Vielleicht gleich zu Beginn. Der Name des Titels soll nicht irgendwie Menschen nach ihrer Nationalität bewerten. Ich hoffe das merkt man in dem Beitrag dazu.
Ich gehe häufig spazieren bei mir in der Umgebung. Häufig den selben Weg. Dabei begegne ich häufig einem Mann auf meinem Weg. Er wohnt bei mir im Haus. Ich kenne seinen Namen nicht. Ich weiß nur, dass er alleine lebt und Russe ist. Ich weiß nicht ob er eine Arbeit hat, aber ich sehe ihn nie zur Arbeit gehen wie so manch andere. Er hat glaube ich auch kein Auto. Er ist viel zu Fuß unterwegs. Alleine.
Ich merke wie ich diesem Mann mit Vorurteilen begegne. Und innerlicher Ablehnung. Warum? Er spiegelt mir meinen eigene Anteile in mir die ungewollt sind. Bei denen ich wegschauen will. Irgendwie eine Art scheitern. Es nicht geschafft zu haben. Vielleicht Probleme zu haben. Kein Bilderbuch Leben a la mein Haus, mein Auto, meine Frau, meine Kinder.
Ich habe Angst auch so zu enden. Wie vermutliche viele. Und deswegen begegnet man solchen Menschen mit Ablehnung. Aber ich sehe dass eine Art wertvolle Erfahrung etwas über mich selbst zu lernen. Mich mit meinen vermeintlichen Schwächen und meiner Situation anzufreunden. Dann kann ich auch solchen Leuten freundlich begegnen.
Übrigens schaut er immer weg wenn wir uns irgendwo auf einem Feldweg begegnen. Ich denke er erkennt mich und weiß dass ich ihn kenne. Er macht sich bestimmt auch Gedanken darüber was ich über ihn denke. Dabei haben wir was gemeinsam: Wir gehen beide gerne spazieren und das gewollt oder ungewollt alleine. Alleine das schreiben dieses Satzes ruft eine kleine Verbundenheit in mir hervor. Eine bisschen Wärme entsteht im Herz.