ZEN und die Leere

Immer wenn ich vornehme etwas zu Schreiben sitze ich kurz da und überlege wie ich am besten Anfang kann. Ich komme nie auf ein zufrieden stellendes Ergebnis also fange ich einfach an zu Schreiben. Tag 1 nach meinem ZEN Einführungsseminar. Absurd kam es mir vor, dass ausgerechnet ich einen Kurs wähle in dem es um Stille geht. Hab ich davon als Single nicht schon genug? Die anderen Teilnehmer haben doch bestimmt alle Familien und und Trouble den ganzen Tag. Für die macht das bestimmt mehr Sinn. Alleine spazieren gehen? Wow, toll, das hab ich doch schon zu Hause. Beim Essen Stille und Schweigen? Jep, nichts Neues.

Na dann sollte das doch alles kein Problem für mich sein, oder? Doch, irgendwie schon. Es ist unangenehm. Ich empfinde dieses Schweigen in Gemeinschaft irgendwie ablehnend, bestrafend. Eigentlich wird mir nur ein Spiegel vorgehalten. Eine Seite von mir die ich immer noch so garnicht mag. Eine Seite die die Gesellschaft nicht mag. Gilt jemand doch als attraktiv und glücklich wenn er viel zu erzählen hat, andere unterhalten kann, lacht, laut ist. Im Kurs sind diese „gesellschaftlichen Konventionen“ nicht erwünscht. Nicht erwünscht klingt vielleicht nicht richtig, sie sind nicht notwendig.

Der Begriff „Leere“ ist nicht mehr negativ behaftet. „Leere ist Form, Form ist Leere“ heißt es. In der gehetzten Welt in der so viel auf uns einprasselt ist Leere garnicht möglich. Nicht erwünscht. Die Leere ist wertvoll. In der Leere ist Raum in der was neues entstehen kann, KANN, nicht MUSS. Da ist diese Angst vor Einsamkeit. Dem unangenehmen Gefühl der Einsamkeit wenn da nichts ist. Einmal tief ein- und ausatmen. Loslassen. Die Einsamkeit darf da sein, diese alte Einsamkeit. Ich halte mich nicht daran fest. Einmal tief ein- und ausatmen. Loslassen.

Es gibt viele da draußen die in diesem Augenblick mit mir verbunden sind. Auch ohne neue WhatsApp Nachrichten auf meinem Handy. Mann kann auch ohne Nachricht aneinander denken. Wenn man sich darauf einlässt kommt da irgendwann ein wohliges Gefühl aus der Leere. Ja, da denkt auch jemand an mich. Wir sind alle miteinander verbunden. Wir haben alle unsere alltäglichen Sorgen und Päckchen zu tragen. Das verbindet uns.

Da ist eine Quelle tief in mir die nie genutzt wurde. Aus Angst vor Leere und den damit unangenehmen Gefühlen die auftauchen können. Da kommt manchmal gar nichts, manchmal neue Ideen, manchmal neue Motivation, manchmal das Bedürfnis zu schreiben. Manchmal kommen da aber auch Erinnerungen die ich mit Menschen geteilt habe die tief in meinem Herzen sind. Manchmal kommt eine Träne, manchmal kommt Freude.

Ich denke diese Quelle hat jeder in sich. Man muss sich nur trauen in die Leere zu gehen und die unangenehmen Dinge darin auszuhalten. Sonst leben wir an uns vorbei und sind nur von Außen bestimmt ohne jemals unsere inneren Schätze hervor zu holen.

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