell überreizt bin und mir es einfach zu viel wird unter Menschen.

Ich versuche die richtige Balance zu finden. Wobei ich momentan eher mehr zu Ruhe tendiere. Die Gefühle aushalte und merke, dass ich selbst damit zurecht komme und es nicht der richtige Weg ist, Linderung im Außen zu suchen. Momentan lese ich ein Buch über das Enneagreamm. Das ist sehr interessant und erklärt mir auch so einige Dinge. Aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr.

Für heute reicht es erstmal. Ich wünsche erstmal noch einen schönen Tag und freue mich über eure Beiträge :-).

Ach ja, zum Titelbild: Das ist die Eule die ein Kinderlied singt, in dem es darum geht Kindern zu erlauben alle Gefühle zu fühlen, und dass diese völlig in Ordnung sind.

Quelle: https://static.universal-music.de/asset_new/493026/195/view/eule-fuhlt-den-beat-news.jpg

Steinbock Aszendent Fische

Die Tage macht sich in mir wieder mal eine altbekannte Unzufriedenheit breit. Und ich bin wieder bemüht die Situation zu erfassen, da sein zu lassen und zu deuten, ohne noch mehr Frust zu entwickeln. Oder gar Wut auf mich selbst. Vielleicht versuche ich ja erstmal zu reflektieren was die Tage so war:

Die Tage habe ich mich relativ viel ausruhen müssen. Heißt, ich habe nach der Arbeit einfach Ruhe gebraucht. Das heißt dann, Handy weg, Tablet weg, Social Media weg. Einfach keine Berieselung. Ich sitze dann einfach rum und lasse die Seel baumeln, oder liege. Oder mache ein bisschen Gymnastik. Irgendwie sowas.

Dazu kam noch die bittere Erkenntnis, dass mein Fuß einfach immer noch nicht gut ist und ich mich weiterhin wirklich auf das Spazieren gehen beschränken muss. Kein Badminton am Sonntag, was ich letzten Sonntag wieder einführen wollte (was auch wirklich Spaß macht). Das hat mich natürlich auch noch frustriert.

Und ich glaube dann kommt dann wieder der Kampf: Warum bin ich so? Warum brauch ich so viel Ruhe? Warum kann ich nicht so viel leisten wie andere? Warum muss ich gerade auch noch einen kaputten Fuß haben? Warum bin ich so oft so müde? Ich hadere einfach immer noch mit mir selbst.

Und wenn ich jetzt noch tiefer grabe komme ich auf noch ziemlich hartnäckige Glaubenssätze die sagen, dass mich so niemand mag. Dass mich so keine Frau attraktiv findet. Dass ich mit meinen vielen Pausen niemals eine Frau finde. Dass ich komisch bin. Das ich introvertiert und komisch bin. Es fällt mir immer noch schwer mich damit anzufreunden.

Eigentlich will ich mich ja ungern wiederholen und die Artikel interessant gestalten. Aber das ist gerade nun mal das, was in meinem Leben los ist. Ich habe eine kleine Sammlung an Artikeln und Beiträgen die ich als immer mal wieder raus ziehe wenn ich etwas Bestätigung und Aufmunterung brauche. Darunter auch ein Beitrag über die Eigenschaften von Sternzeichen und deren Aszendenten. Normalerweise bin ich kein Fan vol solchen Theme. Aber ich muss ich zugeben, ich war sehr verblüfft, was da so bei mir steht.

Genauer gesagt geht es um das Sternzeichen Steinbock Aszendent Fische. Ich versuche mich kurz zu fassen sonst sprengt das Rahmen. Aber grundsätzlich von da von einer inneren Zerrissenheit gesprochen. Zum einen den ehrgeizigen, disziplinierte und ausdauernde Steinbock, zum anderen der verträumte, antriebsschwache und empfindsame Fisch. Und ich glaube genau dieser Kampf findet auch in mir statt. Nur mit dem Manko, dass ich den Fisch nicht gefördert, sondern komplett unterdrückt habe. Wie gesagt, ich könnte noch ein Haufen mehr Eigenschaften schreiben aber das ist mir gerade zu viel.

Jedenfalls wird auch dort als „Lösung“ beschrieben, die Stärken des Fisches zu fördern. Und das ist vor allem Kreativität. Nun, ich hab mich nie mit kreativen Dingen beschäftigt. Aber ich merke es ja alleine schon durch das Schreiben dieser Artikel, die ich hier veröffentliche. Irgendwie macht mir das Spaß und es fühlt sich gut an. Vielleicht versuche ich zukünftig noch mehr diese Ader zu fördern oder einfach nur zuzulassen.

Aber vorher sollte ich noch weiter versuchen zu akzeptieren wie ich bin. Und wie bin ich? Ich nehme hier jetzt doch einige Beschreibungen aus der Sternzeichen Geschichte:

  • Ich habe einen gutmütiger Charakter mit einem Hang zu Verschlossenheit. Nach außen bin ich manchmal kühl und distanziert, tief im Innern habe ich aber eine Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Verlässlichkeit.
  • Ich habe den Hang zu Träumereien. Solle es einmal zu hektisch in meinem Umfeld zugehen, ziehe ich mich zurück. Das ist eine Art Selbstschutz, um wieder zu mir selbst zurückfinden zu können. Feste Erholungsintervalle sind für meinen Seelenfrieden von großer Bedeutung.
  • Ich bin ich ein einfühlsamer und zuverlässiger Mensch. Im Familien- und Freundeskreis bin ich ein zuverlässiger und vertrauensvoller Ansprechpartner, was wenn ich nicht aufpasse bis zur Selbstaufgabe führen kann.
  • Ich bin eher introvertiert und gebe mein tiefstes Inneres nur wenigen Menschen preis.
  • Ich habe eine sensible und Wahrnehmung und Auffassungsgabe.

Interessant sind da auch noch die Tips zum Umgang mit diesen Charaktereigenschaften. Dass ich trotz der träumerischen Ader eine aktive Seite habe, die ich ab und an ausleben sollte. Dafür geeignet sind leichte sportliche Betätigungen wie etwas Schwimmen, Gymnastik und Tanz. Das meine Einfühlungsgabe und mein Gespür für die die Gefühlslage meiner Mitmenschen mir in vielen Situationen den richtigen Weg zeigen werden.

Zum Abschluss ist interessant, dass mich das Schreiben dieses Artikels hier richtig gut getan und Spaß gemacht hat. Ich werden dran bleiben und berichten und lasse das Geschrieben auch erstmal sacken. Ich werde berichten wie es weitergeht.

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