Ich komme momentan leider nicht häufiger zum Schreiben. Das liegt wohl an mehreren Dingen. Nach der Arbeit kann ich mich einfach nicht noch weiter vor einen Computer setzen weil mein Kopf schon deutliche Signale sendet, dass ich das nicht tun sollte. Einfach überreizt. Ich folge einigen anderen Schreiben mit tollen Beiträgen und setze mir dann selbst die Anforderungen so hoch, dass ich denke, ich muss mir mal richtig viel Zeit dafür nehmen 🙂 Naja, sei es drum. Nun ist es mal wieder soweit.
In den letzten Wochen ging es vor allem um meine Hauptbaustelle. Das ständige „getrieben sein“. Da haben mir sehr die Beiträge von anderen geholfen, denen ich folge, um überhaupt mal irgendwie auf die Spur zu kommen, was denn der Auslöser sein könnte. Die Antwort ist umso simpler: Ich habe Angst vor unangenehmen Gefühlen wie der Einsamkeit, der Angst, dem Scham. Der Leere. Ich komme da in in so einen Zwang irgendetwas tun zu müssen ohne zu wissen was ich tun muss, oder tun kann oder tun will.
Ich kann dann nicht mehr klar denken. Ich habe dementsprechend in letzter Zeit versucht diesem Drang nicht nachzugehen und die Gefühle da sein zu lassen. Was garnicht so leicht ist. Verdränge ich doch schon seit vielen Jahren meine Gefühle. Mittlerweile bin ich immerhin in der Lage so einigermaßen zu spüren, was es denn für Gefühle sein könnten. Da bin ich echt schon stolz drauf. Und wenn ich da genau hinschaue ist sie da: Die Angst vor dem Alleine sein, die Angst nicht dazu zu gehören, die Angst ausgeschlossen zu werden. Die Angst nicht gut genug zu sein. Die Angst keine Halt von außen zu haben. Der Halt war bei mir sowieso immer ein Thema. Ich hatte nie einen bedingungslosen Halt vom meinen Eltern und konnte mir diesen selbst nicht geben. Deswegen immer die Suche im Außen nach Halt.
Wobei das mit dem gut genug natürlich ein Bestreben ist, die Ängste nicht spüren zu müssen. Warum will ich überall der Beste sein und bin so verbissen und ehrgeizig? Ich will sicherstellen, dass die Menschen mich mögen und bei mir bleiben. Und niemand schlecht über mich reden kann. Und dann passe ich mich natürlich auf der anderen Seite an um dazuzugehören. Es ist für mich immer noch schwer vorstellbar, dass ich liebenswert bin, wenn ich wütend und verärgert bin. Wenn ich faul bin und nichts leiste. Nicht mehr leisten kann.
Wie sagt meine Therapeutin so schön: Du musst dieses Gefühl 365.000 mal zulassen und durchleben. Mindest genau so lange hast du es mit aller Macht verdrängt. Das gibt mir Trost und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das gibt mir Sicherheit. Bin ich doch noch immer so unsicher was meine Gefühle, meine Intuition, mein Wollen angeht. Sicherheit vor dem „Verloren sein“. Und immer noch habe ich Angst mich in die Leere fallen zu lassen, die auftritt, wenn ich nach der Arbeit meine Wohnung betrete und Stille einkehrt.
Zudem sind mir meine Bedürfnisse auch noch nicht ganz klar. Sagen wir es mal so, ich erforsche sie noch. Da ist die eine Seite: Ich bin einerseits gerne für mich, mag die Ruhe und die Zurückgezogenheit, ich rede nicht viel nur um was geredet zu haben, ich bin eher ruhig und höre zu. Dann ist da die andere Seite: Ich will mich verbunden fühlen und dazu gehören, unter Menschen sein, neue Menschen kennenlernen, eine Partnerin kennenlernen. Diese beide Seiten führen immer noch zu manchen Konflikten. Warum? Weil da einerseits das Bedürfnis nach Verbundenheit da ist, ich aber andererseits sehr schnell überreizt bin und mir es einfach zu viel wird unter Menschen.
Ich versuche die richtige Balance zu finden. Wobei ich momentan eher mehr zu Ruhe tendiere. Die Gefühle aushalte und merke, dass ich selbst damit zurecht komme und es nicht der richtige Weg ist, Linderung im Außen zu suchen. Momentan lese ich ein Buch über das Enneagreamm. Das ist sehr interessant und erklärt mir auch so einige Dinge. Aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr.
Für heute reicht es erstmal. Ich wünsche erstmal noch einen schönen Tag und freue mich über eure Beiträge :-).
Ach ja, zum Titelbild: Das ist die Eule die ein Kinderlied singt, in dem es darum geht Kindern zu erlauben alle Gefühle zu fühlen, und dass diese völlig in Ordnung sind.
Quelle: https://static.universal-music.de/asset_new/493026/195/view/eule-fuhlt-den-beat-news.jpg