Quatschkopf #1

Das ist meine Wut. Die darf da sein. Ich muss niemand beschimpfen, niemand weh tun, aber sie darf da sein. Wenn jemand meine Bedürfnisse verletzt ist da Wut. Sie ist wieder zurückhaltender, kommuniziert wieder weniger. Ich habe das Bedürfnis öfters von ihr zu hören, sie öfter zu sehen.

Ich habe Angst, diese Bedürfnisse zu äußern. Es ist halt auch ihr gutes Recht ihr Tempo zu gehen. Ich dachte immer es wirkt schwach wenn ich einer Frau kommuniziere, dass ich sie gerne öfters sehen möchte. Aber ist es da wirklich? Sie kann sich ja dazu äußern und mir erzählen was ihre Bedürfnisse sind, und dann gemeinsam Lösungen finden.

Sollte es so ablaufen? Verhält man man sich so in Beziehungen? Sorry, ich habe das nicht gelernt … Ich habe dafür gelebt, es anderen recht zu machen, dass ich geliebt werde. Die Gefühle die auftreten, wenn eins meiner Bedürfnisse nicht erfüllt wird sind alte Gefühle. So habe ich bis jetzt immer reagiert. So habe ich es gelernt. Wobei die Wut erst später dazugekommen ist, die hatte ich komplett außen vor gelassen.

Hält das ein Mensch aus, wenn ich ihm sage, dass ich das gerne anders möchte? Ich habe Angst davor verlassen zu werden. Aber entsteht nicht dadurch erst eine Verbindung zwischen Menschen? Der Versuch ist ein großer Schritt, ich muss mich trauen. Es wird Leute geben die mir Sie können das nicht erfüllen. Das könnte weh tun. Aber wenn sie es erklären und sich mir öffnen, dann ist da vielleicht ein Verständnis.

Und es wird Leute geben die das gerne machen. Die mich verstehen. Ich mag nicht „alles locker“ , „Freundschaft Plus“ , „Polygam“ und so weiter. Ich mag das nicht. Aufgrund meiner Vergangenheit habe ich eine Sehnsucht nach einer festen Bindung. Sehnsucht nach einer festen Partnerschaft. Ich schäme mich ein bisschen dafür. Ich setzte das mit Schwäche gleich. Dass ich das nicht aushalte. Dass ich da nicht locker drüber weg sehen kann. Aber ist das nicht Blödsinn?

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