Montag und so

Ich merke wie ich beim Schreiben automatisch in einen „Beitragsmodus“ rutsche. Der ist vielleicht schön zu lesen aber drückt nicht 100% aus, was in mir los ist. Und irgendwie ist das für mich auch nicht befriedigend. Deshalb werde ich mehr in den Tagebuch-Modus wechseln.

Okay, den Tag habe ich doch ganz gut rumgebracht. Bei den letzten Frauen die ich kennengelernt habe war das viel schlimmer. Ich habe doch etwas dazu gelernt. Aber nochmal ganz kurz, was fällt mir so schwer?

Ich will das, was wir gerade haben festhalten. Nicht mehr hergeben. Ich will eine Versicherung haben, dass sie nur mich will und bei mir bleibt. Ich hab sie echt gerne. Ich habe mich ein bisschen verliebt. Ich versuche das Glücksgefühl zu genießen, aber ich denke schon weiter.

Ich habe es nicht gelernt eine gesunde Beziehung mit Nähe und Halt zu haben. Irgendwie musste ich mich immer anstrengen und anpassen, dass ich sein durfte. Mir fehlt das Vertrauen, dass ich mal scheisse sein darf. Dass ich mal komisch sein darf. Dass ich mal Nein sagen darf. Dass ich mal versagen darf. Dass ich ruhig sein darf. Dass ich wütend sein darf.

Es ist für mich schwer vorstellbar, dass dann trotzdem jemand bei mir bleiben will. Dass mich jemand trotzdem liebt. Ich habe Angst, dass sie einen besseren findet und mich dann austauscht. Und ich habe Angst, dass ich dann nie wieder jemand so tolles treffe.

Okay, lass uns mal ein bisschen Objektivität in die Sache bringen: Sie wird weiterhin auf interessante Männer stoßen, ich werde weiterhin auf interessante Frauen stoßen. Frauen und Männer die wir jeweils beide irgendwie anziehend finden. Ich denke, das lässt sich nicht vermeiden.

Aber gibt es da nicht irgend ein kleines Band, dass uns beide bereits etwas zusammenhält? Das bereits mehr ist als, du siehst toll aus und ich finde dich interessant? Da sie toll ist weiß ich. Gibt es da nicht auch was, was an mir toll ist?

Ich mache mir zu Aufgabe, mal ein paar Dinge zu sammeln ..

Bei mir bleiben: #2

Ich habe schon ein paar Erkenntnisse gesammelt, wie das so ist mit dem „Bei mir bleiben“. Vielleicht fange ich damit, was für mich überhaupt Voraussetzung war um es überhaupt mal probieren zu können:

Ich kann nur bei mir bleiben wenn mich die Reaktionen, Gefühle, Handlungen die von anderen kommen nicht schocken / überfordern oder wie man so schön sagt „triggern“. Das heißt, ich muss nicht sofort in die Flucht oder in den Angriff wenn Mama traurig ist oder Papa wütend ist. Das sind schon mal gute Beispiele finde ich.

Soweit so einfach aber jetzt kommt der Knackpunkt: Wenn ich selbst nicht mit Wut oder Traurigkeit umgehen kann, dann kann ich auch nicht damit umgehen, wenn andere mir gegenüber traurig oder wütend sind. Nicht mehr und nicht weniger. Warum lehnt mich Mama ab wenn ich traurig oder schwach bin? Sie kann selbst nicht damit umgehen. Warum lehnt mich Papa ab wenn ich wütend meine Grenzen setze? Weil er selbst nicht mit Wem umgehen und Grenzen setzen kann.

Wenn ich aber bei mir bleiben will, muss ich in mir zu Hause sein, mit diesen Gefühlen. Ich muss andere nicht ablehnen und werde nicht überschwemmt von den Gefühlen anderer. Ich kann mitfühlend sein, weil ich selbst diese Gefühle kenne und weiß, dass sie okay sind und vorüber gehen. Kann anschließend aber wieder ganz bei mir sein.

Ich bin nicht verantwortlich für die Befindlichkeiten anderer. Ich bin verantwortlich für mich. Ich kann wütend und bestimmend sein, ich kann traurig sein. Andere dürfen mir gegenüber wütend und bestimmend sein und mir gegenüber traurig sein.

Ich habe das lange verdrängt. Ich wollte nie so wie Papa sein. Niemals wollte ich so wütend und ablehnend sein. Ich wollte diese Eigenschaft nicht bei mir haben. Aber so funktioniert das nicht. Ich habe es lange versucht. Nur wer „Ja“ zu sich sagt, kann auch „Ja“ zu anderen sagen.

Ich muss auch nicht Angst um Mama haben. Mama darf traurig sein, ich darf traurig sein. Jeder für sich. Ich muss nicht wütend und absehenden reagieren aus Angst diese Traurigkeit nicht auszuhalten die ich eigentlich selbst in mir spüre aber wegdrücken muss. Weil ich mich immer zuerst um mich kümmere und alles fühlen darf. Ich bin genauso wichtig wie jeder andere Mensch auf dieser Welt. Wir sind alle wichtig.

„Wir dürfen nicht länger danach schielen, wie andere uns sehen, und uns anpassen, damit wir geliebt werden. Sondern uns dafür lieben, dass wir uns der Welt und unseren Mitmenschen mitteilen. Stärke entsteht nicht durch Liebkind-Sein-Wollen sondern durch sich Hinstellen.“

https://www.ekke-scholz.de/angst-vor-emotionaler-naehe/

„Wir müssen loslassen, was wir glauben tun zu müssen, um geliebt zu werden. Und in das Vertrauen, was wir sind. Uns selbst fühlen und und selbst nah sein“

https://www.ekke-scholz.de/angst-vor-emotionaler-naehe/

Entscheidung

Manchmal im Leben muss man Entscheidungen treffen. Diese sind nicht immer nur erleichternd sondern haben auch was vom Abschied. Wenn man zu einer Sache „Ja“ sagt, sagt man immer auch zu einer anderen Sache „Nein“.

Ich habe mich dazu entscheiden meinen ursprünglichen Traum von einem eigenen Haus aufzugeben. Geplant war ein sogenanntes „Modulhaus“ mit ca. 60qm Wohnfläche für mich. Das Grundstück dafür hätte ich gehabt (in einem Neubaugebiet). Ich muss zugeben, eigentlich hatte ich diesen Plan schon verworfen und mich dazu entschlossen nach einer Eigentumswohnung Ausschau zu halten. Plötzlich kam der Anruf von der Stadt, dass ich als Bewerber genommen wurde.

Zuerst dachte ich „Okay, das muss Schicksal sein, schaue ich mir das Thema wieder an“. Der erste Tiefschlag kam, als ich feststellte, dass sich die Preise für Häuser allgemein fast verdoppelt im Gegensatz zu der Zeit, als ich diesen Plan entworfen habe. Dann habe ich gedacht „ach komm, wenn schon teurer, dann kannst auch bissl größer bauen und ein rechtes Fertighaus bauen“. Das waren Summen, da ist es mir schwindelig geworden.

Dann bin ich wieder in die Richtung „billiger bauen“ mit sogenannten Modulhäusern. Eigentlich sind diese normale Fertighäuser, aber man muss halte sagen, dass überall gespart ist. Das entspricht eigentlich garnicht meiner Art. Ich kaufe selten und verzichte normalerweise lieber, aber wenn ich mir was gönne, dann eher hochwertig.

So ging das hin und her. Ich habe nur noch recherchiert um dieses ungute Gefühl wegzubekommen und mir Sicherheit zu geben. Aber es wurde nicht besser. Der Gedanke an die Kreditsumme und diesen Klotz am Bein hat mir Angst gemacht. Da konnte mir alle noch so gut zu reden und sagen, dass es Ihnen bei ihrem Haus genau so ging. Nein, ich muss ja damit leben.

Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, vom Kauf zurückzutreten. Das war eine schwere Entscheidung. Eine Entscheidung auch gegen die gesellschaftliche Meinung man müsste doch ein Haus kaufen. Ich bin noch nicht so weit, ich brauche Freiheit, Flexibilität. Ich weiß noch nicht ob sich vielleicht doch noch Änderungen an meinen Lebensumständen ergeben.

Und ja … auch eine Wohnung wird teuer, vielleicht nicht viel billiger als dieses Projekt. Aber mit einer Wohnung bin ich flexibler. Eine 80qm Stadt-Wohnung bekomme ich im Zweifelsfall leichter vermietet als ein 60qm Bungalow auf dem Dorf. Und auch leichter verkauft. Für so ein „Tiny-House“ / „Modulhaus“ brauch man schon etwas Liebhaber. Aber die wollen auch nicht mehr Miete bezahlen als es die Fläche hergibt.

Am Ende gibt mir das Modell mit der Wohnung mehr Flexibilität und Sicherheit. Und ich kann weiter in Ruhe schauen ohne die Angst zu haben das Geld „kaputt zu machen“. Ein Eigenheim ist nicht der einzigste Weg sein Geld anzulegen. Zumal die Kaufpreise grad auf sehr hohem Niveau eher stagnieren und die Mieten eher langsam nachziehen. Da spare ich mir in dieser Zeit lieber Geld zur Seite und lege diese in Fonds an, die auch nicht schlecht sind.

Irgendwann kommt die Zeitpunkt, an dem sich alles richtig anfühlen wird. Ich bin noch nicht soweit. Und das ist okay so.

Bei mir bleiben: #1

Schon einige Zwiebelschichten konnte ich lösen bzw. mir schauen was jeweils darunter liegt. So ziemlich ganz unten liegt die Angst vor Ablehnung. Diese macht es mir schwer mich verletzlich zu zeigen oder Nähe zuzulassen. Jeder hat mehr oder weniger einen Schutzmechanismus um diese Angst nicht zu fühlen. Vor allem als Kinder müssen wir natürlich Lösungen finden um weiterhin zu funktionieren, weil wir sind ja abhängig von unseren Eltern und müssen versorgt werden.

Meine Strategie basiert auf zwei Teilen. Beiden haben damit zu tun im Außen zu sein. Einerseits geht es darum die Erwartungen, Gefühle, Gedanken von anderen zu erspüren, dass eine Ablehnung garnicht erst entstehen kann. Andererseits geht es darum, die eigenen unangenehmen nicht Gefühle nicht spüren zu müssen. Bedeutet also man ist immer im Außen und nicht mehr bei sich. Man spürt nicht mehr was man selbst fühlt, braucht, denkt. Es geht immer nur um Andere.

Ich will jetzt garnicht genauer auf die Ursachen eingehen und zurück schauen. Natürlich gibt es dafür Gründe aus der Vergangenheit. Viel mehr ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist bei mir zu bleiben, beziehungsweise immer wieder zu mir zurück zu kommen. Mein „alter Beschützer“, so nenne ich ihn, will sich immer wieder den Kopf über andere zerbrechen: „geht es ihr gut?“ / „was denkt er über mich?“ / „ist sie sauer auf mich?“…

Nein, ich mache mir nicht nur darüber Gedanken wenn niemand um mich rum ist, ich versuche zu erfühlen wie es den anderen geht. Das klingt zwar sehr nett gemeint, und kann als tolle Eigenschaft angesehen werden, aber das bringt mich nicht weiter. Das kostet Kraft, das entfernt mich von mir selbst. Ich bin nicht dafür verantwortlich wie es anderen geht, ich bi dafür verantwortlich wie es mir geht.

Ich merke immer wieder wie ich abdrifte zu diesem Verhalten, aber das ist nicht schlimm. Es sind alte Mechanismen die mal gut waren und mich beschützt haben. Nun bin ich erwachsen. Und ich merke wie ich mich immer wieder zu meinem Befinden zurück holen kann. Und das auch mit voller Überzeugung, ohne schlechtes Gewissen irgendjemand dafür fallen zu lassen. Bis hierhin war es ein langer Weg. Man muss es sich erstmal selbst wert sein, dass man das durchsetzen kann.

Es gibt bestimmte Personen in meiner Familie, die das noch nicht akzeptieren können. Sie sind es anders gewohnt. Sie strafen mich heute noch mit Ablehnung wenn ich mich nicht so verhalte, nicht so funktioniere wie sie es möchten. Sie können nicht anders, sie sind es nicht anders gewohnt. Ich merke wie eine Welle der Gefühle mich durchströmt aus Angst, Wut und Traurigkeit wenn das passiert. Immer noch.

Trotzdem merke ich, wie ich immer wieder zu mir zurück kommen kann, zu meinem Körper, zu meinen Gefühlen. Und das ohne schlechtes Gewissen. Ich will nicht in die Opferrolle fallen und wie schon so oft in meiner Phantasie vorgestellt, diese Personen beschimpfen und raufholen, was sie mir alles angetan haben. Ich will klar und und im Jetzt sein. Ich will meine Grenze setzen und für mich selbst verantwortlich sein.

Ich kann erkennen und anerkennen, dass mein Herz rast, ich Angst habe, ich wütend bin, wenn mein Handy klingelt und diese Personen versuchen mich zu erreichen. Ich habe Angst Erwartungen erfüllen zu müssen. Ich habe Angst abgelehnt zu werden. Das ist okay. So ist es jetzt. Vielleicht flacht das mit der Zeit ab, aber ich habe es nicht eilig.

Wichtig ist erstmal nur, dass ich bei mir bleibe, weil ich wertvoll bin. Und du bist es auch!

#6: Another sweet Sunday

Neujahrsvorsätze sind eigentlich garnicht meins. Doch dieses Jahr habe ich etwas für mich festgelegt, dass ich gerne teilen möchte. Okay, genau genommen kam die Entscheidung ein bisschen verspätet aber sei es drum. Es geht um das alte Thema Kaffee, Alkohol, Zigaretten und die zugehörigen Themen.

Mir ging es Anfang des Jahres überhaupt nicht gut. Grund dafür waren zum einem großen Teil zwei Abende in einer Woche in denen ich Alkohol getrunken und geraucht habe. Warum ich das mache? Dazu gleich nochmal mehr. Ich merke schon immer, dass mir (alles was irgendwie Wirkung auf das Nervensystem) hat nicht gut tut. Mir geht es körperlich und seelisch sehr schlecht danach. Ich werde über Tage unruhig, nervös, mir ist schwindelig, ich habe wie ein Nebel im Gehirn, meine Stimmung geht über von melancholisch zu depressiv.

Über die Entzündungsreaktionen in meinen Körper habe ich bereits schon gesprochen. Ich wollte mir diese „Schwäche“ nicht eingestehen. Habe gedacht, die anderen machen das doch auch, denen geht es bestimmt am nächsten Tag auch nicht gut, stell dich nicht so an. Du musst an diesen Tagen einfach mit deinen gelernten Werkzeug da durch. Und irgendwann bist du „geheilt“ und dann bist du auf dem Stand der Anderen. So ungefähr.

Dementsprechend gab es immer ein hin und her. Aber jeder Mensch hat eine eigene Reizschwelle und ein anderes reagieren / empfinden auf Substanzen. Das hat nichts mit Stärke oder Schwäche zu tun, sondern mit der Individualität der Menschen. Warum habe ich dann nicht einfach damit aufgehört? Nach dem dem Motto „Was mir nicht gut tut lass ich sein“? Das habe ich mir sehr oft gefragt.

Ich glaube mittlerweile weiß ich das so ungefähr. Es hat viel mit Angst vor Ablehnung zu tun, das glaube ich jeder kennt. Es geht nicht darum abgelehnt zu werden, weil alle Alkohol trinken und ich nicht. Es geht um Angst abgelehnt zu werden dafür wie ich bin. Wie bin ich denn? Unter Menschen oft still und zurückhaltend. Ich erzähle am Anfang wenig und wenn es passen sollte dann kann ich auch mal viel erzählen. Aber wenn es gerade nicht passt, dann bin ich still.

Dann denke ich, dass ich ein uninteressanter Mensch bin, der nichts zu erzählen hat, der langweilig ist. Aber dieses Thema kennen wir ja schon und darum soll es gerade nicht vordergründig gehen. Es geht um Alkohol und co. Fakt ist, dass wenn ich Alkohol, Kaffee, grünen Tee, (übermäßig) Zucker weglasse, nach ein paar Tage eine Veränderung spüre.

Meine dauernde Nervosität verschwindet, meine Stimmung hellt auf, ich bin nicht mehr so müde, ich komme morgen aus dem Bett. Das hat ein paar Tage gedauert bis sich das nach und nach gezeigt hat. Das wir uns richtig verstehen: Diese Erkenntnis ändern nichts daran, dass ich ein sensibler zu Ängsten neigender Mensch bin und auch bleibe. Nein. Aber das Fass an Reizen die von außen und innen kommen ist erstmal leer und nicht schon Dreiviertel gefüllt, so dass jede Kleinigkeit das Nervensystem zum Überlaufen bringt.

Ich habe mich immer gefragt warum ich so nervös bin, so müde, so erschöpft und meine Batterien sich nicht aufladen. Natürlich habe bzw. hatte ich auch an Themen zu arbeiten die meinen emotionalen Stress reduzieren. Das ist ein Baustein. Aber für mich zu erkennen und zu akzeptieren, dass ich diese Stimulanzien (Kaffe, Alkohol, grünen Tee, Zigaretten) nicht vertrage ist ein wichtiger Schritt.

Dieser Schritt heisst aber völlig nur mit sich zu sein. Mit allem was da kommt. Die Angst vor Ablehnung anzunehmen, hinzuschauen, damit zu experimentieren. Da ist nichts, was dich aufputschen kann, was dich lockerer macht, was dich kurzzeitig fröhlicher oder offener macht.

Nur ich.

#5: Erwartungen

Es ist schon interessant wie sich ein Leben verändern kann wenn man aus dem ständigen Bewerten rauskommt bzw. wenn dieses bewusst wird. Die Unterteilung in Gut und Schlecht die durch die Gesellschaft oder die Erziehung vorgelebt wird. Das kann man alles hinterfragen und für sich neu definieren.

Noch präsenter war für mich über die Feiertage das Thema Erwartungen. Wie viele Menschen doch irgendwelche Erwartungen an Freunde und Familie haben und dann gekränkt, beleidigt, traurig, wegstoßend reagieren wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Und warum? Na zum einen weil man zwischen Erwartungen und Wünschen unterscheiden sollte. Wünsche an unsere Mitmenschen darf jeder haben und auch formulieren.

Der andere hat aber auch das Recht diesen Wunsch nicht erfüllen wollen zu dürfen (Komplizierter Satz). Bei Erwartungen geht man ja schon irgendwie davon aus, dass der andere diese erfüllen muss. Da kann man ja oft nur enttäuscht werden. Zudem lassen sich Wünsche viel besser kommunizieren als Erwartungen.

„Der hat mir weniger geschenkt …. Die hat mich nicht zum Geburtstag eingeladen …. Der meldet sich nicht oft wie ich mich…“ und so weiter. Ich stelle diese Phänomen auch ordentlich in unserer Familie fest. Jeder irgendwie mit jedem beleidigt, aber keiner kann darüber sprechen. Die Scham ist zu groß sich bedürftig zu zeigen, Wünsche zu äußern, Fehler einzugestehen. Ich habe keine Lust da mitzumachen. Ich will Offenheit, Wahrheit, Verletzlichkeit.

Ich bin diesen Personen auch nicht böse. Sie können nicht anders. Sie haben es nicht anders gelernt. Ich kann nur sagen, dass zumindest an meiner Linie des Stammbaums damit Schluss sein soll. Und nein, auch nicht bin nicht perfekt und kann alles sofort super. Aber ich kann mir im Nachhinein Gedanken darüber machen und feststellen, dass ich vielleicht nicht alles richtig gemacht habe.

Ich finde dieses Thema übrigens auch zum Thema Partnersuche sehr interessant. Ich habe mich letzt mit einer ebenfalls Single Freundin darüber ausgetauscht. Faszinierend wie sehr wir doch einem Bild hinterher jagen wie dies und das sein muss. Man muss beim ersten Begegnen hin und weg sein. Es muss kribbeln. Es müssen tausend Gesprächsthemen da sein. Es muss funken und so weiter. Wir denken an unsere erste große Liebe mit 20 und denken, dass diese Gefühle von damals sofort wieder da sein müssen, sonst ist es nicht das Richtige.

Ich ertappe mich auch selbst dabei. Wie gesagt, auch mir geht es so. Aber ich habe auch darauf keine Lust. Man muss doch einen Menschen erstmal kennen lernen. Zeit mit ihm verbringen. Nicht gleich urteilen. Anziehend finden, vielleicht wieder kurz aus den Augen verlieren. Dann vielleicht noch anziehender finden. Vielleicht die guten und komischen Seiten mögen. Vielleicht auch lieben lernen. Aber das alles hat sein eigenes Tempo.

Das Problem ist, dass wir mit Tinder und co. so eine riesige Auswahl haben. Wenn mir beim Kennenlernen etwas nicht gefällt frage ich mich doch ob sich das lohnt, weil es ja noch so viel andere gibt die vielleicht besser passen. Und auf dem Bildern sehen die doch alle so süß und liebenswert aus. Puh, da könnte meine Traumfrau dabei sein.

Aber zurück zu den Erwartungen. Ich finde es sehr erdrückend wenn alle irgendwelche Erwartungen an einen haben. Ich möchte meine engsten Freunde darüber aufklären und davon erzählen wie mir es damit geht. Ich bin mir sicher, dass jeder das auch kennt und sogar ein präsentes Thema hat. Ich finde es vor allem schwierig innerhalb Familien. Man muss nicht über seinen eigene Grenzen, Werte, Ressourcen gehen um es anderen recht zu machen. Ich finde bei Familien wird das oft übersehen.

Quelle: https://lustauferfolg.ch/wp-content/uploads/Erwartungen.jpg

#4: Nothing special

„It comes and goes in waves, it always does“

Ich gebe mir heute damit zufrieden einen Textabschnitt in neuer Farbe erstellt zu haben. Man lernt ja nie aus. Mal schauen was sich noch ergibt heute. Der Kneipenabend mit Freunden gestern Abend wirkt sich nicht unbedingt positiv auf meine Motivation heute aus. Das Fernsehprogramm langweilt mich und ist teilweise an Niveaulosigkeit nicht zu überbieten.

Fernseher wieder aus. Laptop auf. Schreiben. Von Musik berieseln lassen. Fühlt sich gut an. Die Rauhnächte sind in vollem Gange. Einfach mal sein. Feinste elektronische Klänge. Der Geruch nach Kaffee. Die Kraft des Waldes. Oder ganz einfach, ich habe Lust auf Kaffee und einen Waldspaziergang :-).

#3: Es ist wie es ist

Hab gestern Abend eine große Portion rote Linsen mit nicht nicht ausreichend gekochtem Brokkoli gegessen. Ich hatte die halbe Nacht Bauchschmerzen und mir war schlecht. Hab kaum geschlafen.

Ich habe meine Kaffeephase wieder ausgereizt. Das Ergebnis kann sich wieder sehen lassen. Entzündetes Zahnfleisch. Entzündungen dort, wo kein Licht hinkommt. Wechsel und Durchfall und Verstopfung. Die Kaffe -und Zigarettenabstinenz wird wieder eingeläutet.

Ich merke immer wieder, was mir auf der Arbeit fehlt: Ziele und Anerkennung. Ohne Ziele fällt es mir vor allem im Home Office schwer Motivation zu finden. Das Thema Anerkennung ist wohl eher ein strukturelles Thema. Strenge Hierarchien, schlechte Führungskräfte ohne soft skills. Schlechte Kommunikation. Viel Ego. Ich versuche mich damit abzufinden. Mal schauen wie lange das noch gut geht.

Das Verhältnis zur Schwerster gerade schwierig. Funkstille. Geht gerade nicht anders. Zu viel Verletzungen und unterdrückte Wut sind noch in mir die verarbeitet werden wollen. Das Verhältnis aus Geben und Nehmen ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich brauche etwas Abstand. Bin erstmal nicht bereit weiter zu geben und mich verletzen zu lassen. Ich bin guter Hoffnung, dass sich das alles Stück für Stück geben wird. Ein Schritt nach dem Anderen, wenn es soweit ist. Ich darf mein Tempo gehen.

Ich hab viel Zeit. Hat Vor -und Nachteile. Einerseits genieße ich es. Andererseits setzt mich das unter Druck produktiv sein zu müssen. Kreativ sein zu müssen. Klavier spiele wie Ludovico Einaudi, Schreiben wie Seneca. Vielleicht bin ich nur durchschnittlich? Oh mein Gott!

„Durchschnittlich sein“. Das Thema nehme ich mal auf. Sehe interessant wie schwierig es für mich ist das anzunehmen. Ich lass es für heute mal so stehen. Muss ja nicht ständig denken.

Morgen Weihnachten. Die ganze Familie da. Das wird eine Herausforderung. Die harmonische „Bilderbuch-Familie“ kann ich mir abschminken. Die Realität sieht anders aus. Streit. Anspannung. Ist das überstanden dürfen sich auch schöne Momente blicken lassen. Es ist wie es ist. Harmonie hole ich mir woanders. Freunde, Bücher, Musik, Spazieren gehen.

Ich habe mich mit neuen Büchern eingedeckt. Habe da noch einige „Sternstunde Philosophie“ Podcasts in der Warteschlange. Gehe spazieren im Wald wenn ich mal Durchatmen muss. Behandle meinen Körper wieder ganz vernünftig. Lasse auftretende Gefühle der Einsamkeit (alt oder neu) zu und finde weiter heraus was ich brauche.

Literatur: Doris Dörrie – „Leben, schreiben, atmen“

Auf meinem ZEN-Seminar ist mir beim Entdecken des dortigen Buchladens ein Buch in die Hände gefallen, nachdem ich garnicht gesucht habe. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Klappentext:

„Für Doris Dörrie ist Schreiben eine Methode, intensiver zu leben. Innezuhalten, sich zu erinnern und die Welt besser kennen zu lernen.“

“ Die große Autorin und Regisseurin lädt uns ein, das Glück des täglichen Schreibens mit ihr zu teilen: einfach loszuschreiben, über das eigene Leben, und dabei auf Scham, Angst, Selbstzweifel und Rechtschreibregeln zu pfeifen.“

“ Und so ist Leben, schreiben, atmen auch das Porträt einer furchtlosen, neugierigen und inspirierenden Frau, die uns Mut macht, weiterzuatmen, weiterzuschreiben und weiterzumachen, egal, was das Leben bringt.“

Was soll ich sagen? Zufall? Schicksal? Keine Ahnung. Aber dieses Buche kam genau im richtigen Moment und hat mich bestärkt wieder zu schreiben. Hat mir gezeigt, dass es auch andere Menschen gibt, die einfach nur Schreiben wollen und irgendwas daraus schöpfen. Und es räumt mit diesem Gedanken auf, dass einfach die Gedanken aufzuschreiben nicht wertvoll sei. Denn: Für mich ist dieses Buch wertvoll!

#2: Spaziergang

Ich gehe oft und gerne im Wald spazieren. Der Wald hat was beruhigendes, heilendes, beschützendes. Die Bäume als miteinander verbundene Lebewesen sind einfach da. Sie sind bei dir. Sie bewerten nicht, sie reden nicht, sie sind einfach da.

Welchen Weg gehe ich heute? Ich gehe den matschigen Weg. Da habe ich meine Ruhe. Die meisten Leute gehen die vielgelaufenen Wege ohne Matsch. Ich versuche achtsam zu bleiben und mich von der Natur begeistern zu lassen. Sind da irgendwelche tollen Tiere? Irgendwelche tolle Pflanzen? Hm, nein. Irgendwie nicht. Okay, auch gut.

Ich begegne auf der großen Runde lediglich 2 Menschen. Keine Unterhaltung. Ein kurzer Blick, ein kleines Grinsen, ein Gefühl der Verbundenheit. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber wir „Matschweg-Menschen“ müssen garnicht viel reden aber spüren da eine gewissen Sympathie. Es fühlt sich toll an nicht alleine zu sein. Alleine laufen, aber trotzdem verbunden.

Wenn man mit der Erwartung spazieren geht, dass irgendetwas passieren muss, verkrampft man total. Wenn man denkt man muss durch den Waldspaziergang irgendwelche sinnlichen Erfahrungen machen, absolute Freude empfinden, totale Dankbarkeit will man etwas erzwingen. Das funktioniert bei mir nicht.

Wenn man aber mit offenen Augen und Aufmerksamkeit durch den Wald geht ohne Erwartungen dann können sich Dinge ergeben. Und auf einmal ist alleine die Tatsache, Menschen auf seinem Weg zu begegnen, die einen einfach nur ein Lächeln schenken eine große Freude.

Blog ADHS-Spektrum

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persönlicher Blog von Tanja Wendel

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