Manchmal im Leben muss man Entscheidungen treffen. Diese sind nicht immer nur erleichternd sondern haben auch was vom Abschied. Wenn man zu einer Sache „Ja“ sagt, sagt man immer auch zu einer anderen Sache „Nein“.
Ich habe mich dazu entscheiden meinen ursprünglichen Traum von einem eigenen Haus aufzugeben. Geplant war ein sogenanntes „Modulhaus“ mit ca. 60qm Wohnfläche für mich. Das Grundstück dafür hätte ich gehabt (in einem Neubaugebiet). Ich muss zugeben, eigentlich hatte ich diesen Plan schon verworfen und mich dazu entschlossen nach einer Eigentumswohnung Ausschau zu halten. Plötzlich kam der Anruf von der Stadt, dass ich als Bewerber genommen wurde.
Zuerst dachte ich „Okay, das muss Schicksal sein, schaue ich mir das Thema wieder an“. Der erste Tiefschlag kam, als ich feststellte, dass sich die Preise für Häuser allgemein fast verdoppelt im Gegensatz zu der Zeit, als ich diesen Plan entworfen habe. Dann habe ich gedacht „ach komm, wenn schon teurer, dann kannst auch bissl größer bauen und ein rechtes Fertighaus bauen“. Das waren Summen, da ist es mir schwindelig geworden.
Dann bin ich wieder in die Richtung „billiger bauen“ mit sogenannten Modulhäusern. Eigentlich sind diese normale Fertighäuser, aber man muss halte sagen, dass überall gespart ist. Das entspricht eigentlich garnicht meiner Art. Ich kaufe selten und verzichte normalerweise lieber, aber wenn ich mir was gönne, dann eher hochwertig.
So ging das hin und her. Ich habe nur noch recherchiert um dieses ungute Gefühl wegzubekommen und mir Sicherheit zu geben. Aber es wurde nicht besser. Der Gedanke an die Kreditsumme und diesen Klotz am Bein hat mir Angst gemacht. Da konnte mir alle noch so gut zu reden und sagen, dass es Ihnen bei ihrem Haus genau so ging. Nein, ich muss ja damit leben.
Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, vom Kauf zurückzutreten. Das war eine schwere Entscheidung. Eine Entscheidung auch gegen die gesellschaftliche Meinung man müsste doch ein Haus kaufen. Ich bin noch nicht so weit, ich brauche Freiheit, Flexibilität. Ich weiß noch nicht ob sich vielleicht doch noch Änderungen an meinen Lebensumständen ergeben.
Und ja … auch eine Wohnung wird teuer, vielleicht nicht viel billiger als dieses Projekt. Aber mit einer Wohnung bin ich flexibler. Eine 80qm Stadt-Wohnung bekomme ich im Zweifelsfall leichter vermietet als ein 60qm Bungalow auf dem Dorf. Und auch leichter verkauft. Für so ein „Tiny-House“ / „Modulhaus“ brauch man schon etwas Liebhaber. Aber die wollen auch nicht mehr Miete bezahlen als es die Fläche hergibt.
Am Ende gibt mir das Modell mit der Wohnung mehr Flexibilität und Sicherheit. Und ich kann weiter in Ruhe schauen ohne die Angst zu haben das Geld „kaputt zu machen“. Ein Eigenheim ist nicht der einzigste Weg sein Geld anzulegen. Zumal die Kaufpreise grad auf sehr hohem Niveau eher stagnieren und die Mieten eher langsam nachziehen. Da spare ich mir in dieser Zeit lieber Geld zur Seite und lege diese in Fonds an, die auch nicht schlecht sind.
Irgendwann kommt die Zeitpunkt, an dem sich alles richtig anfühlen wird. Ich bin noch nicht soweit. Und das ist okay so.