Brief an die Ex

Vor längerer Zeit habe ich einen Text geschrieben namens „Brief an die Ex“, den ich hier gerne teilen würde. Hauptsächlich ging es mir bei dem Text darum einen Strich unter die Trennung von meiner Ex-Freundin zu machen bzw. mir klar zu werden wie ich des Erfahrung für mich verbuche. Und falls mal doch wieder der „Vermissen-Modus“ anspringt, kann ich darauf zurückgreifen und mir wieder klar werden was Tatsache ist. Vielleicht kann sich der ein oder andere damit identifizieren und Gedankenanstöße liefern.

“ Ich weiß heute, dass wir zwei keine erfüllende, glückliche Partnerschaft hatten oder gehabt hätten. Ich war innerlich so verletzt und abhängig von deiner Liebe, dass es für mich gar nicht möglich war gesunde Auseinandersetzungen zu führen, die zu einer guten Partnerschaft gehören. Wir haben beide jemanden gebraucht der uns Halt gibt und annimmt mit allen Stärken und Schwächen. Wir konnten uns das nicht gegenseitig geben.

Du hättest mir wahrscheinlich unabsichtlich immer wieder sehr wehgetan. Damals konnte ich das nicht sehen, ich war blind vor Schmerz. Und trotzdem … Ich habe nie jemanden so geliebt wie dich. Ich habe ganz lange nicht verstanden, dass große Liebe und erfüllte Partnerschaft nicht automatisch das Gleiche sind.

Heute würde ich keine Beziehung mit dir wollen, obwohl mich die Trennung damals fast zerstört hat. Aber ich habe nie aufgehört, dich zu lieben. Mit Abstand betrachtet würde ich mich bedanken wollen. Für eine Lektion, die ich brauchte, um zu wachsen. Um zu lernen, auf mich zu achten und zu verstehen, dass ich es üben muss, Grenzen zu setzen ohne Angst vor Verlust. Also Verlust der Person.

Denn mich selbst hatte ich verloren. Die Notbremse habe ich viel zu spät gezogen. Und vielleicht wäre diese (wie auch Beziehungen danach) ganz anders gelaufen, wenn ich bei mir geblieben, für mich selbst gesorgt hätte – statt ständig die Bedürfnisse anderer zu erfüllen und nachher so unendlich lange zu brauchen, um endlich wieder halbwegs zu wissen, was ich brauche.

Ich habe dabei viel über mich selbst, meine Defizite und meine Stärken gelernt. Es ist noch ein langer Weg, das mit dem Bei-sich-Bleiben und Grenzen setzen, sich wertvoll genug empfinden, um nicht alles hinzunehmen und zu ertragen. Aber genau dafür bin ich dankbar. Ich habe erkannt, dass meist nicht einer der ultimativ Böse ist, sondern dass jeder mit seinem Verhalten in der Beziehung zu der Verknotung beiträgt. Und dass jeder für sich selbst die Verantwortung trägt, das zu lösen.

Manchmal macht es mich traurig, dass die große Liebe meines Lebens ausgerechnet du bist. Aber so ist es nun mal. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du glücklich bist und wirst. Du fehlst mir nicht, es geht mir gut. Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Ich wünsche mir nur, dass ich noch mal so eine Liebe erleben darf.

Deshalb: Danke, für eine unglaublich wertvolle Lektion, die ich nur in der teilweise sehr schmerzhaften und destruktiven Beziehung zu dir endlich lernen konnte.“

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