Ich gehe oft und gerne im Wald spazieren. Der Wald hat was beruhigendes, heilendes, beschützendes. Die Bäume als miteinander verbundene Lebewesen sind einfach da. Sie sind bei dir. Sie bewerten nicht, sie reden nicht, sie sind einfach da.
Welchen Weg gehe ich heute? Ich gehe den matschigen Weg. Da habe ich meine Ruhe. Die meisten Leute gehen die vielgelaufenen Wege ohne Matsch. Ich versuche achtsam zu bleiben und mich von der Natur begeistern zu lassen. Sind da irgendwelche tollen Tiere? Irgendwelche tolle Pflanzen? Hm, nein. Irgendwie nicht. Okay, auch gut.
Ich begegne auf der großen Runde lediglich 2 Menschen. Keine Unterhaltung. Ein kurzer Blick, ein kleines Grinsen, ein Gefühl der Verbundenheit. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber wir „Matschweg-Menschen“ müssen garnicht viel reden aber spüren da eine gewissen Sympathie. Es fühlt sich toll an nicht alleine zu sein. Alleine laufen, aber trotzdem verbunden.
Wenn man mit der Erwartung spazieren geht, dass irgendetwas passieren muss, verkrampft man total. Wenn man denkt man muss durch den Waldspaziergang irgendwelche sinnlichen Erfahrungen machen, absolute Freude empfinden, totale Dankbarkeit will man etwas erzwingen. Das funktioniert bei mir nicht.
Wenn man aber mit offenen Augen und Aufmerksamkeit durch den Wald geht ohne Erwartungen dann können sich Dinge ergeben. Und auf einmal ist alleine die Tatsache, Menschen auf seinem Weg zu begegnen, die einen einfach nur ein Lächeln schenken eine große Freude.